Wenn Liebe krank macht !
Besuche im Ausland verleiten oft zu sexueller Freizügigkeit
Wenn erwachsene Menschen ins Ausland reisen, werfen sie oft die eingefahrenen und bewährten sozialen Verhaltensweisen über Bord. Zu denken ist dabei an erhöhten Alkoholkonsum oder eventuell gar an den Griff zu Drogen. Am häufigsten zu beobachten ist jedoch die Lockerung ihres bisherigen sexuellen Verhaltens. Nicht selten kommt es dabei zu vielen zwischenmenschlichen Kontakten, deren Risiken entweder unterschätzt oder einfach verdrängt werden. Da die damit einhergehende Ansteckungsgefahr von Geschlechtskrankheiten auch nicht unmittelbar erkenntlich ist, sind diese dann – wenn überhaupt – entsprechend schwierig zu heilen. Daher gilt es, sich von Anfang an bewusst über diese Krankheiten zu sein und sich entsprechend zu schützen. Der beste Schutz ist nach wie vor die Enthaltung oder die Benutzung eines Kondoms.
Ein paar dieser sexuell übertragbaren Krankheiten sollen hier aufgeführt werden. Man unterscheidet drei verschiedene Arten der Klassifikation, die bakterielle- oder die Pilz-Infektion, sowie die Ansteckung durch Viren.
Bakterielle Infektion
Zu der Bakterieninfektion gehört die Ansteckung durch Chlamydien. Sie zählt heute zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Je nach Altersgruppe sind bis zu zehn Prozent der Bevölkerung mit Chlamydien infiziert. Viele Frauen sind von dem Erreger befallen, ohne etwas davon zu merken (asymptomatische Infektion). Diese unerkannten Infektionen führen leicht zu weiteren Ansteckungen. Bei Männern entsteht eine entsprechende Infektion der Harnleiter, die sich durch ein schmerzhaftes und brennendes Urinieren bemerkbar macht. Manchmal entsteht auch ein Eiterfluss beim Penis, ebenso können geschwollene oder weiche Hoden und Fieber die Folgen sein. Wenn nicht innerhalb von sechs bis acht Wochen eine Behandlung erfolgt, kann es in seltenen Fällen sogar zur Sterilität führen.
Die Gonorrhö, umgangssprachlich auch als Tripper bezeichnet, ist weltweit eine der weiteren, häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Ihre Symptome können sofort oder binnen 30 Tagen nach Ansteckung durch Eiterfluss am Penis mit schmerzhaftem und öfterem Urinieren zu Tage treten. Bei Frauen lässt sich die Inkubationszeit nicht genau festlegen. Die Symptome treten aber zumeist nach etwa zehn Tagen auf. Hier kann zusätzlich eine Entzündung des Gebärmutterhalses mit eitrigem Ausfluß hinzukommen. Die Symptome zeigen sich auch bei der Menstruation oder bei Blutungen.
Zur bakteriellen Infektion zählt auch die Syphilis. Das Erscheinungsbild der Krankheit ist vielfältig. Typisch ist ein Beginn mit schmerzlosen Schleimhautgeschwüren und Lymphknotenschwellungen. Bei einem Teil der Infizierten kommt es zu einem chronischen Verlauf, der durch vielfältigen Haut- und Organbefall gekennzeichnet ist. Die Krankheit wird mit Antibiotika, unter anderem Penicillin, behandelt. Bei Nichtbehandlung kann es zu fatalen Folgen am Herzen, an der Aorta, den Augen und Knochen kommen. Eine Diagnose erfolgt durch den VDRL Bluttest (VDRL - Venereal Disease Research Laboratory).
Infektion durch Viren
Die bekannteste Pilzinfektion ist die Candida. Sie erfolgt meistens von der Vagina zum männlichen Geschlechtskörper. Die Symptome sind rötliche, beißende Flecken, von denen eine übel riechende Feuchtigkeit ausgeht. Durch eine entsprechende Körperhygiene, zum Beispiel nach dem Duschen die betroffenen Stellen gut trocknen, kann die Infektion leicht behandelt werden. Die Anwendung einer entsprechenden Heilkreme über 2-3 Wochen bringt zusätzliche Abhilfe.
Unter den Vireninfektionen sind Hepatitis B und E die bekanntesten. Sie werden über den Fäkalienweg übertragen. Hepatitis C wird in seltenen Fällen via Geschlechtsverkehr übertragen. Hepatitis bedeutet eine Leberinfektion. Die akute Infektion zeigt sich durch Erbrechen, Gelbsucht und – sehr rar – durch plötzlichen Tod. Die chronisch unbehandelte Hepatitis kann eine Leberzirrhose (Endstadium chronischer Leberkrankheiten) oder Leberkrebs nach sich ziehen. Hepatitis-Arten können durch rechtzeitige Impfungen verhindert werden.
AIDS ist unheilbar!
Der HIV-Virus schließlich verursacht eine Abnahme des körperlichen Abwehrmechanismus, besser bekannt als AIDS-Syndrom. Die Folge ist, dass das Immunsystem nicht mehr funktioniert und zu fatalen Infektionen führen kann. Eine unbehandelte HIV-Infektion führt fast immer zum Ausbruch von AIDS. Die hochaktive antiretrovirale Therapie, abgekürzt HAART (Highly Active Anti-Retroviral Therapy), bezeichnet eine 1996 eingeführte Kombinationstherapie aus mindestens drei verschiedenen antiretroviralen Medikamenten (ARV), die die Lebenserwartung des Erkrankten wesentlich verlängern können. Eine erfolgreiche HAART hemmt die Virusreplikation so weit, dass HIV mit den üblichen diagnostischen Methoden nicht mehr nachzuweisen ist („unter der Nachweisgrenze“), kann sie jedoch nicht völlig unterbinden. Die Reduzierung der Viruslast durch die antiretrovirale Therapie verringert das Risiko für eine Progression von AIDS und führt zur Rückbildung HIV- bedingter Symptome, keinesfalls jedoch zu einer vollständigen Wiederherstellung des Immunsystems (Immunrekonstitution).
Die Gesundheitskolumne dieser Ausgabe entstand in Zusammenarbeit mit Dr. Jimmy Koncharoen, Spezialarzt für Urologie vom Bangkok Hospital Pattaya (BPH).
• • •
|