Khunpluem-Clan strebt nach mehr Einfluss
Partei Phalan Chon hofft bei der Parlamentswahl auf 15 Sitze
Seit Jahrzehnten gilt die Khunpluem-Familie als politischer Strippenzieher. Sie ist vermögend, wird geachtet, aber auch gefürchtet. Ihr Einfluss reicht bis in die Dörfer der Provinz Chonburi. Jetzt will der Khunpluem-Clan seinen Einflussbereich über die Ostküste hinaus ausdehnen. Rechtzeitig zur Parlamentswahl am 3. Juli haben Familie und befreundete Politiker die Partei Phalan Chon gegründet.
Sie geht unter der Listennummer 6 ins Rennen. Phalan Chon sieht sich als unabhängige Alternative zu den großen, bekannten politischen Gruppierungen. Die Partei rechnet sich mindestens 15 der 500 Sitze im Parlament aus und tritt im Osten, Norden und Nordosten an. In Chonburi, ihrer Hochburg, will sie Demokraten und Pheu Thai in allen acht Wahlkreisen schlagen.
Hinter der Parteigründung stehen die drei Brüder Khunpluem: Itthipol ist Pattayas Bürgermeister, Wittaya Verwaltungschef der Provinz Chonburi und Sonthaya für fünf Jahre aus der Politik verbannt. Als Minister für Tourismus und Sport in der Regierung des Ex-Premiers Thaksin Shinawatra traf ihn das Urteil des Verfassungsgerichts: Die regierende Partei Thai Rak Thai (Thais lieben Thais) wurde per Richterspruch aufgelöst, alle führenden Parteimitglieder bis Ende 2012 aus der Politik verbannt.
Deshalb konnte sich Khun Sonthaya nicht zum Vorsitzenden der Phalan Chon wählen lassen. Das Amt hat der ehemalige Dekan der Universität Burapha, Chao Maneewong, übernommen, ihm steht Sonthaya Khunpluem beratend zur Seite. Dessen Frau Sukumol ist Direktkandidatin im Wahlkreis 6, Pattaya und Banglamung. Im zweiten Pattaya-Wahlkreis Nr. 7 tritt Poramet Ngampichet an, Sohn des ehemaligen Gesundheitsministers Sansak Ngampichet.
Zum Wahlkampfauftakt holte ein fast vergessener Skandal die Khunpluem-Familie ein. Ein Berufungsgericht entschied wie die untere Instanz, dass das Anti-Money Laundering Office im Jahr 2005 von Jiraporn Khunpluems Konten zu Recht 13,4 Millionen Baht konfisziert hatte. Weil ihr Vater Somchai, besser bekannt als Kamnan Poh, bei einem Landverkauf an die Stadt Pattaya 30 Millionen Baht kassiert haben soll, wurden damals die Konten der Familie (Vater, Mutter und Tochter) auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingefroren.
Ein Gericht hatte Kamnan Poh der Korruption überführt und zu fünf Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Skandal betraf den Verkauf einer 140 Rai großen Forstreserve für eine Mülldeponie der Stadt Pattaya. Somchai Khunpluem soll sich 1992 mit einem Partner über fingierte Landverkäufe Besitzurkunden für das Areal in Khao Mai Kaew vor den Toren Pattayas beschafft und das Gelände zu einem außergewöhnlich hohen Preis an die Stadt verkauft haben.
Mitte des letzten Jahrzehnts stand Kamnan Poh erneut vor einem Gericht. Wegen Anstiftung zum Mord wurde er zu einer Gefängnisstrafe von 25 Jahren verurteilt. Der ehemalige Bürgermeister des kleinen Städtchens Saen Suk bei Chonburi beteuerte seine Unschuld und tauchte unter. Er soll sich angeblich im Ausland aufhalten.
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