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Letzte Aktualisierung: 22.10.2011
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Die Geschichte von Königin Sirimadi als symphonische Musik

Weltpremiere zum Jubiläum „80 Jahre Thailändisch-Schweizer-Beziehungen“

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 80-jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Thailand und der Schweiz führen die Cellistin Pi-Chin Chien und das Thailand Philharmonic Orchestra (TPO) die Weltpremiere des Stückes „Sirimadi“ auf, ein außergewöhnliches Cello-Konzert, das vom renommierten Schweizer Komponisten Fabian Müller eigens für diesen ehrwürdigen Anlass komponiert wurde.

Bereits im Februar reiste Fabian Müller nach Bangkok. Doch nicht etwa, um einen entspannten Urlaub unter der Sonne Thailands zu verbringen: „Meine Frau, die Cellis-tin Pi-Chin Chien und der weltbekannte Cellist Antonio Meneses, Gewinner des Tschaikowsky-Wettbewerbes und langjähriger Cellist des Beaux-Arts-Trio, spielten zusammen mit dem Thailand Philharmonic Orchestra (TPO) und unter der Leitung des Ersten Gastdirigenten Claude Villaret «Dialogues Cellestes», ein Doppelkonzert für zwei Violoncelli und Orchester“, erklärt der Komponist sein erstes Projekt auf thailändischem Boden. Mit Erfolg: „Aus der wunderbaren Zusammenarbeit und dem großen Enthusiasmus, den wir seitens der Musiker erleben durften, resultierte der Wunsch nach einer Fortsetzung dieser fruchtbaren Begegnung.“

Globale Musik mit westlichen Wurzeln

Zum begeisterten Publikum gehörte auch die Schweizer Botschafterin Christine Schraner Burgener. Und so entstand in enger Kooperation mit der Schweizer Botschaft in Bangkok die Idee, ein Werk für das TPO zum 80-jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu schreiben. „Das nun diesen Sommer entstandene Cello-Konzert ist dem TPO und gleichzeitig auch Professor Doktor Sugree Charoensook, Dekan der musikalischen Fakultät des College of Music der Mahidol Universität, gewidmet, von dessen Pionierarbeit und unermüdlichem Einsatz für das Interesse an der westlichen Kunstmusik wir tief beeindruckt waren und sind”, beschreibt Müller die interkulturelle und musikalische Zusammenarbeit. „Die abendländische Kunstmusik hat sich in den letzten Jahrzehnten, gerade durch signifikante Beiträge asiatischer Länder, immer mehr zu einer globalen Kunstmusik mit westlichen Wurzeln entwickelt.”

Die Weltpremiere des Cello-Konzertes mit dem Titel «Sirimadi» wird nun am 4. und 5. November 2011 zusammen mit der 1. Symphonie von Johannes Brahms und einem traditionellen Thai-Eröffnungsstück erklingen. Die beiden Konzerte stellen gleichzeitig die Eröffnungskonzerte der TPO-Saison 2011/12 dar. Solistin des Abends ist die taiwanische Cellistin Pi-Chin Chien, geleitet wird das Orchester vom Schweizer Dirigenten Claude Villaret. Ein bewährtes Team, das unter anderem diesen Frühling eine CD mit dem prestigeträchtigen Royal Philharmonic Orchestra London eingespielt hat.

Das Ausnahme-Cello-Konzert erzählt die beeindruckende Geschichte der thailändischen Königin Sirimadi, eine alte, nordthailändische Erzählung, die ursprünglich auf Palmblätter in der alten Lanna-Sprache notiert war.

Orchestrierung mit Thailand-Bezug

„Ich stieß auf diese wunderbare Erzählung in der Sammlung „Muschelprinz und Duftende Blüte“, die von Christian Velder ins Deutsche übersetzt wurde. Dabei handelt es sich um eine inspirierende, dramatisch-epische Geschichte von Liebe und Loyalität, von weiser Staatsführung und von Erleuchtung”, erklärt der Schweizer Komponist. „Es war mir ein Anliegen, in diesem Werk einen Bezug zu Thailand zu schaffen, der nebst der musikalisch erzählten Geschichte auch durch die Orchestrierung zum Tragen kommt.“ So werden im Orchester neben der symphonischen Besetzung auch traditionelle thailändische Instrumente verwendet: „Es ist eine lyrische, epische Musik entstanden, die manchmal durch ihren „romantischen“ Ton eine gewisse Nähe zur Filmmusik hat. Fast könnte man sie als thailändisches Pendant zum chinesischen Butterfly Lovers‘ Violinkonzert betrachten, nun jedoch kein Violinkonzert, sondern ein Konzert für Violoncello und Orchester“, erklärt Müller.

Gegenseitige Inspiration auch privat

„Es ist meine feste Überzeugung, dass in der gegenseitigen Inspiration von westlicher und östlicher Kultur seit je- her, aber gerade auch für die Zukunft, ein großes Potential liegt. Ein Potential der gegenseitigen Befruchtung, aber auch der Besinnung auf die eigene Herkunft und die kulturellen Wurzeln.” Eine Inspiration, die Müller während der 23-jährigen Ehe mit der Solistin dieses Abends, im privatem Rahmen immer wieder erfahren darf. „Eine Weltpremiere ist eine spannende Sache. Wir würden uns sehr freuen, wenn viele FARANG-Leser/innen diesen speziellen Anlass mit uns erleben und feiern würden.“

Björn Jahner

Fabian Müllers Weltpremiere „Sirimadi“ findet am Freitag, 4. November, 19 bis 21 Uhr, und am Samstag, 5. November, 16 bis 18 Uhr, im Music Auditorium des College of Music, Mahidol Universität, 25/25 Phutthamonthon Sai 4 Road, Salaya, Nakhon Pathom/Bangkok, statt. Weitere Werke auf dem Programm sind die 1. Symphonie von Brahms und ein traditonelles Thai-Eröffnungsstück. Infos: www.thailandphil.com.

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