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Letzte Aktualisierung: 03.05.2010
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Spektakulär, grandios, atemberaubend:

Die „Sky Bar“ auf dem State Tower in Bangkok

Bei Daiquiri und Caipirinha ein Blick aus luftiger Höhe über Bangkok und den Chao Phraya. Panoramabars haben sich in den letzten Jahren vor allem in Südostasien zu wahren Hotspots entwickelt. Diese Rooftop- oder auch Skybars in den obersten Etagen von Wolkenkratzern haben sich längst durch ihre spektakuläre Lage und ihre atemberaubende Aussicht zu eigenen Sehenswürdigkeiten entwickelt.

Eine davon ist zweifelsohne die grandiose Sky Bar auf dem State Tower in Bangkok. Schlendert man die Silom Road, eine der Hauptverkehrsachsen der Stadt, Richtung Chao Phraya hinunter, so reckt sich kurz vor Erreichen des Express Way auf der linken Seite der State Tower mit seinen 247 Metern in die Höhe. Dieses von dem thailändischen Architekten Prof. Rangsan Torsuwan entworfene und im Jahr 2001 im postmodernen Stil fertiggestellte Gebäude ist nach dem Baiyoke Tower 2 (304 Meter) das zweithöchste Gebäude der thailändischen Hauptstadt. Die Spitze des Hochhauses krönt eine weithin sichtbare goldene Kuppel mit Aussichtsplattform. Was man allerdings von unten nicht sieht, ist, was sich sonst noch so auf dem Dach dieses imposanten Gebäudes befindet. Das einmal selbst herauszufinden, hatte ich mir bei meinem letzten Bangkok-Besuch vorgenommen.

Der Hinweis darauf, dass sich in dem Gebäude das elegante Fünf-Stern-Hotel „Lebua“ befand, legte die Vermutung nahe, dass das Gebäude öffentlich zugänglich sein müsste. Wenn dem so war, bestünde vielleicht die Gelegenheit, mit dem Fahrstuhl in das höchste Stockwerk zu gelangen, um von dort, aus luftiger Höhe, ein paar Aufnahmen von der Stadt zu machen.

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Die 30 Meter hohe Kuppel mit Freitreppe auf dem State Tower Bangkok. Der Erde entrückt...

Auf Nachfrage bestätigte man mir, dass die „Sky Bar“ erst ab 18:00 Uhr geöffnet würde. Also galt es, die Zeit bis dahin zu überbrücken. „Madame Fa“, die eigens herbeigerufene, ausgesprochen freundliche PR-Vertreterin des Lebua Hotels, arrangierte dies, indem sie mich überraschend zu einem Cappuccino in der „Distil“ einlud. Im lockeren Gespräch erläuterte sie mir Einzelheiten zur Historie des Gebäudes, und dass das Hotel über 357 Zimmer verfüge. Der Rest seien Gewerbeflächen und Eigentumswohnungen.

Die „Distil“ war eine kleine Bar im 63. Stockwerk, durch deren große Fenster man nicht nur einen phantastischen Blick auf die Stadt und den nahen Chao Phraya hatte, sondern von hier aus blickte man auch auf das noch geschlossene Restaurant „Sirocco“ und die geradezu atemberaubend angelegte „Sky Bar“. Vor allem die „Sky Bar“ schien wie eine kleine Plattform über einem tiefen Abgrund zu hängen. Und nicht etwa, dass man nach bei uns üblichen Sicherheitsstandards die Bar mit einem engmaschigen Fangnetz umgeben hätte, das Lebensmüde davon abhalten sollte, sich aus dieser Höhe in die Tiefe zu stürzen, im Gegenteil. Lediglich ein kaum sichtbares, etwa einen Meter breites Netz spannte sich von außen wie ein Kranz um die Bodenfläche der Bar. Auf diese Weise sollte wohl verhindert werden, dass sich Gegenstände, die einem zufällig aus den Händen glitten, auf den Weg in die Tiefe machten!

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Der 2001 fertiggestellte State Tower ist mit 247 Metern das zweithöchste Gebäude Bangkoks. ...dem Himmel so nah!

Den besten Blick auf die „Sky Bar“ hatte man übrigens, wenn man oben auf der großen breiten Freitreppe stand, die von der höher gelegene „Distil“ auf die Ebene des „Sirocco und der „Sky Bar“ hinunterführte, ein absolut spektakulärer Anblick, der mich unverzüglich an den im Januar 2006 fertiggestellten „Skywalk“ erinnerte, eine hufeisenförmige Glasbrücke, die die Hualapai-Indianer in der Nähe des „Eagle Point“ in den Grand Canyon hineinragend gebaut haben, und durch dessen gläsernen Boden man direkt 1.200 Meter tief in den Canyon hinabschauen kann!

Inzwischen hatte sich ein weiterer Fotograf eines deutschen Reisemagazins zu uns gesellt. Gegen 18.00 Uhr konnten wir endlich auf die Dachfläche des Gebäudes hinaustreten. Und was sich hier dem Auge bot, war einfach kaum zu beschreiben: im Osten senkte sich langsam die Sonne hinter den Horizont und verbreitete ein letztes diffuses Licht über die Stadt. Innerhalb kürzester Zeit begann sich die Metropole unter uns in ein geräuschloses, riesiges Lichtermeer zu verwandeln. Wie ein breites Silberband schlängelte sich – von Norden nach Süden – der Chao Phraya geheimnisvoll durch das Häusermeer. Von Nord-Osten grüßte auf Augenhöhe der Baiyoke Tower 2 herüber, und auch das dritthöchste Gebäude der Stadt, der Empire Tower 1 an der Thanon Sathon Thai, war gut auszumachen.

Unwillkürlich fühlte ich mich an Goethe erinnert, der seinen Faust sagen lässt: „Werd‘ ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch, du bist so schön!“ Augenblicke wie diese gehören tatsächlich zu den Momenten im Leben eines Menschen, die man nicht so schnell vergisst.

Lothar W. Brenne-Wegener

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