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Unterwegs · Reise-Informationen und Neuigkeiten aus Thailand
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Natur pur: Auf nach Khao Yai

Nur zweieinhalb Autostunden von Pattaya entfernt ist die Welt noch in Ordnung. Dort befindet sich der Khao Yai Nationalpark mit seinem angenehmen, gemässigten Klima, das auch in der heissen Jahreszeit zum Wandern einlädt. Der drittgrösste Nationalpark des Landes hat mit einer Fläche von 2172 Quadratkilometern viel zu bieten. Naturschönheiten wie Wasserfälle, wilde Tiere aber auch Reben und Kühe machen einen Ausflug sicher lohnenswert. Die Berge im Park erheben sich auf bis zu 1351 Meter über Meer. Man muss nicht immer in die Ferne schweifen.

Von wilden Tieren, Reben und Kühen

Das gemässigte Klima im Khao Yai-Nationalpark lädt zu Wanderungen ein

Mit einer Fallhöhe von 80 Metern ist der Haew Narok-Wasserfall ein spektakulärer Anblick. Wer in diesen heissesten Wochen des Jahres über ausreichend Zeit verfügt, sucht die kühl temperierten Einkaufszentren Pattayas auf, oder Thais und Ausländer lassen Zuhause ihre Klimaanlagen rund um die Uhr laufen. Es gibt aber eine weitere Alternative, der sengenden Sonne mit Temperaturen von nahezu 40 Grad zumindest kurzfristig zu entgehen. Zweieinhalb Autostunden nordöstlich des Touristenzentrums beginnt der Khao Yai-Nationalpark mit einer unglaublich vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt und einem für die Besucher angenehmen Klima. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 23 Grad, selbst in den Monaten April und Mai werden 30 Grad nicht erreicht, und im Winter sinkt die Quecksilbersäule nachts auf 10 Grad.

Die kurzen, aber heftigen Niederschläge während der Regenzeit stören kaum, ausgedehnte Wanderungen in den Bergen sind bei den niedrigen Temperaturen kaum schweisstreibend und nicht zu anstrengend. Und wer abends einen Pick-up zu einer einstündigen Nacht-Safari besteigt, vermisst nach wenigen hundert Metern eine wärmende Jacke. Der Nationalpark ist zwar das Rückzugsgebiet zahlreicher wilder Tiere, doch die nächtlichen Besucher sehen fast ausschliesslich auf Lichtungen äsende Hirsche und Rehe, vielleicht noch Affen, einen Fuchs oder Elefanten.

Ein Affe wundert sich über die Eindringlinge in seine Tierwelt. Im Besucher-Zentrum mit seinen aufschlussreichen Infos, Grafiken und Farbbildern sind zwei ausgestopfte Tiger zu bewundern. Die Raubtiere hatten sich vor Jahren bewohnten Häusern genähert und mehrere Menschen tödlich verletzt. Wie vor den präparierten Tigern zu lesen ist, mussten diese umgehend von Rangern erschossen werden: Denn wenn ein Raubtier erst einmal menschliches Blut geleckt hat, wird es immer wieder an den Tatort zurückkehren.

Der Khao Yai ist mit einer Fläche von etwa 2.172 Quadratkilometern der drittgrösste Nationalpark des Landes und liegt in den Provinzen Nakhon Ratchasima (Korat), Saraburi, Prachinburi und Nakhon Nayok. Zum Grössenvergleich: Phuket kommt auf 810 qkm, die Koh Chang auf 429 qkm und der Marine-Nationalpark Koh Chang mit seinen 47 Inseln auf 650 qkm.

Im Nationalpark mit seinen sehenswerten Wasserfällen können preiswert einfach ausgestattete Bungalows und Zimmer gemietet werden. Wer es luxuriöser mag, findet am Rande des Parks in Prachinburi, vor allem aber in Nakhon Ratchasima Hotels und Resorts für jeden Geldbeutel. Allerdings muss dann bei jeder Fahrt in den Khao Yai die Maut bezahlt werden: 50 Baht fürs Auto, Erwachsene zahlen 20 und Kinder 10 Baht. Für ausländische Touristen gilt das Zweipreisklassensystem: 200 bzw. 100 Baht.

Auf der Farm Chokchai dürfen sich Besucher am Melken einer Milchkuh versuchen. Unter den Mitarbeitern der Forstverwaltung, den Rangern, also den Wildhütern, die Wilderer jagen und festnehmen, sowie den zahlreichen Helfern des Wildlife Fund Thailand und des Wild Elephant Research and Rescue Fund wird derzeit ein Thema diskutiert: Die Erweiterung des Highway 304 auf vier Fahrspuren von Korat in Richtung Kabin Buri. Auf dieser Schnellstrasse sollen Schwertransporter Waren und Container zum Tiefseehafen Laem Chabang bei Pattaya bringen. Da der Highway am Rand des Nationalparks verläuft, sehen Naturschützer im bereits begonnenen Ausbau erhebliche negative Auswirkungen für die Tier- und Pflanzenwelt. Schon heute, so die herrschende Meinung der Strassenbaugegner, würden zu viele Wildtiere von Autos getötet. Eine vierspurige Fahrbahn würde nicht nur bewaldete Gebiete zerstören, sondern auch das ökologische System. Umweltschützer rechnen mit Überflutungen und einem Brauchwassernotstand in angrenzenden Wohngebieten.

Der Khao Yai ist weithin bekannt für seine Weine. Weingüter wie PB Valley Khao Yai Winery und GranMonte Asoke Valley haben hervorragende Lagen und sich Besuchern geöffnet. Auf der Fahrt zu GranMonte Family Vineyards passieren wir eine spektakulär grosse Höhle, in der etwa eine Million Fledermäuse leben und sich von Insekten ernähren.

Eine Mitarbeiterin von GranMonte beschneidet einen Rebstock. GranMonte ist ein Familienbetrieb, erstreckt sich auf 100 Rai (160.000 qm) und stellt in der gemässigten Klimazone erstklassige Rot- und Weissweine (Syrah, Cabernet Sauvignon, Temoranillo, Chenin Blanc) sowie 100-prozentige Traubensäfte her. Der Besucher erlebt die Mitarbeiter beim Beschneiden der Rebstöcke, und sein Blick fällt auf die schier endlos erscheinenden Weinberge. Im Montino Shop gibt’s allerlei rund um den Wein: Geschenkpackungen, frisch gepflückte Trauben, Gläser und die nicht gerade sehr preiswerten Erzeugnisse aus dem Asoke Valley. Wer ein erlesenes Menü schätzt, sollte sich die Zeit für einen Restaurantbesuch nehmen. Er wird es nicht bereuen.

Der Khao Yai kann auch als Ausgangspunkt zu weiten Touren genutzt werden: zu den archäologischen Ausgrabungsstätten in Ban Prasat rund zehn Kilometer vor Pimai an der Highway 2, zu der aus dem 11. Jahrhundert stammenden Khmer-Tempelruinenstadt Pimai, nach der Provinzhauptstadt Nakhorn Ratschasima oder zur Farm Chokchai an der Friendship Highway zwischen Saraburi und Korat.

Hier hat vor fast einem halben Jahrhundert ein Thai seinen Lebenstraum verwirklicht. Als Cowboyfan holte er Texas nach Thailand und schuf den landesweit grössten privaten landwirtschaftlichen Betrieb. Inzwischen sind es insgesamt fünf Farmen, am Highway Nr. 2 grasen auf rund 4.000 Rai Tausende Rinder und Milchkühe.

Der Eintrittspreis von wochentags 235 Baht und samstags und sonntags 250 Baht (für Thais und Ausländer gleichermassen) schreckt ab. Erst der Blick in eine an der Kasse liegende Broschüre zeigt, dass Chokchai mehr als Milch bietet. Nach einem historischen Video gibt`s zwar weitere Infos über Kühe (der Besucher darf sich am Melken versuchen) sowie zur Herstellung von Milch und Eiscreme, aber bei der anschliessenden Rundfahrt im überdachten Zug wird der landwirtschaftliche Betrieb zum Vergnügungspark: mit Reiten, einem Zoo, zirzensischen Darbietungen und weiteren Shows. Kindern wird der Besuch der Farm Chokchai sicherlich lange in bester Erinnerung bleiben.

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Fakten zum Khao Yai

Khao Yai war der erste Nationalpark von Thailand, eröffnet am 8. September 1962.

Massgeblich beteiligt an der Schaffung dieses Nationalparks war Prof. Dr. Boonsong Lekakul, Gründer des Wildlife Fund Thailand und bekanntester Naturschützer des Landes.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg Jäger mit modernen Waffen die Population von Tigern und Krokodilen nahezu ausrotteten, als immer mehr Teakbäume in den Dschungelgebieten ohne Aufforstung abgeholzt wurden, wurde Dr. Boonsong aktiv. Er brauchte fast zehn Jahre, um seine Idee eines Naturschutzgebiets bei der Regierung durchzusetzen, indem er Hunderte von Briefen schrieb, Artikel in Magazinen verfasste, wissenschaftliche Zeitschriften übersetzte und sogar einen regelmässigen Sendeplatz im Radioprogramm innehatte.

Erst Premierminister Sarit Thanarat schenkte ihm Gehör, nachdem er mit Dr. Boonsong im Helikopter über das Dong Phaya Yen-Gebirge geflogen war, und die zerstörten Waldgebiete sah. So wurde im Jahre 1962 der National Park Act, das Nationalpark-Gesetz erlassen.

Die höchsten Erhebungen sind der Khao Rom mit 1351 m, Khao Lam mit 1326 m und der Khao Keaw mit 1292 m, während der grösste Teil des Parks von einem Sandstein-Plateau mit Höhen zwischen 600 m und 1000 m gebildet wird. Der Park zeigt verschiedene Landschaftstypen, wie immergrüne Trocken-, Regen- und Nebelwälder sowie Graslandschaften mit über 2.000 verschiedenen Spezies der Pflanzenwelt. Auch über 70 verschiedene Säugetier-Arten, darunter Elefanten, Tiger, Gibbons, Hirsche und Wildschweine sind hier zu Hause. Auch Vogelbeobachter kommen auf ihre Kosten, denn über 320 verschiedene Arten wurden hier gesichtet.

Der Haew Narok-Wasserfall ist mit 80 m Fallhöhe ein spektakulärer Anblick, besonders in den Monaten der Regenzeit (Mai bis Oktober). Thailändische Touristen bevorzugen den Namtok Sarika, da sie hier baden können.

Die Zahl der Parkbesucher ist in den letzten Jahren rapide angestiegen. Die meisten sind Tagestouristen aus den Provinzen der Umgebung bis hin nach Bangkok, aber auch aus dem Isaan, die sich auf den ausgeschilderten Pfaden den Park erwandern können.

Seit dem 14. Juli 2005 steht der “Waldkomplex der Dong Phaya Yen-Bergkette mit dem Khao Yai Nationalpark” auf der Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO.

(Auszug aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)

 
 
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