Kürzlich teuer renoviert - jetzt abgerissen
Das Regent-Marina wird geschleift und weicht einem riesigen 5-Sterne-Hotel
Der Abbruch des 222-Zimmer Hotels Regent Marina im Norden der Stadt hat begonnen. Dies obwohl es vor rund zwei Jahren noch für 80 Millionen Baht renoviert worden ist. Es weicht einer Nobelherberge mit 600 Zimmern, die in drei Jahren eröffnet werden soll. Das Regent Marina war immer ein guter Gradmesser für Pattayas Verfassung. Wir schauen zurück auf die wechselvolle Geschichte dieses Hotels. Im unteren Teil des Areals befand sich früher übrigens auch einmal der Busbahnhof.
Das 222-Zimmer Hotel im äussersten Norden der Stadt war während seiner wechselhaften Geschichte immer ein guter Gradmesser für Pattayas Verfassung.
Das vor 22 Jahren in der ersten Euphorie gebaute Regent-Marina war damals mit seinen vier Sternen eines der führenden Hotels Pattayas. Ein thailändischer Investor hatte das Hotel mit Massage Salon vor allem auf westliche Urlauber ausgerichtet und mit Bankkrediten hochgezogen. Wenig Kompetenz in der Hotellerie führte zu stetig rückgängigen Besucherzahlen. Schliesslich fehlten dem Inhaber die Mittel, das Haus Instand zu halten und zu renovieren. So verlor das Regent Marina immer mehr an Klasse und wurde schliesslich zur Billigabsteige für chinesische Reisegruppen. Im Jahre 2000, kurz vor der Schliessung, konnten Langzeitaufenthalter ein Zimmer für monatlich 7.000 Baht bekommen.
Schliesslick trat der Singapur/Chinese mit Thai Staatsbürgerschaft, Mr. Chayot Lee, auf den Plan und erwarb die Immobilie und das 21 Rai grosse Grundstück zwischen Second und Beach Road von einer Bank. In kürzester Zeit renovierte er das Haus für rund 80 Millionen Baht und machte es vor genau zwei Jahren dem Publikum wieder zugänglich.
Zum Anwesen gehörten auch 94 recht baufällige Shophäuser und im oberen Teil das stadtbekannte (alte) Bruno`s. Der Schweizer Inhaber Fredi Schaub mit dem guten Riecher machte bei der Mietverdoppelung jedoch nicht mit, schloss Ende September 2003 sein Gourmet-Restaurant, um es nur zwei Wochen später am anderen Ende der Stadt auferstehen zu lassen. Die Immobilie blieb schliesslich ein gutes Jahr leer und beherbergt jetzt einen Fitness Club (siehe auch Seite 4). Die zur Beach Road hin liegenden Shophäuser standen zu passablen Konditionen zur Miete feil, und weil in der Stadt mal wieder Euphorie herrschte und die Lage sowie die Versprechungen des Inhabers gute Geschäfte verhiessen, gingen diese recht bald an emsige Geschäftsleute weg.
Was darauf folgte, war in den vergangenen Wochen in fast allen Printmedien der Stadt zu verfolgen. Ein Kampf von Kleinunternehmern gegen Grosskapital. Die durch den gewaltigen Neubau und weitere Schikanen gebeutelten Gewerbetreibenden verhielten sich unterschiedlich. Je nach Lage sind die Behinderungen der Geschäfte unterschiedlich. So stellten einige die Mietzahlungen ein, andere erhielten recht namhafte Entschädigungen und verliessen ihre teuer ausgebauten Einheiten, andere harren der Dinge und betreiben ihre Betriebe so gut es geht.
Nach wochenlangen Vorarbeiten wurde nun am 17. August mit den Abrissarbeiten des 222 Zimmer-Hotels begonnen. Es wird dem Erdboden gleich gemacht und weicht einem 5 Sterne Bau mit 22 Etagen. Diese Luxus-Herberge soll in drei Jahren mit seinen 600 Zimmern ein weiteres Zeugnis von Dynamik und Grösse des Seebades abgeben.
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