Taxifahrer liegen im Clinch
Pattayas und Bangkoks Chauffeure streiten sich um Fahrgäste
Die schwarzen Schafe unter den Taxifahrern in Bangkok und Pattaya haben eines gemein: Sie weigern sich, den Taxameter anzustellen und fordern von ihren Fahrgästen überhöhte Festpreise. Ahnungslose ausländische Urlauber werden gerne mal über den Tisch gezogen und zahlen einen astronomischen Fahrpreis. Aktuell streiten sich die Chauffeure weniger mit ihren Kunden, dafür umso mehr untereinander um Kunden. Es soll bereits zu Handgreiflichkeiten und Morddrohungen gekommen sein.
Bis vor wenigen Jahren teilten sich Taxifahrer aus Bangkok sowie private Fahrer und Unternehmen den Markt. Im Jahr 2008 stieg die Pattaya Taxi Cooperative, zu der die rund 700 blauen Baht-Busse zählen, in das einträgliche Geschäft ein. Wenig später kamen Autos des Unternehmens Udomdath Transport hinzu. Bis heute hat sich die Zahl der gelb-blau lackierten Taxi-Meter-Fahrzeuge auf über 100 erhöht. Sie können telefonisch bestellt werden, die meisten Fahrer warten in der Innenstadt vor Einkaufszentren auf Kunden.
Weil eine längere Fahrt mit den Pattaya-Taxis in der Regel erheblich teurer kommt als mit der Konkurrenz und diese für die Vermittlung eine stattliche Gebühr zahlt, wenden sich Hotels, Condos und Reisebüros an Privatfahrer oder an Bangkoker Taxis. Private Unternehmen fahren bereits ab 800 Baht zum Flughafen oder in die Hauptstadt, die Bangkoker Fahrer fordern in der Regel 800 bis 1.000 Baht, Pattayas Fahrer hingegen 1.500 Baht.
Bangkoks Chauffeure sind preiswerter, weil sie nach einer Fahrt von der Hauptstadt oder vom Flughafen Suvarnabhumi nicht leer zurückfahren wollen. Sie warten in Pattaya auf den nächsten Fahrgast, viele Taxifahrer haben hier eine Unterkunft. Bis zu 200 dieser schillernden Taxi-Meter-Autos erreichen täglich die Touristenmetropole.
Die Kollegen aus Pattaya fühlen sich benachteiligt und erwarten ein Machtwort von der Stadtverwaltung und dem Department of Land Transport in der Provinzhauptstadt Chonburi. Beide Behörden sollen sowohl den Privatfahrern, die keine Lizenz haben, als auch Bangkoker Taxifahrern Fahrten ab Pattaya untersagen. Die Taxi Cooperative und Udomdath Transport sehen sich im Recht: Bangkoker hätten nur für Bangkok eine Transportgenehmigung, und bei Fahrten mit Privatunternehmen wären Thais und Ausländer oftmals nicht versichert.
Die stärksten Mitbewerber der gelb-blauen Wagen sind indessen nicht Bangkoker oder private Fahrer, sondern die blauen Baht-Bus-Taxis. Eine Fahrt kostet ab 10 Baht, selbst bei längeren Strecken ist der Fahrpreis gering (außer man wünscht das Sammeltaxi für sich allein oder für eine Gruppe). Fahrzeuge mit Klimaanlage hingegen werden für kurze Strecken nur bei überhöhten Preisen bewegt. Die meisten Fahrer fordern einen Festbetrag und weigern sich, den Taxameter anzustellen.
Die Redaktion startete einen Versuch. Sie nannte einem vor dem Einkaufszentrum Central Festival Beach an der Beach Road wartenden Taxifahrer als Ziel das Woodlands Hotel an der Naklua Road. Der Chauffeur sagte gleich, auf einer solch kurzen Strecke würde er den Taxameter nicht starten, für die Fahrt verlangte er 250 Baht. Die Grundgebühr für die Taxi-Meter-Fahrzeuge beträgt 35 Baht, für die ersten zwei Kilometer werden jeweils 2 Baht, für den 3. Kilometer 4,5 Baht und für jeden weiteren Kilometer 7 Baht berechnet. Am Woodlands angekommen, hätte der Taxameter wohl kaum mehr als 50 Baht angezeigt.
Die Taxi Cooperative (Tel.: 038-423.554) rät allen Ausländern, grundsätzlich vor einer Fahrt den Fahrpreis auszuhandeln und sich der Vorteile der gelb-blauen Autos bewusst zu werden: mit GPS und Funk ausgestattet, alle Fahrer wurden getestet und lenken ihr Fahrzeug sicher.
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