Mae Sot Abseits der Touristenpfade
Mae Sot ist eine thailändich-burmesisch geprägte Stadt in der Tak-Provinz, 80 km westlich der Stadt Tak gelegen. Die gebirgige, waldreiche Berglandschaft um Mae Sot herum ist ein Typisches Merkmal dieser Region. Große Reis- und Baumwollfelder vervollkommen das ganze Landschaftsbild. Nur fünf Kilometer westlich von Mae Sot bildet der Maenam Moei die Grenze zu Burma.
Bis Anfang der achtziger Jahre gab es hier auch eine Brücke als Grenzübergang, sie wurde jedoch in den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den sogenannten Karen-Rebellen, die für einen unabhängigen Staat kämpfen, und den burmesischen Regierungstruppen vollkommen zerstört. Seitdem transportieren kleine Boote Menschen und waren über den Fluss, der Ende der Trockenzeit meist so wenig wasser mit sich führt, dass er sogar durchwatet werden kann.
Der Grenzfluss erhält regelmäßig eine politische Dimension, da die Karen, die das burmesische Grenzgebiet westlich von Mae Sot weitgehend kontrollieren, seit Jahren einen harten Unabhängigkeitskampf gegen die Regierung in Rangoon führen und ihre Versorgungsgüter über Städte wie Mae Sot besorgen.
Mancher Tourist mag vielleicht zu der Erkenntnis kommen mal eben burmesischen Boden zu betreten. Doch wer kein Visum für solch einen Kurzausflug besitzt, sollte solch ein Unterfangen lieber bleiben lassen. Denn wer auch nur wenige Meter thailändisches Territorium verlässt, verletzt automatisch die Ein- und Ausreisebestimmungen beider Länder. Dies könnte zum Schluss eine komplizierte Situation ergeben, die im günstigsten Fall mit einer deftigen Geldstrafe und im schlechtesten Fall mit einer Gefängnisstrafe und Spionageverdacht endet, wobei nicht unbedingt gesagt ist, dass es ein thailändisches Gefängnis ist! Zuletzt sei noch angemerkt, dass es auf der burmesischen Seite wirklich nichts zu sehen gibt, was Sie nicht auch mit einem Fernglas sehen könnten!
Wie andere Grenzstädte profitiert auch Mae Sot durch viele Handelsgeschäfte und einem größeren Schwarzmarkt von der derzeitigen Mangelwirtschaft des Nachbarlandes. Schon in den Morgenstunden ziehen viele Burmesen durch die Stadt, um die Dinge zu beschaffen, die in ihrer Heimat kaum erhältlich sind. Dabei werden in erster Linie Tauschgeschäfte gemacht, da die Burmesen über weniger Kapital verfügen. Die burmesische Währung wird hier weniger geschätzt, da von geringen Wert.
Tauschobjekte sind hauptsächlich kunsthandwerkliche Gegenstände wie Korbwaren, Holz- und Lackarbeiten, Textilien, sowie der verbotene Schmuggel von Jade, Edelsteinen und Teakholz. Dafür kaufen die Burmesen Lebensmittel, elektronische Haushaltsgeräte und japanische Motorräder. Die wenigen ausländischen Besucher kommen meistens von Tak aus nach Mae Sot, um auf diesem Grenzmarkt vorwiegend günstig burmesisches Kunsthandwerk zu kaufen. Hier werden überwiegend dem ausländischen Besucher sehr preiswert Saphire, Antiquitäten und Jade-Buddhas hinter vorgehaltener Hand angeboten. Doch hier ist Vorsicht geboten. Zum einen sind die ,zum Teil vorzüglichen, Fälschungen erst dann als solche erkannt, wenn es zu spät ist, und zum zweiten ist die Ausfuhr von Antiquitäten gesetzlich verboten. Wer an der Grenzkontrolle erwischt wird, wird seine Ware los und zahlt!
Dieser grenznahe Handel und Schmuggel verstößt natürlich gegen die Gesetze beider Länder, dennoch funktioniert der Handel nicht zuletzt wegen der wohlwollenden Abwicklung durch die Zöllner beider Länder recht reibungslos. Im Grunde genommen profitieren beide Seiten davon, und die Händler und Käufer aus Burma erhalten sogar einen Einblick in die westliche Marktwirtschaft. Am interessantesten ist jedoch das bunte Völkergemisch auf den Straßen und auf den Märkten. Hier plaudern, tauschen, kaufen und verkaufen friedlich nebeneinander Karen und Shan in ihren typischen buntbestickten Jacken, Burmesen in ihrer Landestracht, Inder in ihren wallenden Gewändern und mit ihren Turbanen sowie geschäftstüchtige Thais und Chinesen mit modernen Handtelefonen. Alle hoffen tagtäglich, dass die Geschäfte weiterhin florieren.
Im Ort gibt es wenige Hotels der einfachen und guten Mittelklasse. Nähere Auskünfte erteilten diverse Touristenbüros im Lande. Kurzausflügler haben in der Regel keine Schwierigkeit, ein freies Zimmer zu bekommen.
Es gibt hier eine Filiale der Thai Farmers Bank, ein kleines Post Office sowie einige Restaurants. Empfehlenswert ist das Porn Thep Hotel Restaurant in gleichnamigen Hotel. Neben guten thailändischen Gerichten wird hier auch das amerikanische Frühstück angeboten.
Anreisemöglichkeiten
Mae Sot erreicht man am bequemsten mit dem Flugzeug. Der Flughafen liegt etwa 2 km westlich der Stadt. Ein Pendelbus bringt einem in die Stadt bzw. warten immer Taxis auf Kundschaft. Anstrengender ist die Busfahrt von Bangkok aus. Zweimal täglich fahren Busse Richtung Mae Sot. Die Fahrzeit beträgt mindestens 10 Stunden, wobei ich nur die Benutzung eines Aircon-Busses dringend empfehlen kann. Man sollte immer etwas zum Essen und Trinken auf der Reise mitnehmen.
Von Tak aus braucht ein Bus rund 90 Minuten bis Mae Sot
Eine Anreise mit eigenen PKW sollte nur in Begleitung eines kundigen Fahrer unternommen werden.
Da der Ort kaum Sehenswürdigkeiten aufweist, empfiehlt sich Mae Sot auch für Erkundigungen der nahen gebirgigen Grenzgebiete mit ihren landschaftlichen Liebreiz, Besuche von Stammesdörfern oder als Basis für Trekkingausflüge.
Anzumerken sei hier zum Schluss, dass die zunehmende Touristenzahlen sich auch negativ auf die intakten kleinen Dorfgemeinschaften auswirken. Dies wirkt sich bereits soweit aus, dass einzelne Dörfer abhängig vom verkauf diverser Handarbeiten an Touristen gewordne sind. Gründe sind dafür das Abwandern der jüngeren Generation in die Großstädte, der zunehmende Bedarf an modernen Haushaltsgeräten und Motorräder sowie der kaum gewinnbringende Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten. |