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Letzte Aktualisierung: 08.10.2011
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Grün ist schick! Deutsche Autobauer erfinden sich neu

Schnittige „E-Raketen“ und „Strom-Zigarren“ für die Generation iPhone

Der Teenischwarm: Abgeregelt auf 45 km/h könnten in naher Zukunft bereits 16-Jährige den Opel fahren. Die jüngste Internationale Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt/Main hat gezeigt: Grün ist schick! Natürlich liefern sich auch in diesem Jahr die Autobauer ein pompöses Rennen um die schnellsten und größten Männerträume auf vier Rädern. Doch die hohe Präsenz von tollkühnen Elektro-Studien „made in Germany“ legt offen, dass die in puncto Umweltverträglichkeit hart in die Kritik geratenen „Big Player“ der deutschen Automobilindustrie kräftig dabei sind, ihr Image zu polieren.

Mond-Flitzer im Großstadt-Dschungel

Unübersehbar erscheint der Trend zur so genannten „Strom-Zigarre“, ein pfiffiges Design-Konzept für den modernen Großstadtmenschen von morgen, das gleich von drei großen deutschen Autoherstellern, Audi, Opel und Volkswagen, den Messebesuchern vorgestellt wurde. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie sehen aus wie spacige Mond-Flitzer, sind extrem leicht und schützen die Atmosphäre. Doch nicht etwa auf dem Mond, sondern im Verkehrschaos der urbanen Zentren der nahen Zukunft. So präsentiert Audi die 480 Audi macht Lust auf mehr: Die Ingolstädter liebäugeln auch mit einer Konzeption als offenen Spyder. Kilogramm leichte Studie „Urban Concept“, ein schnittiges, etwa hüfthohes Geschoss, das optisch etwas an den legendären „Silberpfeil“ erinnert und somit sofort Emotionen weckt. Angetrieben wird der 3,20 Meter lange Zwerg von zwei Elektromotoren (15kW/20PS). Da bei 100 km/h elektronisch abgeregelt wird, schafft der Elektro-Audi 50 bis 60 Kilometer.

Auch bei Opel setzt man auf Science Fiction: Schmal, flach und sportlich präsentiert sich die Kabinenroller-Studie der Rüsselsheimer. Mit dem Öffnen der nach vorne schwenkenden Flügeltüren fährt das Lenkrad hoch und schafft Platz zum Einstieg. Angetrieben wird die „E-Rakete“ von einem 49 PS-Elektromotor, der es auf 120 km/h bringt (von null auf hundert in 13 Sekunden), Reichweite 100 Kilometer. Mit angepeilten 12.000 Euro wäre dieses Fun-Gefährt ein wahres Schnäppchen für die Generation iPhone, die über spezielle Apps auf dem Smartphone sogar die Aufladung der Batterie (Ladezeit drei Stunden) überwachen kann.

Volkswagens „Nils“ überzeugt mit einem serientauglichen Konzept, gedacht für Großstadt-Pendler. „Nils“: Ein Elektroauto von Ikea?

Nein! Auch wenn der skandinavische Name eher an ein Bücherregal des schwedischen Möbelgiganten erinnert: Der „Nils“ ist Volkswagens serienreife Elektroflitzer-Studie. Der von vorne freundlich lächelnde Wolfsburger erinnert optisch etwas an eine galaktische Raumkapsel auf vier Rädern und katapultiert den modernen Großstadtpendler auf 130 km/h. Die Batterie reicht 65 Kilometer und ist in flinken zwei Stunden wieder aufgeladen.

Wenn es nach den Plänen der Autobauer geht, fährt der moderne Mensch von morgen alleine oder höchstens zu zweit. Aufgrund knapper Reichweite und langer Ladezeit befriedigen die E-Mobile bisher nur einen Bruchteil des realen Mobilitätsbedürfnisses der Menschen. Gefordert sind daher auch Stadtplaner und die Politik: Denn so praktisch die kleinen E-Flitzer auch sind, sie können ihr ganzes Potenzial erst dann voll auf die Straße bringen, wenn auch die Infrastruktur auf diese neue Antriebsart flächendeckend ausgerichtet ist. Der derzeitige Energiemix mit Braunkohle lässt außerdem die grünste Elektro-Studie als einen Stinker erscheinen!

Björn Jahner

 

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