Schutz vor Mückenstich unverzichtbar
Schwerer Ausbruch des Dengue-Fiebers befürchtet / Brutstätten vernichten
Mediziner sagen für diesen Sommer einen schweren Ausbruch des Dengue-Fiebers voraus. Weil es in vielen Regionen des Landes in den letzten Wochen stark geregnet hat und die Regenzeit noch bevorsteht, werden sich Mosquitos und damit die Erreger der Infektion weitläufig ausbreiten. Umso wichtiger sind der Schutz vor einem Mückenstich und die Bekämpfung von Mückenlarven in stehendem Wasser. Dort, wo Brutstätten wie Regentonnen oder Fischbecken nicht entfernt werden können, vernichtet Abate-Sand die Larven.
Seit Jahren breitet sich das Dengue-Fieber aus. Im Jahr 2008 erkrankten in Thailand fast 90.000 Menschen, 102 überlebten das hämorrhagische Fieber nicht. Ein Jahr später waren es fast 57.000 Fälle und 50 Tote, für das letzte Jahr werden über 113.000 Infizierte und 139 Todesfälle gemeldet.
Das Department of Medical Sciences National Institute of Health hat von 2006 bis 2010 in 25 Provinzen den Ausbruch des Dengue-Fiebers beobachtet. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass eine Mücke zwei Virusarten übertragen kann und ihre Larven infiziert. Die blutsaugenden Mücken Aedes aegypti und Aedes albopictus verbreiten vier unterschiedliche Viren. Eine Aedes aegypti kann in einer Stunde bis zu 45mal zustechen, eine Aedes albopictus bringt es auf 18 Stiche. Die Studie räumte zudem mit der herrschenden Meinung auf, Aedes-Stechmücken könnten in höher gelegenen Gebieten nicht überleben und das Dengue-Fieber verbreitende Insekt wäre nur am Tag aktiv. Beide Mosquitoarten wurden in der Provinz Chiang Mai in fast 2.000 Meter Höhe und auch des Nachts gefunden.
Dengue-Fieber befällt auch Urlauber, und zwar landesweit. Deshalb halten Tropenmediziner lange Kleidung und Anti-Mücken-Sprays bei einem Thailand-Urlaub für unverzichtbar. Wenn Touristen unterwegs sind, sollten sie helle, lange und möglichst weite Klamotten tragen. Von hellen Farbtönen werden Mücken weniger angezogen. Wenn sie dann doch auf der Kleidung landen, kommen sie auf weiten Klamotten nicht bis zur Haut durch. Sie stechen dann ins Leere.
Von natürlichen Stoffen wie Sandelholz oder Zitronenöl hält Professor Frank Mockenhaupt vom Institut für Tropenmedizin in Berlin wenig. „Die wirken auch, aber sehr kurz – nur etwa 20 Minuten.“ Daher sollten sich Reisende nachts auf jeden Fall mit chemischen Abwehrmittel besprühen. „Das wirkt vier bis acht Stunden und ist recht sicher.“ Außerdem sei es sinnvoll, die Bekleidung vor einer Reise mit Anti-Mücken-Stoffen zu imprägnieren. Solche Mittel werden in die Waschmaschine gegeben und bleiben für einige Wochen in den gewaschenen Kleidern haften.
Ob eine Malaria-Prophylaxe eingenommen werden sollte, hängt nicht nur vom Reiseziel, sondern auch von der Art der Reise ab. „Es ist ein Unterschied, ob ich im Fünf-Sterne-Hotel hinter einer Glasscheibe und unter Klimaanlage schlafe oder ob ich mit einem umgebauten VW-Bus quer durchs Land fahre“, so Mockenhaupt. Es gelte die Faustregel: Je individueller und abenteuerlicher die Reise, desto höher das Malaria-Risiko.
Sogenannte Standby-Medikamente, die der Urlauber im Krankheitsfall ohne ärztlichen Rat auf Reisen einnimmt, sind für Otto-Normal-Urlauber nach Einschätzung von Mockenhaupt nicht nötig. In Thailand wüssten die Ärzte in punkto Malaria gut Bescheid. Daher sollte man umgehend eine Praxis aufsuchen, anstatt auf eigener Faust die Medizin einzunehmen. Nur bei längeren Trekking-Reisen in entlegene Gebiete sei Notfall-Medizin wichtig.
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