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Thailand Info · Die Thailändische Königsfamilie
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Aktuelle Thailand Infos und News

Eine königliche Liebesgeschichte

Der Mrigadayavan Palast: Ein Ort der Liebe und der Hoffnung

Im April dieses Jahres wurde die hundertste Wiederkehr des Geburtstages von Phra Nang Chao Suvadhana Phra Vora Raja Devi, der Gemahlin des Königs Vajiravudh, Rama VI, gefeiert.

Als vierte Ehefrau des Königs war sie das letzte Mitglied des königlichen Haushalts, das am 10. August 1924 zur Chao Chom (königlichen Gemahlin) ernannt wurde. Diesen Titel trug sie, bis sie am 11. November 1925 zur Phra Nang Chao erhoben wurde.
Phra Nang Chao Suvadhana war die Mutter des einzigen Kindes des Königs Vajira-vudh, Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Bejraratana Rajsuda.

Phra Nang Chao wurde am 15. April 1905 geboren und hieß Tew Abhaiwongse. Die Sterne müssen gut für sie gestanden haben in einer Zeit von etwa eineinhalb Jahren vom April 1924, als König Vajiravudh sich zum ersten Mal in seinen Sommersitz, den Mrigadayavan Palast in Hua Hin zurückzog, bis November 1925, als der König starb. Es war ihre gemeinsame Passion für das Theater und die Künste, die sie in dem Som-merpalast zusammenbrachte, der später der ‘Palast der Liebe und der Hoffnung’ genannt wurde.

Ein Besuch des Mrigadayavan Palastes wäre unvollständig, ohne einen Blick auf die geschichtlichen Ereignisse - und die Palast-Intrigen - zu werfen, die sich innerhalb der Teakholzwände und der endlosen Korridore abgespielt haben, die die einzelnen Gebäude miteinander verbinden.

Es war im Mrigadayavan Palast, wo der König die Zeit fand, sich seiner Passion für Literatur und Theater zu widmen. Er war ein äußerst produktiver Autor, der mehr als 1.000 Gedichte und Bühnenstücke mit romantischen und nationalistischen Themen geschrieben hat.

Es war außerdem ein leidenschaftlicher Wunsch des Königs, einen Thronfolger zu zeugen, und so wurde er von Königin Indra-sakdi Sachi nach Hua Hin begleitet, wo sie beide wunderbar frische Luft atmen konnten, die sicherlich gesunder war als die der stickigen Umgebung des Großen Palastes in Bangkok. Die Königin war im Laufe der Zeit viermal schwanger geworden, doch unglücklicherweise kamen all ihre Schwangerschaften zu einem vorzeitigen Ende.

Im Palast wurden regelmäßig Bühnenstücke aufgeführt, in denen der König oftmals selbst mitspielte, aber meistens nur in kleinen Nebenrollen. Für diesen Zweck war die an allen Seiten offene Samosorn Se-wakamart Halle gebaut worden.

Es war während einer dieser Aufführungen, nämlich des königlichen Schauspiels Phra Ruang am 10. Juni 1924, dass der König die Bekanntschaft der Schauspielerin Tew Abhaiwongse machte.
Seit dem Tod ihrer Mutter war Tew von ihrer Großmutter, Thao Sri Sundorn-nath, aufgezogen worden, die die Direktorin der königlichen Theatertruppe im Großen Palast war.

Sie hatte daher eine gute Ausbildung in klassischer Musik und als Sängerin genossen und hatte bereits mehrmals in den vom König geschriebenen Bühnenstücken mitgespielt. Bei diesem speziellen Anlass in Hua Hin spielte sie die Rolle einer Magd von Nang Chan, während König Vajiravudh die Rolle des Nai Mun Puen Yao übernahm, der mehrmals mit den Mägden sprechen musste.

„In einer der Szenen musste die Magd (Tew) das Gesicht des Nai Mun Puen Yao berühren, etwas das am Hofe zu einem Aufruhr führte“, erzählte Thanpuying Putrie Vira-vaidya, die stellvertretende Sekretärin Seiner Majestät des Königs, während eines besonderen Besuches des Palastes, der von der True Corporation organisiert wurde.

„Königin Indrasakdi Sachi rief die Höflinge und die jüngeren Mitglieder der Königsfamilie unter den Zuschauern auf, die Vorführung durch lautes Fußstampfen zu un-terbrechen. Der König war über das Benehmen seiner Königin zutiefst empört und beantwortete den Lärm mit den Worten:
„Euer schändliches Verhalten ist eine Blamage“.

Es erübrigt sich wohl zu erwähnen, dass der König von dem Moment an kein gros-ses Interesse mehr für Indrasakdi Sachi zeigte, und ihr Verhalten kostete sie später ihren Titel Phra Baromma Rajini. Statt-dessen wurde die junge Tew das Zentrum der Aufmerksamkeit des Königs. Mit ihrem ausgeglichenen Temperament und ihrer Fähigkeit, auch unter widrigen Umständen nach außen hin ihre Freundlichkeit zu wahren, gewann sie die Sympathie des Königs, und es dauerte nicht lange, bevor er ihr den Namen ‘Suvadhana’ verlieh.

Der König brachte sie im Parusakawan Palast in Bangkok unter, und von der Zeit an war sie seine ständige Begleiterin beim Tee im Phyathai Palast oder bei seinen Diners in der Boromabiman Thronhalle im Großen Palast.

Am 10. August 1924 wurde Fräulein Su-vadhana zur Chao Chom Suvadhana er-nannt, zur königlichen Gemahlin. Noch am selben Tag wurde in der Boromabiman Thronhalle die offizielle Vermählungsze-remonie abgehalten.

Auf einem Foto, das von dem Hoffotografen Narasingh Studio aufgenommen wurde, ist die schüchterne Braut in einem eleganten Hochzeitskleid im Gatsby-Stil zu sehen, am Arm eines zufrieden lächelnden Monarchens, gefolgt von zwei Pagen mit dreieckigen Hüten. Sie stiegen die Treppe des Palastes hinunter und gingen durch ein Spalier von 80 Gardeoffizieren, die mit ihren Schwertern einen Bogen bildeten und dem Königspaar ‘Chaiyo’ zuriefen.

Im September und Oktober des Jahres 1924 stattete König Vajiravudh Singapur und Malaysia einen offiziellen Staatsbesuch ab, wobei er von Chao Chom Suvadhana begleitet wurde. Während dieser Reise erwies sie sich als eine äußerst ausgeglichene und präsentabele Person, selbst bei königlichen Banketten, wie dem des Su-latans von Johore.

Als das Königspaar während der Rückreise in Songkhla übernachtete, verlieh der König seiner Frau die höchste Auszeichnung des Landes, die König-Vajiravudh-Medaille Erster Klasse, als ein Zeichen seiner Zufriedenheit über ihr vorbildliches Verhalten.

Im April 1925 zog der König sich abermals in den Mrigadayavan Palast zurück. Als Chao Chom Suvadhana am 15. April ihren 20. Geburtstag feierte, veranstaltete der König eine religiöse Feier in der Samosorn Sewakamart Thronhalle, an der mehrere Mit-glieder der königlichen Familie teilnahmen, darunter auch Prinz Prajadhipok, der später als König Rama VII den Thron besteigen sollte. Alle Gäste erhielten als Geschenk eine Sonderausgabe von speziell ausgesuchten literarischen Werken des Königs. Seine Majestät setze auch Schildkröten im Mrigadayavan-Reservat aus, was ein Symbol eines langen Lebens darstellen sollte.

Als ein persönliches Geschenk an seine Frau schrieb der König auch eine zweistrophige Segnung in Gedichtsform. Das auf Papier mit königlichen Insignien geschriebene Gedicht unterzeichnete der König mit ‘Rama Vajiravudh, Mrigadayavan, 15. April 1925’.

Das nächste abendliche Bankett fand in der Samudra Biman Halle statt, und an dessen Anschluss wurde das Bühnenstück des Königs Thao Saen Pom aufgeführt.

Während dieses Aufenthalts im Mrigadayavan Palast wurde Chao Chom Suvadhana in Privatquartieren untergebracht, die auf derselben Etage der Gemächer des Königs lagen. Der Aufenthalt in der Sommer-residenz erstreckte sich über zwei Monate, und es war leider das letzte Mal, dass der König sich in dieser Residenz aufhielt, die er so liebte.

Bald wurde es Oktober (1925) und alle Anzeichen sprachen dafür, dass Chao Chom Suvadhana, die nun hoch schwanger war, bald ihr Kind zur Welt bringen würde, was den König hoch erfreute, denn er hatte noch immer keinen Thronfolger. Am 5. Oktober schrieb er ein Wiegenlied für sein ungeborenes Kind.
Einige Tage später, am 11. Oktober, wurde Chao Chom Suvadhana zur Phra Nang Chao Suvadhana Phra Vora Raja Devi ernannt, als Anerkennung für ihre Loyalität dem Thron gegenüber und dafür, dass sie durch die erwartete Geburt des neuen Prinzen das Königsgeschlecht aufrecht erhalten würde.

Der König beaufsichtigte persönlich die Vorbereitungen für die Überführung von Phra Nang Chao Suvadhana in die Thepsathan Bilas Thronhalle im Großen Palast, in der Hoffnung, dass sein Kind am selben Ort zur Welt kommen würde, an dem er selbst geboren wurde.

Leider wurde König Vajiravudh am 11. November plötzlich krank.

Am 23. November hatte sich sein Gesundheitszustand so sehr verschlechtert, dass man nicht sicher war, ob er die Geburt seines Kindes noch miterleben würde.

Am 24. November, um 12:55 Uhr schenkte Phra Nang Chao Suvadhana einem kleinen Mädchen das Leben.

Am Nachmittag des folgenden Tages wurde das Baby ans Bett des kranken Königs gebracht. Obwohl er nicht zum Sprechen fähig war, nahm er das Kind zur Kenntnis, indem er ihm seine Hand auf den Kopf legte.

Noch am selben Abend schlief der König in der Chakrapadi Biman Thronhalle des Großen Palastes ein.

Die kleine Prinzessin erhielt von König Prajadhipok den Namen ‘Ihre Königliche Ho-heit Prinzessin Bejraratana Rajsuda’. Phra Nang Chao widmete den Rest ihres langen Lebens der Erziehung und der Bildung iher königlichen Tochter, und der Fortführung ihrer Pflichten als ein Mitglied der königlichen Familie.

Sie starb am 10. Oktober 1985 im Alter von 80 Jahren.

 
 
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