Thailand setzt auf Kampfsport und Gewichtheben
Für Olympia-Sieger gibt`s jeweils 13 Millionen Baht und ein Auto
Ein Geldregen erwartet die thailändischen Sieger der Olympischen Spiele in Peking. Jeder erste Platz wird mit 13 Millionen Baht versüsst. Zehn Millionen Baht kommen von der Regierung, jeweils eine Million Baht zahlen die Hauptsponsoren Osotspa (Energiegetränk M-150), der mobile Netzwerkbetreiber AIS und die Fast-Food-Kette McDonald`s.
Hohe Geldprämien gehen auch an Silber- und Bronzemedaillengewinner. Zudem stellt der japanische Autohersteller Toyota allen Athleten, die Edelmetall mit nach Hause bringen, ein nagelneues Fahrzeug vor die Tür.
Seit 44 Jahren ist Thailand bei Olympia vertreten. Bisher haben Sportler bei Sommerspielen 17 Medaillen errungen: fünf goldene, zwei silberne und zehn bronzene. Die ersten beiden Goldmedaillen holten Boxer: Somluck Kamsing im Federgewicht (1996 in Atlanta) und Wijan Ponlid im Fliegengericht (2000 in Sydney). Auch die ersten bei Olympia errungenen Medaillen erkämpften sich Boxer: 1976 war es der inzwischen verstorbene Payao Poontarat mit Bronze und 1984 Thawee Ampornmaha mit Silber.
Von der letzten Olympiade im Jahr 2004 in Athen kehrten Thais mit drei Goldmedaillen, einmal Silber und vier Bronzemedaillen zurück. Ganz oben auf dem Siegertreppchen standen der Boxer Manus Boonjumnong (Halbweltergewicht) und die Gewichtheberinnen Udomporn Polsak (Bantamgewicht) und Pawina Thongsuk (Leichtschwergewicht). Die weiteren Medaillen gab`s im Boxen, Gewichtheben und Taekwondo.
In diesen drei Disziplinen rechnet sich Thailand in Peking erneut beste Platzierungen aus. Optimistisch sieht Taweep Jantararoj, Präsident des Amateur-Box-Verbandes, den Spielen entgegen. Die Faustkämpfer seien so gut vorbereitet, dass alle acht Teilnehmer eine Chance hätten. Taweep sieht fünf seiner Boxer in den Halbfinals.
Darunter dürfte Manus Boonjumnong sein. Nach seinem Erfolg in Athen erging es ihm wie Thailands erstem Goldmedaillengewinner Somluck Kamsing. Die Helden des Sports konnten ihren Ruhm nicht verkraften und stürzten ab. Manus wurde zum Partygänger und verlor mehrere Millionen Baht seines Preisgeldes beim Glücksspiel. Bevor sein Ruf gänzlich ruiniert war und seine Ehe scheiterte, besann sich der Boxer auf seine Kampfkraft. Er trainierte wieder verbissen und holte sich sowohl bei den Asien-Spielen in 2006 als auch bei den Südostasien-Spielen im Vorjahr die Goldmedaille. Nach einem längeren Aufenthalt in einem Kloster glaubt sich der Thai gut gerüstet. Er will in Peking für Thailand sein zweites Gold erringen.
Die Olympischen Spiele mit mehr als 10.000 Athleten und 300 Wettbewerben sind vom 8. bis 24. August in der chinesischen Hauptstadt.
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