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Unterwegs · Reise-Informationen und Neuigkeiten aus Thailand
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Bang Pa In Ayuthaya

Reise in die Vergangenheit

Die alten thailändischen Metropolen Sukothai und Ayutthaya

Nachdem die Verteidigung der Stadt zusammengebrochen war und die Bevölkerung in Panik die Flucht ergriffen hatte, verfielen die Eindringlinge in eine Orgie von Plünderung, Mord und Zerstörung. Eine wunderschöne und ruhige asiatische Metropole, Zentrum einer stolzen Zivilisation, wurde ausgelöscht und zu einem blutigen Schauplatz des Krieges, bevor sich tödliche Stille über die rauchenden Trümmer legte.

Wer in heutigen Tagen als Tourist auf dem Rücken eines Elefanten durch die Ruinen Ayutthayas reitet und dem Rat des Führers folgt, ein paar Minuten lang die Augen zu schliessen, kann im Geist sehen, hören und riechen, ja, fast schmecken, was im Jahr 1767 geschah, als die damalige siamesische Hauptstadt in Schutt und Asche versank; eine in Panik fliehende Bevölkerung, immer wieder vereinzelte Gefechte zwischen den burmesischen Eroberern und den zahlenmässig unterlegenen Verteidigern, zum Teil auf Pferde- und Elefantenrücken.

In die glorreichen Zeiten der Stadt kann man sich heute besser denn je zurückversetzen, da die Renovierungsarbeiten abgeschlossen wurden. Ayutthaya und Sukothai, Thailands ehemalige Metropolen, die von den Vereinten Nationen (UN) auf die Liste der geschützten Kulturgüter gesetzt wurden, bestehen heute aus Trümmern dunkelbrauner, handbehauener Steinstrukturen und sind geschichtlich eng miteinander und der heutigen Hauptstadt Bangkok verbunden.

Ayutthaya liegt nur rund 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt und ist bequem zu erreichen. Sukothai, die ältere und geschichtlich geheimnisvollere Stadt, liegt ausserhalb der Reichweite von Tagesausflüglern und erfordert zumindest eine Übernachtung. Die Stadt kann aber als Basis für weitere Erkundungen dienen, zum Beispiel ins burmesisch geprägten Mä Sot, an der Grenze gelegen, oder nach Tak mit seiner hervorragenden Teakholz-Architektur.

Auch Ayutthaya bietet weitere Alternativen, z.B. die in der Nähe gelegene Provinzhauptstadt Lopburi, in deren Altstadt in einem Tempel, der als Affen-Schrein bekannt ist, eine Armee der Langschwänze lebt.

Sie bewegen sich frei, doch ist Vorsicht geboten, denn es handelt sich um kleine, haarige und äusserst geschickte Diebe, die auch vor Kameras nicht zurückschrecken.

Wohin soll der Tourist nun fahren? Nach Sukothai oder Ayutthaya? Die Frage ist schwer zu beantworten, denn die beiden geschichtlichen Städte ergänzen sich gegenseitig dermassen, dass eine Fahrt in die eine den Trip in die andere geradezu herausfordert.

Ayutthaya wird von denjenigen bevorzugt, die nicht viel Zeit zur Verfügung haben. Seine Ruinen befinden sich teilweise auch in der heutigen modernen Stadt, manchmal in unmittelbarer Nähe von Karaoke-Bars und Geschäftshäusern. Das äalteö Sukothai hingegen befindet sich 14 Kilometer entfernt von den Hotels, Restaurants und Geschäften der äneuenö Stadt. Diese räumliche Trennung erlaubt den Besuchern ein ungestörtes Eintauchen in die Vergangenheit.

Die Wichtigkeit Ayutthayas und Sukothais für die Geschichte wird augenscheinlich, wenn man die vielen thailändischen Besucher sieht. Doch die Einblicke in die Kulturen der beiden Städte ziehen auch Scharen von Touristen aus der Region und der ganzen Welt an.

Wat Rajaborana, Wat Mahathat und Wat Pra Ram in Ayutthaya verdeutlichen mit intakten Säulen und Fussböden, welche Gebäude einmal hier standen. Der Chandra- kasem-Palast ist eine der am meisten besuchten Bauten. Errichtet vom ersten Herrscher Ayutthayas, König Naresuan, wurde der Palast von den Burmesen zerstört, jedoch von König Mongkut wieder aufgebaut, nachdem Thailand erneut die Kontrolle über das Gebiet übernommen hatte. Heute ist er ein Museum, und sein ungewöhnlicher Turm Pisai Salak, der gebaut wurde, um Mondfinsternisse zu betrachten, ist ein Wahrzeichen der Gegend.

Das in der Nähe gelegene Nationalmuseum Chao Sam Phya zeigt eine reiche Sammlung zierlicher Skulpturen, Manuskripte, die auf Palmblätter geschrieben wurden, Votivbilder und andere unbezahlbare Schätze.

Wer mit einem Boot durch die Stadt fährt, nach Möglichkeit am späten Nachmittag, kann weitere Ruinen der Stadt bewundern, deren von der Khmer-Kultur beeinflusste Architektur sich im Wasser widerspiegelt. Obwohl man überall Hausboote und Schiffe aller Art sieht, stören sie seltsamerweise nicht den Zauber des Augenblicks. Auch die Häuser, Hotels und Restaurants an den Ufern scheinen ihre nur unterstützende Rolle im Gesamtschema der Stadt zu akzeptieren. Ein Kanal, der im 14. Jahrhundert ausgehoben wurde, machte Ayutthaya zwar zu einer Insel, doch uneinnehmbar wurde die Stadt dadurch nicht, wie die burmesische Invasion später grausam bewies.

Zwischen den Ruinen Ayutthayas kann man sich auch auf den Rücken von Elefanten transportieren lassen, die aus dem Ayutthaya Elephant Camp kommen und in Hotels gebucht werden können. Wer es weniger abenteuerlich möchte, benutzt Taxi oder Tuk-Tuk als gebräuchlichere Alternativen.

Der königliche Tempel Wat Phra Sri Sanphet, dessen Buddha von den Burmesen so zerstört wurde, dass er sich nicht mehr restaurieren liess, existiert heute nur noch in drei wiederhergestellten Chedis, ein imponierender Kontrast zu den Ruinen rundherum. Auf dem gleichen Gelände befindet sich Wat Phara Ram, erbaut 1369, in dessen alten Aussenwänden die Elefantentore erhalten blieben. Auf einer Terrasse in der Mitte können die Überreste der Turmspitze eines ehemaligen Tempels bewundert werden, die mit Garudas, den mythischen Sonnenvögeln, verziert war.

Das in der Nähe befindliche Wat Rajaborana wurde von König Boromaraja II. errichtet, im Gedenken an seine beiden Brüder, die bei einem Kampf um den Thron, der natürlich auf den Rücken von Elefanten ausgetragen wurde, ums Leben gekommen waren. Wäre einer der beiden als Sieger aus dem Duell hervorgegangen, wäre Boromaraja II. nicht König geworden.

Eine Gruft, die im Jahr 1957 entdeckt worden war, wurde unglücklicherweise ausgeraubt, und ein Schatz von unbezahlbaren Goldgegenständen fand seinen Weg auf den internationalen Schwarzmarkt. Angemerkt werden muss noch, dass die Restaurierungsarbeiten in Ayutthaya manchmal nicht als ganz gelungen bezeichnet werden, da aus Kostengründen oft Zement verwendet wurde.

Das kurzlebige Königreich von Sukothai existierte von 1220 bis 1378. Es erreichte seinen Höhepunkt während der Regentschaft von König Ram- kangheng (1278–1318), ein Monarch, der noch heute als äVater Thailandsö verehrt wird. Unter seiner dynamischen Herrschaft dehnte sich Thailand bis in die heutigen Länder Malaysia und Laos aus. Diese Vermischung mit den Traditionen der Khmer und Mon und deren einmaligen Kulturen endete mit einem langsamen Verfall des Königreiches Sukothai.

Als sich das 14. Jahrhundert seinem Ende zuneigte, wurde das Reich immer mehr von Ayutthaya abhängig. Dieses Reich bestand von 1378 bis 1767 und wurde zu einer gewaltigen Militärmacht in der Region. Besucher in dieser Zeit bezeichneten Ayutthaya als die grösste Stadt in Südostasien.

Burmesen fielen in Ayutthaya ein

Doch das Reich wurde stets von Burma mit neidischen Blicken beobachtet, und den Burmesen gelang es auch, nach zahlreichen vorhergegangenen Angriffen, Ayutthaya zu erobern. Sie schlachteten Tausende der Besiegten ab und zerstörten Kulturgüter, zu deren geistigen Vätern auch sie zählten, darunter Tempel von aussergewöhnlicher Schönheit. Die Zerstörung Ayutthayas führte letztendlich zur Gründung von Bangkok als neuer Hauptstadt, der Vertreibung der Burmesen und der Wiederherstellung der eigenen Macht sowie der Gründung einer neuen Königsdynastie, die sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat.

Weit entfernt von der heutigen modernen Hauptstadt, findet man in Sukothai, das sich über ein ausgedehntes Gebiet erstreckt, Dutzende von Tempeln, Palästen, riesige Buddha-Statuen und andere Wahrzeichen der einstigen Macht des Königreiches, viele von ihnen sorgfältig restauriert. Der Niedergang Sukothais vollzog sich langsam und natürlich als Teil eines geschichtlichen Kreislaufs, nicht so plötzlich und brutal wie in Ayutthaya.

Als Konsequenz gibt es hier auch noch mehr zu sehen. So überlebten teilweise ganze Gebäudestrukturen, die es den Besuchern erleichtern, sich in die Glanzzeiten der Stadt zurückzuversetzen.

Die meisten Dinge, die das Interessse der Touristen erregen, befinden sich im Historischen Park Sukothais, einem erstklassig gepflegten Komplex, der einem riesigen Garten gleicht. Gleich am Eingang befindet sich das Ramkamheng-Nationalmuseum, in dem man sich über die geschichtlichen Zusammenhänge und Hintergründe informieren und Statuen der Khmer-Kultur, Keramiken aus der Sukothai-Ära sowie bronzene Buddha-Statuen bewundern kann.

Zu den interessantesten Punkten gehören Wat Mahathat (nicht zu verwechseln mit dem Tempel gleichen Namens in Ayutthaya), Wat Sra Sri mit seinem im Sri Lanka-Stil erbauten Chedi sowie sechs Reihen von Säulen, welche die Überreste eines Schreins darstellen, an dessen Kopfende sich ein grosser, restaurierter, sitzender Buddha befindet. Sehenswert ist auch das niedliche Wat Pra Pai Luang.

Bedauerlich ist, dass vom früheren Palast des Königs Ramkamheng nur noch die Fundamente erhalten geblieben sind. Doch die in Stein gehauenen Friese, die grimmige Krieger, Elefanten, Dämone und Engel zeigen, die auf den Rücken von Löwen reiten, geben einen Einblick in den Glauben der Menschen dieser Zeit. Wat Mahathat, wo die Reste von vier Säulenstümpfen erhalten blieben, wurde einmal das geistige Zentrum des Königreiches genannt, ein Hauptkloster, das vom ersten König, Sri Indraditya, erbaut worden sein soll. In der Nähe befindet sich Non Prasat, heute nur noch eine Terrasse aus Steinen und Ziegeln, wo König Ramkamheng seine militärischen Erfolge aufgezeichnet und 1283 das thailändische Alphabet entworfen hat.

Wat Si Chum ist der Ort, wo sich eine der grössten Buddha-Statuen Sukothais befindet. Im Schrein, der die Statue umgibt, findet man eine Treppe mit Schiefertafeln an der Decke, die Szenen buddhistischer Folklore darstellen. Das Ersteigen dieser Treppe war gleichbedeutend mit der Annäherung an Buddha. Zahlreiche Monumente in Sukothai sollen nach Auffassung der Wissenschaftler von Mönchen aus Sri Lanka erbaut worden sein.

Zu der ansprechenden Atmosphäre von Sukothai tragen auch die vielen Mönche bei, die aus allen Teilen Thailands anreisen. An einer Brücke über einen Lilienteich deutet ein älterer Mönch auf ein Wat in der Ferne und erzählt, er unternehme jedes Jahr eine Pilgerreise nach Sukothai, um hier zu beten. Er kam per Bus aus dem nicht allzu weit entfernten Chiang Mai. Sukothai sei ein ganz spezieller Ort, erklärte er seinen Zuhörern und empfahl ihnen, ihren Besuch zu geniessen.

 
 
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