True rüttelt an der Festung Shin
Preiskampf schmälert die Umsätze der Mobilfunk-Betreiber
Auf dem Telekommunikations-Sektor hat sich die Konzentration fortgesetzt. Erst übernahm der norwegische Telekom-Konzern Telenor die United Communications Industry (Ucom) und damit auch Thailands zweitgrössten Mobilfunkbetreiber DTAC für insgesamt 9,2 Milliarden Baht, wenig später erwarb die True Corp. die Aktien-Mehrheit beim grössten Pay-TV-Anbieter United Broadcasting Corp. (UBC) und beim Internet-Provider KSC Internet. True kostet dieser Deal rund 12,4 Milliarden Baht.
Synergien, einen Programm-Austausch innerhalb der Firmengruppe und hohe Gewinne erhofft sich True von seiner Investition. Das Unternehmen hat mehr als zwei Millionen Festnetzkunden, über 250.000 Breitband-Internet-Nutzer und bei der Tochter TA Orange fast vier Millionen Handy-Abonnenten. Mit UBC (1.200 Beschäftigte und 470.000 Abonnenten) und KSC Internet ist die True Corp. auf allen Gebieten der Informations-Technologie (IT) und Multimedia vertreten: Festnetz, Mobilfunk und Fernsehen.
Damit rüttelt True an der Festung Shin Corp. Dieser Konzern gehört der Familie von Ministerpräsident Thaksin Shinawatra und vermeldet im Jahr Umsätze von 80 Milliarden Baht. Shin ist u.a. an folgenden Unternehmen beteiligt: Mobilfunkbetreiber Advanced Info Service (AIS) mit 42,9%, Internet-Provider CS Loxinfo mit 40,2 Prozent, Shin Satellite mit 41,5%, Fernsehsender iTV mit 53%, Billigairline Thai AirAsia mit 50% und Verbraucher-Finanzierungsgesellschaft Capital OK mit 60%. Shin will im kommenden Jahr rund 40 Milliarden Baht in den Aufbau eines Netzes für die dritte Mobilfunkgeneration investieren (3G, in Europa UMTS).
Der anhaltende Preiskampf auf dem Markt für mobile Telekommunikation schmälert die Umsätze von AIS mit über 16 Millionen Kunden. Der Marktführer meldet zwar für das dritte Quartal 2005 einen Nettogewinn von 4,41 Milliarden Baht, doch das sind im Jahresvergleich stattliche 16,2 Prozent weniger. Während DTAC und TA Orange seit Anfang des Jahres immer neue Billigpreisrunden einläuten und neue Promotionen auflegen, bleibt AIS bei seiner Strategie: Es macht den ruinösen Preiskampf nicht mit!
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