Belohnung soll Mord doch noch aufklären
Die Befürchtungen der Freunde von Kevin Attew (58) haben sich bewahrheitet. Die Kriminalpolizei in Chaweng stellte die Mordermittlungen ein. Damit bleibt die Todesursache ungeklärt: Der britische Staatsbürger war am 24. Mai im Chaweng See treibend aufgefunden worden, in einer Wassertiefe von 36 Zentimetern.
Ein lediglich sechs Zeilen langer Obduktionsbericht der Gerichtsmedizin in Suratthani, den die FARANG-Redaktion bei Dolmetscherin Liz Luxen übersetzen ließ, scheint die Mordkommission nicht beeindruckt zu haben. In diesem wird festgestellt, dass sich im vorderen Kopfbereich zwei und am hinteren Schädel fünf deutlich sichtbare Wunden befinden. Auch am Rücken des Toten sind mehrere Verletzungen dokumentiert. Der abschließende Befund lautete: Tod durch Ertrinken. Im Magen der Leiche fanden die Ärzte 150 Milliliter schlammiges Wasser. Für die Kripo Grund genug, den Fall abzuhaken.
Am 19. und 20. Juni gaben 100 Motorradfreunde Kevin Attew das letzte Geleit. In einem beeindruckenden Korso um die Insel Koh Samui demonstrierten sie neben der Verbundenheit mit dem Opfer auch ihre Wut auf die Ermittlungsbehörden. „Weshalb sich Kevin selbst so zusammenschlug, danach ohnmächtig zwei Kilometer an die hinterste Ecke des Chaweng Lake taumelte, dort eine Flasche Whisky austrank und sich anschließend im 36 Zentimeter tiefen Tümpel ertränkte, können wir nicht nachvollziehen.“ Die lauten Stimmen wollten auch am Tag darauf bei der Trauerfeier und Einäscherung im Bophut Tempel nicht verstummen.
Kevins Lebensgefährte/in, ein 38 Jahre alter Ladyboy (im Bild vor dem Sarg), reagierte bis zuletzt wütend auf jegliche Mordtheorien. Er hielt tränenüberströmt am Selbstmord des Partners fest.
Seine Biker-Brüder von den „Bandidos“ und „Samui Pirates“ sehen das anders. Sie setzten jetzt eine Belohnung von 50.000 Baht aus. Damit hoffen sie, eventuell doch noch einen entscheidenden Hinweis aus Chaweng zu erhalten.
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