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Indochina · Thailand als Tor nach Indochina
Letzte Aktualisierung: 23.10.2010
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Malaysia – das Geheimnis des Tesak Bera Sees

Die atemberaubende Seekette von Tasik Chini

von Wilfried Stevens ©

Im südwestlichen Winkel des Bundesstaates Pahang in Malaysia gibt es die Seekette Tasik Chini (auch Tasak Chini). Diese Seekette besteht aus insgesamt 12 Seen, die größtenteils von Dschungel umgeben sind, und auf denen an vielen Stellen riesige Lotosblüten schwimmen. Die Seekette ist ein Teil des größten Süßwassersumpfgebiet auf der Halbinsel Malaysia, deren Größe mit rund 53.000 Hektar (rund 530 qkm) angegeben wird.

Einer dieser Seen ist der geheimnisvolle rund 200 Hektar große Tesak Bera (auch Tasik Bera oder Bera See), der auch als See der wechselnden Farben bezeichnet wird. Deshalb, weil es an einigen Stellen des Sees dicke Torfschichten gibt, die bis zum Grund des Sees versunken sind und dadurch das Wasser teilweise weinrot verfärben. 1994 wurde der Tasek Bera zum Wasserschutzgebiet erklärt. Seine Tiefe wird mit mindestens 150 Meter geschätzt, ist aber nicht genau bekannt. Der in der Nähe des Tasek Bera gelegene Dschungel ist ein noch intakter und wenig erforschter großer Primärwald, der zu den ältesten Wäldern der Welt gehören soll, wo noch unerforschte Pflanzen- und Tierarten vermutet werden. Als Primärwald bezeichnet man einen Naturwald, der nur sehr geringen menschlichen Einflüssen ausgesetzt ist.

Die hiesigen Eingeborenen, die Orang Semelai (auch Semelai Orang Asli), die vor Jahrhunderten aus Kambodscha einwanderten, leben schon seit vielen Generationen am See. Nach einer alten Legende soll hier ein Seemonster seit Jahrhunderten über eine versunkene Khmer-Stadt am Grunde des Sees wachen. Einst soll die Stadt den Namen Stadt des Goldes gehabt haben, und weil die Einwohner die Naga verehrten, wurde eine Naga Schlange zum Hüter der Stadt. Nur eine Legende ? Schon manche alte Stätten wie z.B. Troja (Türkei), Maccu Picchu (Peu) und Petra (Jordanien) waren auch einst nur Legenden und haben sich als Realität erwiesen. So wäre es durchaus möglich, doch eines Tages Übererste der einstigen Stadt in der Nähe oder am Grunde des Sees zu finden.

Die Orang Semelai behaupten, dass das Seemonster wie eine riesige gehörnte Schlange aussieht und sich an ihrem Körper viele Höcker befinden. Der Kopf soll ebenfalls Hörner haben. Wenn sie sich aus dem Wasser erhebt, stößt sie einen traurigen, trompetenartigen Schrei aus, der einem Angst einjagt. Sie sind davon überzeugt, das es sich um eine Naga handelt. Obwohl Naga auch eine Bezeichnung für einen Drachen ist, wird Naga in erster Linie als eine mythische Schlange bezeichnet, die auch in Thailand ebenfalls als naga oder nag bekannt ist. Somit verfügt Malaysia über ein eigenes Nessie.

Als britische Soldaten in den 40er und 50er Jahren, während des kommunistischen Aufstandes auf dem See patrouillierten, wollen sie auch das Seemonster gesehen haben, und aus Furcht beschossen und mit Granaten beworfen haben. Um sich nicht lächerlich zu machen, wurde dann behauptet, es h’tte sich um ein sehr großes weißes Krokodil gehandelt. Von den Orang Semelai wurde dies nur immer belächelt, schließlich sei dies den Ausländern eingefallen, um den Mythos zu erklären.

Die Tiefe des Sees ist wie der Primärwald auch heute noch fast unerforscht. Es gibt noch einige verschollene alte Stätten der Khmerzeit, so das es durchaus möglich wäre, das es am See tatsächlich mal eine alte Stadt der Khmer oder sogar eine ältere Stadt gegeben haben mag, die in Verbindung mit einem Schlangenkult gebracht werden könnte. Die Könige des ersten kambodschanische Königreich, das auch mit dem altem Funan-Reich im Verbindung gebracht wird, nannten sich alle Naga-Könige. Die Naga Schlange war und ist heute noch in Südostasien eine heilige mythische Gestalt.

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Forscherdrang des Menschen auch hier mit Kleinst-U-Booten das Rätsel des Sees und mit einer guten Ausrüstung vielleicht auch die Rätsel des Waldes lüften wird. Parallel dazu wurde ja auch vergeblich das Loch Ness in Schottland untersucht. Sollte es kein Mythos sein, dann bleibt die begründete Angst, sollte tatsächlich solch ein legendäres oder unbekanntes Tier überlebt haben, oder gar eine einst überlebende Dinosaurierart, dass es von Wissenschaftlern oder Geschäftemachern gejagt wird und zum guten Schluss in einem Labor verschwindet.

Die Krypto-Zoologie, die Lehre von Tieren, die unbekannt sind und vielleicht aus der Urzeit stammen und im Verborgenen überlebt haben (griech: Kryptos = geheim, versteckt), versucht ebenfalls das Geheimnis zu lüften und gegebenenfalls das Tier zu schützen oder deren Überreste zu sichern. Dabei ist der Krypto-Zoologie u.a. schon die Entdeckung des als Millionen Jahre ausgestorbenen Quastenflossers und anderer Tiere geglückt. Weiterhin wurden unzählige unbekannte Pflanzen- und Insektenarten in Südamerika und Asien entdeckt. Die Geschichten um das Seemonster werden jedenfalls nicht direkt als Phantasie abgewertet, solange nicht das Gegenteil beweisen wurde. Aber da das Tier seit dem Beschuss durch die Briten in den 50er Jahren nicht mehr gesichtet worden ist, könnten zumindest Überreste zu finden sein.

 
 
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