Infos über Auto und Fahrzeuge in Thailand
Banden sind bestens organisiert
Die Jahresbilanz: 2.818 Autos und 16.357 Motorräder gestohlen
Bei den Pick-ups ist der Isuzu das am meisten gestohlene Fahrzeug.
Der Lack ist auf Hochglanz poliert, das Fahrzeug nicht einmal ein Jahr alt. An der Karosserie ist keine Schramme zu sehen. Der Toyota Altis steht auf dem Gelände eines Gebrauchtwagenhändlers und wird zu einem Schnäppchenpreis angeboten. Der interessierte Kunde sucht vergeblich nach Unfallschäden, unterschreibt schliesslich den Kaufvertrag, zahlt und erhält die Papiere ausgehändigt. Sein nächster Weg führt ihn zum Strassenverkehrsamt. Dort soll der Altis auf den Namen des neuen Besitzers umgeschrieben werden.
Anhand des Kfz-Briefes gibt die Mitarbeiterin alle erforderlichen Angaben in den Computer ein - und stutzt. Sie ruft Kollegen herbei und wenig später die Polizei. Der so preiswerte Secondhand-Wagen ist als gestohlen gemeldet. Die Uniformierten ermitteln, befragen Käufer und Händler, der nachdrücklich versichert, von der Autoklauerei nichts gewusst zu haben. Der Diebstahl kam nur ans Tageslicht, weil den Fahrzeugdieben beim Ausfüllen des gefälschten Dokumentes ein Fehler unterlaufen war.
Von Oktober 2004 bis September 2005 wurden nach Angaben der Königlichen Polizei landesweit 2.818 Wagen gestohlen, davon 837 in Bangkok. Weiter wurden in diesem Zeitraum 16.357 Motorräder als gestohlen gemeldet, in Bangkok allein 4.936. Die Erfolgsquote der Polizei ist mässig: bei den Autos gingen 243, von den Motorrädern 2.627 an ihre Besitzer zurück.
In Thailand operieren Banden, die bestens organisiert sind, in Minutenschelle ein Fahrzeug aufbrechen und kurzschliessen und selbst High-Tech-Alarmanlagen überwinden. Noch vor einem Jahrzehnt wurde ein Grossteil der erbeuteten Autos, zumal wenn es Luxuslimousinen waren, über die Grenzen geschmuggelt und im benachbarten Ausland verkauft. Heute stehen gestohlene Fahrzeuge bei Gebrauchtwagenhändlern oder werden per Anzeige angeboten.
Denn die Papiere scheinen in Ordnung zu sein. Clevere Autodiebe besorgen sich über befreundete und bestochene Beamte von Strassenverkehrsämtern Blanko-Kfz-Briefe, oder sie übernehmen Dokumente von Unfallautos. Der Tsunami vor fast einem Jahr hat das Geschäft mit gefälschten Papieren kräftig angekurbelt. Bei der verheerenden Flutwelle im Süden des Landes sollen rund 4.000 Fahrzeuge erheblich beschädigt worden sein.
Thailands Auto-Gangster bevorzugen Pick-ups des Herstellers Isuzu, bei den Limousinen favorisieren sie Toyota, Honda und Nissan, bei den Motorrädern führt Honda die Liste der gestohlenen Fahrzeuge an.
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Kfz-Versicherung
Seit Jahresbeginn gibt’s bei der Kfz-Versicherung eine Neuerung. Die Laufzeit der staatlichen Pflichtversicherung muss mit jener der Kfz-Steuer enden. Bisher spielte die Laufzeit einer für Motorräder und Autos abgeschlossenen Versicherung keine Rolle, das Fahrzeug musste lediglich über den Tag der Steuerzahlung hinausversichert sein. Künftig werden also die Laufzeiten für Pflichtversicherung und Kfz-Steuer deckungsgleich sein.
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Als Folge der von der Regierung beschlossenen neuen Steuerstruktur werden Fahrzeuge mehrerer Autohersteller preiswerter. Das Kabinett setzte die Steuersätze mit 3 bis 50 Prozent neu fest (bisher 3 bis 48 Prozent). Preiswerter werden vor allem Fahrzeuge mit bis zu 2.000 ccm und energiesparende Autos (Öko-Wagen). Fahrzeuge der Mittelklasse, die zwischen 600.000 und 700.000 Baht kosteten, müssten Händler künftig mit einem Nachlass von 30.000 bis 40.000 Baht abgeben. Klein- und Mittelklassewagen machen in Thailand knapp 30 Prozent aller verkauften Autos aus. Der deutsche Autobauer BMW (3er Serie, 7er-Serie und Z4), Mercedes Benz (C- und E-Klasse), Ford (Escape) und Mitsubishi (Lancer) haben als erste Hersteller auf die günstigeren Steuersätze reagiert und ihre Preise gesenkt. Der FARANG hatte in seiner letzten Ausgabe an dieser Stelle die neue Besteuerung von Fahrzeugen irrtümlich als Kfz-Steuer bezeichnet.
Ab 1. Juli 2004 verringert sich die Versicherungsprämie für Limousinen sowie Pick-ups unter drei Tonnen um jeweils 100 Baht. Die Pflichtversicherung (Compulsory Insurance Premiums) kostet dann 700 bzw. 1.000 Baht und deckt bei einem Verkehrsunfall Personenschäden bis 100.000 Baht und einen Begräbniszuschuss von 35.000 Baht ab. Keine Änderung gibt's bei den Prämien für Motorräder, derzeit sind es 300 Baht. Hier schreiben die Versicherungen nach wie vor rote Zahlen. Nach Angaben der Branche liegen die Beriebskosten für ein versichertes Motorrad bei jährlich 573 Baht.
Das Transportministerium hat Ausländern den Kauf eines Motorrades bzw. Autos erleichtert. Farang, die ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug auf ihren Namen erwerben wollen, müssen nicht mehr, wie seit Jahren üblich, ein Non-Immigrant-Visum vorzeigen. Neuerdings reicht ein Touristen-Visum.
Das bestätigte das Strassenverkehrsamt in Banglamung. Das dortige Chonburi Provincial Land Transport Office hat die Anweisung des Ministeriums bereits im Februar erhalten.
Ausländer, die nicht im Besitz eines Non-Immigrant-Visums waren, umgingen bisher die Bestimmungen, indem sie das Fahrzeug auf den Namen der Freundin/Frau oder des Freundes registrieren liessen. Das wird künftig nicht mehr nötig sein.
Für die Registrierung eines neuen Fahrzeuges bzw. die Umschreibung eines gebrauchten Motorrades oder Autos braucht der Ausländer folgende Dokumente:
Pass mit gültigem Visum (30-Tage-Einreise-Stempel reicht nicht);
Wohnsitzbestätigung (von der Botschaft oder kostenlos von der Immigration;
Fahrzeugbuch
Für die Umschreibung des Fahrzeuges werden 105 Baht berechnet, die Registrierungssteuer beträgt 0,5 Prozent des Kaufpreises.
Keine Änderungen hat es beim Erwerb einer thailändischen Fahrerlaubnis gegeben. Für den Antrag bzw. die Verlängerung eines Führerscheins reicht ein Touristen-Visum nicht.
Es gilt also weiter:
Non-Immigrant-Visum oder Jahresvisum (ein Work Permit, Arbeitserlaubnis, ist nicht erforderlich);
Gesundheitsbescheinigung (stellen Krankenhäuser und Kliniken aus);
zwei Fotos, Grösse ein Inch (können vor Ort am Strassenverkehrsamt gemacht werden);
Wohnsitzbestätigung (von der Botschaft oder kostenlos von der Immigration).
Antragsteller, die einen internationalen oder nationalen Führerschein vorlegen können, brauchen weder eine theoretische noch praktische Prüfung zu bestehen. Für alle Antragsteller ist ein Augentest vor Ort obligatorisch.
Die auf ein Jahr beschränkte Fahrerlaubnis kostet für das Motorrad 55 Baht und für das Auto 105 Baht. Seit vielen Jahren stellt die Behörde Ausländern keinen lebenslang gültigen Führerschein aus. Er muss jedes Jahr erneuert werden.
Dazu benötigt der Farang Pass mit Non-Immigrant-Visum oder Jahresvisum sowie zwei Fotos).
Fahrzeugversicherung
Thailands Fahrzeugversicherer haben auf Drängen des Transportministeriums für alle Beteiligten das Procedere nach einem Verkehrsunfall vereinfacht. Sollten sich beide Seiten über die Ursache des Unfalls einig und der Schuldige bereit sein, ein entsprechendes Formular zu unterschreiben, müssen Motorisierten seit 1. Januar nicht mehr auf ihren Versicherungsagenten warten. Bislang galt immer, abgesehen von Bagatellschäden: Die Fahrzeuge durften bis zum Eintreffen von Polizei und Versicherungsvertreter nicht einen Millimeter bewegt werden. Auch dann nicht, wenn die Fahrzeuge die Fahrbahn und den Verkehrsfluss blockieren. Für ausländische Kfz-Besitzer ist es ratsam, nach der alten Regelung zu verfahren: Zu allererst für den Transport von Verletzten ins Krankenhaus sorgen, Fahrzeuge bis zum Eintreffen von Polizei und Versicherungsagenten nicht von der Fahrbahn schieben, Namen von Zeugen notieren. Auf jeden Fall sollten keine Dokumente unterschrieben werden, deren Inhalt man nicht versteht. Und keinesfalls noch am Unfallort Schuldeingeständnisse machen!
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