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Letzte Aktualisierung: 27.06.2011
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Der mysteriöse „Selbstmord“ des Bikers Kevin

Die Kriminalpolizei auf Koh Samui ermittelt mittlerweile wegen Mordverdachtes. Die Ehefrau von Kevin Attew, ein 38-jähriger Ladyboy aus Korat, spricht von einem Suizid. Die am 24. Mai entdeckte Leiche des Briten Kevin Attew (57) –im hintersten Teil des Chaweng-Sees treibend, in 30 Zentimeter Wassertiefe – wirft ein ungutes Licht auf die Ermittlungsakribie samuianischer Behörden.

Attew verschwand in der Nacht zum Dienstag spurlos und wurde am Abend des folgenden Tages gegen 20.30 Uhr tot gefunden. Er landete wie alle Toten zunächst im staatlichen Krankenhaus Nathon und nach einer oberflächlichen Untersuchung in einer Schublade des Leichenhauses.

Den Ärzten kam trotz massiver Schädelverletzungen bei Kevin Attew kein Anfangsverdacht. Weshalb der lebenslustige und beliebte Motorradfreak Selbstmord begangen haben soll, versteht außer seinem(r) früheren Lebenspartner(in) keiner. Kevin, einst Gründer der Motorradgruppe „Samui Pirates“ und zuletzt Prospekt bei den „Bandidos“, fiel in der Vergangenheit durch Lebensfreude und Gelassenheit auf, nicht durch Depressionen.

Die Zweifel wuchsen im Rahmen weiterer Recherchen. Der Präsident der Bandidos in Südthailand besuchte seinen toten Freund im Leichenhaus und machte Fotos. Anschließend machte er Druck. Die britische Botschaft wurde ebenso alarmiert wie das Auswärtige Amt, danach die Polizei in Bangkok, Suratthani und Phuket. Von den Kollegen erhielten Chawengs Ermittler so viele Hinweise, dass nachträglich eine Obduktion in der Provinzhauptstadt Suratthani angeordnet wurde.

Danach nahm endlich eine Mordkommission ihre Arbeit auf. Die Ermittlungen dauerten bei Redaktionsschluss an. Der zuständige Kripobeamte brachte die Biker davon ab, eine Belohnung für diesen Fall auszusetzen. Ermittelt werde in viele Richtungen, sagte er. Dafür brauche man Ruhe im Umfeld.

Die Häufung der Merkwürdigkeiten lässt beunruhigende Schlüsse zu.

Kevin soll die 2,5 Kilometer zu seiner Suizidstelle zu Fuß gegangen sein. Seine beiden Motorräder standen zu Hause bzw. an seiner „Honey-Bar“ im Zentrum Chawengs. Ein Freund: „Kevin lief nicht mal 20 Meter zum Zigarettenautomaten.“

Laut Angaben seines Partners soll Kevin seinen Ausweis, Schmuck, sein Mobiltelefon und sogar seine Buddha-Kette fein säuberlich auf dem heimischen Wohnzimmertisch hinterlassen haben. „Kompletter Unsinn, Kevin hatte immer seine Kette um und sein Telefon einstecken“, bekräftigen all seine Bekannten.

„Am Tag seines Verschwindens rief sein(e) Lebensgefährte(in) bei mehreren Freunden an und forschte aufgeregt nach dem Partner. „Weshalb hat sie in all den Jahren zuvor nie einen von uns angerufen?“ – fragen seine Motorradbrüder.

Die Vielzahl der Schädelverletzungen, Würgemale am Hals, Abwehr-Hämatome an den Armen – all das sollte bei einer fachgerechten Autopsie Alarmglocken schrillen lassen. Auf ein Resultat warten nicht nur die engsten Bekannten Kevins seit Wochen mit sehr gemischten Gefühlen. Hätten seine Freunde nicht so viel behördlichen Radau gemacht, dann wäre Kevin Attew längst in einem Tempel auf Koh Samui als Rauchwolke gen Himmel gestiegen.

„Friede seiner Asche“ - „das sehen wir anders“, sagen seine Clubfreunde. Sie wollen den Fall und ihren Biker-Bruder nicht ruhen lassen, bevor die Wahrheit ans Licht gekommen ist.

 

 

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