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Unterwegs · Reise-Informationen und Neuigkeiten aus Thailand
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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River Kwai-Brücke in der Provinz Kanchanaburi

Schmerzhafte Erinnerungen an Unmenschliches im Zweiten Weltkrieg

Tham Kra SaeKrieg ist etwas, an das sich die Menschen nicht gerne erinnern. Ein Besuch der River Kwai-Brücke in der Provinz Kanchanaburi bringt die dunklen Seiten eines Krieges wieder ans Tageslicht. Vor 60 Jahren begingen Menschen Unmenschliches, als Tausende alliierter Kriegsgefangener und asiatischer Zwangsarbeiter beim Bau einer Eisenbahnlinie ihr Leben verloren, die Thailand mit Burma verbinden sollte.

Wer mehr über das Schicksal der Kriegsgefangenen und ihre Arbeitsbedingungen erfahren möchte, sollte die Gedenkstätte am Hellfire-Pass besuchen. Sie liegt am Highway 323, rund 80 Kilometer von der Provinzhauptstadt entfernt. Die Gedenkstätte wurde von der australischen Regierung finanziert und ist den alliierten Kriegsgefangenen (PoWs) gewidmet, die beim Bau der „Death Railway" (Todesbahn) ums Leben kamen sowie allen anderen alliierten Opfern im asiatisch-pazifischen Krieg. Der Eintritt zur Gedenkstätte ist frei.

Ein Besuch am Hellfire-Pass offenbart, dass die Kriegsgefangenen und asiatischen Arbeiter von den Japanern Tag und Nacht zur Arbeit gezwungen wurden, unter extrem gefährlichen Bedingungen, bei mageren Essensrationen, ohne vernünftiges Werkzeug und ohne jede medizinische Versorgung.

Um die Bahnlinie zu bauen, mussten sich die Gefangenen regelrecht durch die Berge fressen, wobei auch viel Sprengstoff zum Einsatz kam. Unfälle waren an der Tagesordnung, und in den tropischen Wäldern waren die Arbeiter von wilden Tieren und Myriaden Moskitos bedroht, die die gefürchtete Ma- laria verbreiteten. Die Ausstellung am Hellfire-Pass bietet visuelle Informationen, Illustrationen und Dokumentationen, alle mit thai- ländischen Untertiteln. Der Ort befindet sich an einem Berg, von dem aus man ein Tal und einen Berghang nahe der thailändisch-burmesischen Grenze beobachten kann.

Auf einem kurzen Pfad, ungefähr 800 Meter lang, gelangen die Besucher durch natürliche Vegetation auf einen Hügel. Wenn ein Führer die Tour begleitet, wird er den Besuchern einen Platz zeigen, auf dem die Gefangenen ihr Lager hatten. Von hier aus brachen sie zu ihrer mühseligen Plackerei auf, bohrten Tag und Nacht Löcher durch die Berge und verlegten Schienen. Vom höchsten Punkt des Pfades aus kann man das Tal sehen, in dem heute noch alte Geleise liegen.

Der Führer wird seine Gäste auch zu einem Punkt bringen, der einen Eindruck des Terrains zur Zeit des Krieges vermittelt: keine Spur eines Weges im dichten Dschungel. Die Gefangenen mussten sehr früh aufstehen und sechs Kilometer durch unwegsames Gelände bis zur Arbeitsstelle marschieren. Dann mussten sie den ganzen Tag arbeiten, sehr oft ohne Verpflegung. Regelmässig wurde auch nachts gearbeitet, wobei Laternen für etwas Licht sorgten. Davon stammt der Name Hellfire-Pass.

Die Besucher werden auch eine Gedenkstätte sehen, die Sir Edward (Weary) Dunlop (1907 - 1993) gewidmet ist, Chirurg der australischen Armee. Er und seine Kollegen in den Streitkräften Grossbritanniens, Australiens, der Niederlande, Indiens und der USA lebten von 1942 bis 1945 in dieser Hölle und versorgten kranke und sterbende Gefangene und Zwangsarbeiter so gut es eben ging. Ihm ist es in erster Linie zu verdanken, dass die Leiden derjenigen, die am Hellfire-Pass und anderswo an der Todesbahn arbeiten mussten, bekannt wurden.

Die Besucher werden ein Metallwerkzeug bemerken, das in der Felswand am Pass steckt. Von hier aus führt ein Rundweg zu einem Museum. Es ist besser, zuerst herumzulaufen und dann die Gegenstände zu besichtigen, die im Museum ausgestellt sind.

River Kwai-BrückeWer dann noch mehr sehen möchte, kann die private Kunstgalerie und das ebenfalls private Kriegsmuseum von Aran Chansiri besuchen. Sie befinden sich in der Nähe der River Kwai-Brücke. Ausgestellt sind unzählige Kriegsrelikte, Fotografien, Werkzeuge bis hin zu einer Lokomotive. Hier ist nichts spektakulär. Bewundernswert sind die Arbeit und die Geduld, die erforderlich waren, um diese Sammlung zusammenzustellen.

Das JEATH-Kriegsmuseum, das Akronym für Japan, England, Australien, Amerika, Thailand und Holland, ist ein anderer Ort für jemanden, der sich noch umfassender informieren möchte. Das Museum befindet sich in der Nähe vom Wat Tai oder dem Tempel Wat Chai Chumphon. Im Museum befindet sich auch der Nachbau einer Bambushütte, wie sie von den Japanern zur Unterbringung alliierter Kriegsgefangener benutzt wurden.

Die sterblichen Überreste von PoWs, die bei der Arbeit an der Todesbahn ums Leben kamen, wurden nach Ende des Krieges von ihren ursprünglichen Beerdigungsplätzen entweder nach Thanbyuzayat in Burma verbracht oder in den Friedhöfen Don Rak oder Khao Chong Kai in Kanchanaburi beigesetzt. Don Rak ist in der Nähe des Bahnhofs von Kanchanaburi, während sich Khao Chong Kai einige Kilometer ausserhalb der Stadt befindet.

Wer die historische Bahnstrecke erkunden möchte, sollte mit dem Zug von Kanchanaburi nach Nam Tok fahren, wo die Strecke auch endet. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden. Wem das zu lange dauert, kann den Zug auch erst in Tha Kilen besteigen. Dann dauert es nur noch eine Stunde bis Nam Tok. Höhepunkt der Reise ist die Fahrt über die steilen Felswände, von denen man aus schwindelnder Höhe direkt auf und in den Fluss Kwae Noi schauen kann.

Die Züge fahren vom Bahnhof Kanchanaburi dreimal täglich: 6 Uhr, 11 Uhr und 16 Uhr. Für die Rückfahrt verlassen sie Nam Tok um 5 Uhr, 13:05 Uhr und 15:15 Uhr.

 
 
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