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Letzte Aktualisierung: 15.01.2011
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„Strebetendenz-Theorie“

Deutsche Schule in Bangkok beteiligt sich an wissenschaftlicher Erhebung

Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule in Bangkok beim Ausfüllen der Testbögen.

Musik wirkt emotional. Sie beschwingt oder stimmt traurig. Wie kommt das?

Dieser Frage nach der Ursache für die emotionale Wirkung von Musik geht die Strebetendenz-Theorie auf den Grund.

Schon seit einiger Zeit macht diese neue Theorie auf sich aufmerksam und bringt Licht in das Dunkel der bisherigen musikpsychologischen Forschung. Die Untersuchungen des deutschen Musiktheoretikers Bernd Willimek beschreiben ziemlich exakt und zuverlässig, was in der menschlichen Psyche vor sich geht, wenn sie durch schwingende Luftmoleküle emotional erregt wird. Ebenso beschreibt sie, wieso die eine Harmonie beispielsweise traurige, die andere Harmonie hingegen freudige oder andere Emotionen in sich trägt. In ihrem Grundgehalt sagt die Strebetendenz-Theorie aus, dass musikalische Harmonien im Hörer eine Wirkung erzeugen, als ob dieser bestimmte Willensvorgänge wahrnehmen könne, indem er sich mit ihnen identifiziert. Diese Willensvorgänge sind den musikalischen Strebetendenzen entgegengesetzt. Nicht der erlebte Ton erfährt eine Veränderung, wenn ihn ein musikalisches Spannungsfeld umgibt, sondern das musikalische Spannungsfeld bewirkt vielmehr, dass der Musikhörer sich selbst verändert wahrnimmt. Nämlich auf eine Weise, als ob er sich mit einem Willen identifizieren würde, einen klingenden Ton unverändert weiterklingen zu lassen.

Daniela Willimek, Dozentin an der Hochschule für Musik in Karlsruhe, hat dazu mit ihrem Ehemann über 1600 Testbögen ausgewertet. Das Ergebnis bestätigt die bisher unwiderlegte Strebetendenz-Theorie, dass nämlich bestimmte Musikbeispiele in bestimmter Weise emotionale Wechselbeziehungen auslösen. Verschiedene Schulen und Probanden in Europa und Asien haben an dieser Studie teilgenommen, neben den weltbekannten Wiener Sängerknaben übrigens auch die Deutsche Schule in Bangkok. Dabei hat sich herausgestellt, dass es keine nennenswerten Unterschiede gibt zwischen Schülern, die in Deutschland leben, und solchen aus anderen Kulturkreisen.

Lothar W. Brenne-Wegener

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