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Letzte Aktualisierung: 30.06.2010
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Kambodscha setzt auf Investoren aus Thailand

Ausländer können zwar kein Grundstück, aber Häuser erwerben

Über eine Grundstückspacht mit Registrierung des “Rechtes an der Oberfläche“ können Ausländer als Besitzer eines Hauses registriert werden, ohne Eigentümer des Landes zu sein. Das gilt für Thailand und neuerdings auch für Kambodscha. Ein neues Gesetz und Thailands politische Krise sollen den Abwärtstrend auf dem kambodschanischen Immobilienmarkt stoppen. Phnom Penhs Parlament hat kürzlich den Weg freigemacht für Ausländer, die am Erwerb einer Immobilie interessiert sind. Bauträger und Makler glauben, dass thailändische und ausländische Investoren nach den monatelangen Auseinandersetzungen in Bangkok und wegen der ungewissen politischen Zukunft des Landes ihr Vertrauen in die lokale Wirtschaft verloren haben. Sie könnten ihre Gelder in das Nachbarland umleiten.

Das Krisenjahr 2009 hat in Kambodscha den Immobilienmarkt fast zum Erliegen gebracht. Als Folge stürzten die Grundstückspreise ab, Projekte wurden auf Eis gelegt, nur zögerlich suchen potentielle Käufer Real-Estate-Büros auf. Das vom Parlament verabschiedete Foreign Ownership Property Law soll jetzt den Aufschwung beflügeln.

Es ähnelt den für Thailand geltenden Regelungen zum Erwerb einer Immobilie. Auch in Kambodscha können Ausländer weiterhin kein Grundstück in eigenem Namen kaufen. Die Lösung für Ausländer besteht darin, sich die Registrierung des “Rechtes an der Oberfläche” zu verschaffen. Bisher waren Ausländer vom Erwerb eines Grundstücks sowie einer Immobilie für Wohnzwecke gänzlich ausgeschlossen. Das gilt auch weiterhin für einen 30 Kilometer breiten Geländestreifen entlang der Grenzen. Diese Einschränkung begründet die Regierung mit dem Schutz der nationalen Souveränität.

„Mit unserer Entscheidung stärken wir die Wirtschaft“, sagt Chhun Lim, Minister für das Land-Management. Der Politiker hofft auf ausländische Käufer, noch mehr auf ausländische Investoren und den Bau von Luxushäusern und luxuriösen Apartmenthäusern nicht nur in Phnom Penh.

Der Real-Estate-Markt hat seine Fühler nach Kambod- scha ausgestreckt. Von hier sollen die Gelder fließen. Bauträger und Beraterfirmen führen die Vorteile Kambod-schas ins Feld: großer Nachholbedarf an hochwertigen Immobilien, stabile politische Verhältnisse und ein schnell wachsendes Vertrauen in Privateigentum.

Kambodscha hat mit Thailand gleichgezogen. Denn bis auf den heutigen Tag reflektiert die Politik der thailändischen Regierung die Befürchtungen der Bevölkerung, ihr Land könne in ausländische Hände fallen. Bis heute können Ausländer Land nicht direkt besitzen und es nicht ausschließlich zu Wohnzwecken nutzen.

Eine Lösung ist die Registrierung des “Rechtes an der Oberfläche” – wenn ein Landbesitzer bereit ist, einer anderen Person dieses Nutzungsrecht einzuräumen, womit dieser faktisch auf dem Grundstück Gebäude errichten kann. Bei Nutzung dieser Pachtmöglichkeit kann ein Ausländer als Besitzer eines Hauses registriert werden, ohne Eigentümer des Landes zu sein. Dieses “Recht an der Oberfläche” kann für eine Periode von 30 Jahren vergeben und dann noch einmal um weitere 30 Jahre verlängert werden. Das Recht kann theoretisch während der Vertragslaufzeit durch Weiterverkauf transferiert werden. Eine Vererbung des Pachtvertrages an die Hinterbliebenen ist ebenfalls nicht ausgeschlossen. Derartige Verträge können nur aufgehoben werden, wenn der Pächter gegen grundlegende Vertragsbestimmungen verstößt oder seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Landerwerb ist weiter möglich durch eine in Thailand registrierte private Firma (GmbH), in der der Ausländer eine Minderheit der Anteile hält, oder die thailändische Ehefrau des Ausländers.

Ausländer können hingegen problemlos Condominium-Wohnungen kaufen und besitzen, da hierfür kein vorheriger Landkauf erforderlich ist. Einschränkend besteht die Regelung, dass nur 49 Prozent der Apartments auf den Namen eines Ausländers erworben werden können. Deshalb fordert die Immobilienbranche seit Jahren, dieses Gesetz zu kippen oder zu entschärfen. Denn Bauträgern und Maklern fällt es schwer, die restlichen 51 Prozent an Thais zu verkaufen.

 
 
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