Aufräumarbeiten in Bangkok nicht nur auf den Straßen nötig
Die monatelangen Proteste ließen auch die Wirtschaft nicht unberührt
Nach dem gewaltsamen Ende der seit März andauernden Proteste am 19. Mai, bei denen 88 Menschen, unter den Opfern auch ein japanischer Kameramann und ein italienischer Fotograf, ihr Leben lassen mussten und um die 1900 Personen verletzt worden waren, sieht sich vor allem die Wirtschaft mit den schweren Folgen der erschütternden Geschehnisse in den vergangenen Monaten konfrontiert. Die Straßenkämpfe haben ihre Spuren hinterlassen, und diese sind gerade im Wirtschaftssektor des Tourismus besonders tief.
Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva hatte bereits zwei Tage nach dem Ende der brutalen Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und der oppositionellen Organisation UDD die Ordnung in der Hauptstadt und den Provinzen als „wieder hergestellt“ beschrieben. Im gleichen Zuge rief er das Volk zur „Versöhnung“ auf, um die Fehde zwischen den elitären Monarchie-Anhängern und den zumeist in Armut lebenden Rothemden beizulegen. "Wir sitzen alle im gleichen Boot", so der Ministerpräsident, der die vergangenen Wochen als eine der „schlimmsten Zeiten“ in der Geschichte Thailands beschrieb.
Dennoch wurden die Neuwahlen im November eben von der Regierung um Abhisit selbst gestrichen. Grund dafür war, dass die Demonstranten das Feld in Bangkoks Innenstadt nicht räumen wollten. Zumindest nicht allein unter den Bedingungen der Regierung. Ein erster Schritt in Richtung Versöhnung von der Regierung selbst in den Wind geschlagen. Ob ein solcher Appell unter diesen Umständen bei den Bürgern ankommt, dürfte fraglich sein. Die Aussichten der politischen Situation in der näheren Zukunft liegen damit wohl weiterhin unklar vor der gespaltenen Nation.
Die aus Wut entfachten Brände, die von den Anhängern der Rothemden nach der Aufgabe der UDD-Anführer gelegt worden waren, sorgten für immense Schäden an Gebäuden und damit auch für die Entstehung ungeheurer Kosten, die der Hauptstadt des Landes des Lächelns nun wohl auch ins Gesicht geschrieben stehen dürften. Weiterhin sieht sich im gleichen Zuge die Tourismusindustrie Thailands bedroht. Diese berücksichtigt auch wider positiver Prognosen den Fall, dass Urlauber vorerst einen Bogen um das vielbesungene und beliebte Urlaubsparadies Thailand machen könnten, aus Furcht vor weiteren Unruhen und einer erneuten Eskalation. Die erschreckend hohen Op-ferzahlen seit dem Beginn der Unruhen dürften derartige Spekulationen rechtfertigen.
Doch die Stadt räumt auf, und so waren die Aufräumdienste in den vergangenen Tagen im Großeinsatz, um Bangkok wieder ein wenig von seinem Glanz zurückzugeben und zu demonstrieren, dass es wieder bergauf geht.
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