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Unterwegs · Reise-Informationen und Neuigkeiten aus Thailand
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Nan ist eine Reise wert

Nan ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und hat heute rund 25.000 Einwohner. Sie liegt am rechten Ufer des Nan-Flusses und ist von hohen tropischen Bergketten bis zu 2100 Meter umschlossen, die Naturfreunde begeistern wird. Die kühlere Provinz Nan ist mit einer Gesamtgröße von rund 11.500 qkm eigentlich noch eine wenig unerschlossenen Regionen Thailands. So gehört auch die Stadt Nan noch zu den seltener besuchten Städten Thailands, obwohl dieses kleine Stadt an der Grenze zu Laos ihren eigenen lokalen Charme mit freundlichen Einwohnern hat. Noch gibt es keine große Traveller- oder Trekking-Fangemeinde, aber die Stadtverwaltung plant Werbekampagnen, um auch mehr ausländische Touristen anzulocken. Ein eigener Flughafen lässt alle Möglichkeiten für in- und ausländische Besucher offen.

Nan ist eine kleine Stadt mit einer großen Geschichte. Die kreisförmige Stadtmauer, die 1857 neu erbaut werden mußte, weil eine Flut die gewaltigen Originalmauern weitgehend zerstörte, spiegelt noch immer eine Wehrhaftigkeit der damaligen Zeit wieder.

Nan gehört zu den ältesten Städten Thailands. Die erste schriftlich belegte Siedlung von Nan stammt von 1282, als Khung Fong, der Bruder des Begründers von Vientiane, in Wora Nakhom, rund 70 km nördlich der heutigen Provinzhauptstadt, residierte. Lange war Nan sogar die Hauptstadt des einflußreichen Königreich Nan, das einst Teile Nordthailands beherrschte. Das Königreich wurde im 13. Jahrhundert gegründet, die Stadt selber erst 1368, wo sie dann ein Vasallenstaat des mächtigen Sukhothai-Reiches wurde. Nach dem Untergang von Sukhothai schloss sich das kleine Königreich Nan dem Lanna-Königreich in Chiang Mai an, wurde aber auch mehrmals von den Burmesen kontrolliert. Im Laufe der vielen Jahrhunderte war es die geschickte Diplomatie des kleinen Königreiches gegenüber den mächtigen Nachbarn, so das die regierende Dynastie bis zum Jahre 1931 als halbautonomes Königreich bestehen blieb.

Sehenswürdigkeiten der Stadt

Hauptsächlich bietet die Provinz selber eine bezaubernde Naturlandschaft, mir fruchtbaren, weiten Tälern, großen Waldgebieten und einer interessanten Tier- und Pflanzenwelt. Die Größe dieser Region erlaubt es zeitlich nicht, auch das ganze Gebiet zu erkunden. Einzelne Touren mit einheimischen Führern sind natürlich möglich; zu entdecken gibt es allerlei! Die Stadt Nan selber ist auf den ersten Blick, einer der ruhigen Orte in der Provinz, dennoch gibt es hier einige interessante Sehenswürdigkeiten vor Ort.

Die Tempel von Nan

Obwohl der Ort scheinbar unter einem Schleier der Unberührtheit liegt, gibt es hier durchaus interessante Tempel zu besichtigen, wobei die meisten einst im Glanz des untergegangenen Königreiches Nan standen

Wat Phra That Chang Kham

Unmittelbar gegenüber dem National-Museum, im Stadtkern, befindet sich der War Phra That Chang Kham, der im Jahre 1547 im Sukhothai-Stil erbaut wurde. Dieser eindrucksvolle Wat wird auch nicht ohne Grund als "der von Elefanten getragene Tempel" bezeichnet. Auf jeder Seite stützen je sieben Elefanten unter der zweiten Lage der Basis den Chedi. Diese Bauverzierung war auch in Sukhothai, Si Satchanalai und Kamphaeng Phet sehr beliebt. Der Wat beherbergt eine 145 cm hohe und sehr schöne sitzende Buddha-Figur, die aus purem Gold sein soll. In den Jahrhundertlangen Wirren von Kriegen war diese Buddha-Figur lange verschollen. Erst 1955 wurde sie zufällig von dem amerikanischen Archäologen Giswold entdeckt, als bei der Untersuchung des Inneren des Wat, Putz sich löste und der goldene Buddha zum Vorschein kam. Es wird vermutet, das Mönche die Buddha-Figur vor den Raubzügen der Burmesen versteckt hatten und dann vergessen wurde. Auch gibt es hier einige alte Wandmalereien. Weiterhin, ebenfalls im Sukhothai-Stil erbaut, kann man zwei schöne "gehende" Buddhas und einen "stehenden" Buddha vor dem Hauptaltar bewundern. Inschriften bezeugen zudem, daß ein früherer Nan-Prinz im Jahre 1547 den Viharn errichten ließ, und die Statue im gleichen Jahr aufgestellt wurde.

Wat Phumin

Keine hundert Meter weiter westlich liegt der Wat Phumin. Der wat wird auch als der schönste und ursprünglichste Wat in Nan bezeichnet. Die Klosteranlage wurde 1596 von einem Fürsten namens Chatabut Phumin errichtet, und zwischen dem 19. und 20.Jjahrhundert mehrmals aufwendig restauriert. Das Markenzeichen sind vier orange Löwenfiguren die die vier Tore bewachen, die Architektur und die kunstvolle Dachkonstruktion. Im Innern sieht man schön geschnitzte und bemalte Holzsäulen und Holztüren und eine ebenso schön bemalte Decke Am berühmtesten sind jedoch die alten Wandmalereien im Wat. Sie zeigen einem Eindrücke aus dem Leben Buddhas und wie man sich die buddhistische Hölle vorstellt. Weiterhin sieht man alltägliche Szenen von Einheimischen, wie sie auf dem Reisfeld arbeiten, bei der Jagd sind oder Fische fangen. Interessant sind auch einige Abbildungen westlicher Besucher, wie französische Diplomaten, die ja einst da benachbarten Laos besetzten, aber auch westliche Priester. Im zentralen Reliquienschrein befinden sich vier sitzende Buddha-Statuen, die sich einander den Rücken zuwenden und so in die vier Richtungen des Raumes blicken.

Wat Ming Muang

Geht man ungefähr 150 Meter in nördlicher Richtung, findet man diesen ungewöhnlich reich mit Stuckverzierungen geschmückte Wat Ming Muang ist der jüngst erbaute Wat in der Stadt. Die hier angebrachten vielen Stuckverzierungen wirken schon fast verspielt. Sehenswert sind die Wandmalereien im Innern des Wat, die das Leben in der Stadt, auf dem Land und im Palast wiedergeben. Auf dem Areal des Wat steht auch der Lak Muang, der Grundstein der Stadt.

Wat Praya Phu

Unscheinbar und verschlossen wirkt dagegen der Wat Phya Phu, der 1426 erbaut wurde. Man findet ihn etwa 100 Meter südlich vom Wat Phra That Chang Kham entfernt, gegenüber der Polizeistation. Von Weiten sieht man schon die alten Farbschichten, und ein alter verzierter Haupteingang ist bei der Vielzahl der Wats nicht gerade einladend. Aber dennoch, sollte jeder einen Blick ins Innere schweifen lassen. Zwei lebensgroße, gut erhaltene Sukhothai-Buddhas zeugen auch hier von einer langen Geschichte des Wat. Diese Statuen wurden von damaligen Nan-Prinzen aufgestellt. Die Mönche, die in diesen Wat leben, sind aufgeschlossen und hilfsbereit. Eine kleine Spende für den Erhalt des Tempels ist immer passend. Sie trägt sehr zum Erhalt des Tempels bei.

Wat Suan Tan

Ebenfalls im 15.Jahrhundert wurde dieser Wat errichtet, der von der Bauweise her Ähnlichkeit mit einem Khmer-Tempel aufweist. Man findet diesen Wat am nördöstlichen Ortsende der Stadt. Sein Markenzeichen ist ein 40 Meter hoher weißer Prang (Tempelturm) mit der verehrten Buddha-Satue, die den klangvollen Namen Phra Khao Thong Thitaya hat. Diese Figur hat auch einen besonderen geschichtlichen Hintergrund. Es wird überliefert, das 1450 König Tikota von Chiang Mai die kleine Stadt Nan eroberte. Er gab den Bewohnern den Befehl, innerhalb von sieben Tagen einen genügende Metallmenge zu sammeln, um eine Buddha-Statue anzufertigen. Als die geforderte Menge unter Mühen aufgebracht wurde, bekamen die dort lebenden Sukhotha-Künstler eine Frist von nur 100 Tagen, um die Statue zu gießen. Nach der geglückten Fertigstellung verlieh König Tikoka der Statue den klangvollen Namen Phra Khao Thong Thitaya.

Wat Phra That Chae Haeng

Gegenüber vom Wat Suan Tan in südöstlicher Richtung thront auf einem Hügel der Wat Chae Haeng. Der Name des Tempels, "die Dürstenden zu laben", bezieht sich auf ein Ereignis in Buddhas Leben, von dem gläubige Leute behaupten, es sage voraus, daß dieser Platz Reliquien beherbergen würde. Ein lange Treppe führt zu diesem schöne Wat, der sich auf dem baumreichen Hügel, den Mount Phubiang, befindet. Dieser Wat stammt aus dem 14. Jahrhundert, und neben einer schönen Aussicht ist hier ein vergoldeter Chedi zu bewundern, den über 50 Meter hohen Phra That Chae Hang Chedi.

Weitere Tempel

Der Wat Phayawat liegt am westlichen Ortsausgang und hat als Besonderheit einen Chedi in der Form einer steilen Pyramide aufzuweisen, und etwa 300 nördlich davon gibt es noch den kleinen Wat Phra That Khao Noi und im äußersten Nordosten den Wat Chang Puak.

Das Nan National Museum

Das kleine und interessante zweistöckige National Museum von Nan liegt im Stadtzentrum, an der Phakwang Road. Hier erhält man interessante Einblicke von der Geschichte des einstigen Königreiches Nan und der Entwicklung der Stadt. Das Gebäude ist ein ehemaliger Palast aus dem Jahre 1903 und diente zuletzt als Ruhesitz der letzten beiden Prinzen des ehemaligen Königreich Nan. Die Ausstellungsstücke sind in Englisch und Thai beschriftet, ebenso sind die Erklärungen zu den Exponaten in Englisch und Thai. Ausgestellt werden u.a. Exponate der verschiedenen ethnischen Volksgruppen in der Nan-Provinz, Buddhastatuen verschiedener Epochen, einheimische Keramik, Kleidungsstücke sowie im zweiten Stock einen etwa 300 Jahre alten Elefantenstoßzahn, von denen die Einheimischen behaupten, das dieser magische Kräfte hätte. In früheren Zeiten gehörte es zu den wertvollsten Requisiten der Herrscher von Nan.

Öffnungszeiten: täglich außer Dienstag, Freitags, und Feiertags. Von 9-12 Uhr und 13-16 Uhr, Eintritt 50 Baht.

Phra-Tup-Waldpark

Doch es gibt nicht nur Tempel zu besichtigen, sondern vielmehr sollte die Stadt Nan als ideale Basis gedacht sein. Um die umliegenden Gebiete der Region zu besichtigen. So gibt es den Phra-Tup-Waldpark, der etwa 12 km vom Stadtkern entfernt ist, und unmittelbar an der Landstraße 1080 liegt. Im Park selber gibt es nicht nur eine artenreiche Flora und Fauna zu erkunden, sondern auch einige interessante Höhlen, die nur mit einem einheimischen Führer besichtigt werden sollten. Weitere sehenswerte Höhlen befinden sich rund 60 km von Nan entfernt in der Nähe der kleinen Stadt Wiang Sa. Es sind die Höhlen Tham Pha Mong und Tham Pha Wiang, mit wunderschönen Stalaktiten und Stalagmiten. Festes Schuhwerk, warme Kleidung und auszureichendes Filmmaterial ist bei der Besichtigung angebracht.

Verkehrsverbindungen

Mehrmals in der Woche gehen Flüge von Bangkok und Chiang Mai Richtung Nan. Die Abflugzeiten sind regelmäßig, aber nicht immer gebunden. Der Flug ab Bangkok kostet rund 2500 Baht und der Flug ab Chiang Mai rund 1250 Baht.

Günstiger kann man mit einem Bus vom Busbahnhof Nord in Bangkok fahren, wobei eine Strecke von rund 750 km überwunden werden muß. Die Preise variieren je nach Strecke und Busart, deshalb sollte man sich über aktuelle Preise und Abfahrtszeiten in diverse Reisebüros oder direkt am Busbahnhof erkunden.

Zum Schluss möchte ich noch auf ein bewegtes Fest hinweisen.

Bootsrennen-Fest in Nan

Gegen Ende der Regenzeit, wenn der Wasserspiegel der Flüsse besonders hoch ist, finden im ganzen Königreich Bootsrennen statt. Am bekanntesten sind die Rennen in Nan. Am letzten Wochenende im Oktober erwacht die Stadt dabei für zwei Tage aus ihrem Schlaf. Schon früh am Samstagmorgen herrscht überall emsiges Treiben. Unzählige Marktstände werden aufgebaut, schmackhaftes Essen verkauft und Souvenirs angeboten.

Bevor mit dem Rennen begonnen wird, findet eine Prämierung der schönsten Boote statt. Die meisten Bugs, der aus über 50 Jahre alten Teakholz gefertigten Boote, sind mit einer Figur aus der thailändischen Götterwelt geschmückt. Häufig sieht man die siebenköpfige Naga-Schlange, Affen und Nachbildungen der königlichen Sri Suphanna Hong-Barke (Goldener Schwan). In den buntbemalten Booten sitzen 30 bis 40 Ruderer, ein Steuermann und ein Mann der den Takt angibt. Das Rennen beginnt am Nachmittag und ist der Höhepunkt des Festes. Mehr als 40 Mannschaften kämpfen dabei in drei Kategorien um den Titel des Champions.

Nicht alle Boote erreichen immer die Ziellinie und jedes Jahr nehmen ein paar Ruderer unter schadenfrohem Gelächter der begeisterten Zuschauer ein unfreiwilliges Bad. Doch nicht nur die schönsten und schnellsten Boote werden ausgezeichnet. Sogar das fröhlichste Ruderteam bekommt eine Anerkennung, wobei dies auch mal die Mannschaft des eben gekenterte Boot diese Anerkennung erhalten kann. Seit einigen Jahren gibt es das Marathon-Bootsrennen, die über eine Distanz von 60 km vom Tha Wang Pha Distrikt zum Muang Distrikt führen.

Nach der Preisverteilung wird fröhlich weitergefeiert. Der bunte Jahrmarkt mit Wahrsagern, Boxkämpfen, Akrobaten, Fußballspielen, Filmvorführungen, zahlreichen Essenständen und Marktständen sorgen dabei für ausreichende Unterhaltung. Die Bootsrennen von Nan werden auch immer häufiger von Touristen besucht.

 
 
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