„Made in Thailand“: Innovative Biokunststoffe
Politische Instrumente zur Förderung bio-basierter Kunststoffe
Um die Frage nach geeigneten politischen Instrumenten zur Förderung von bio-basierten Kunststoffen und Innovationen in der Abfallindustrie zu diskutieren, luden kürzlich die „Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)“ mit Sitz in Eschborn und die thailändische „National Innovation Agency“, Sitz in Bangkok, Experten aus Industrie, Forschung, Verbänden und Politik zu einem Workshop ein.
Deutsches Expertenwissen
Dem Treffen ging eine Studie des Nova-Institutes in Zusammenarbeit mit Fraunhofer Umsicht und der Bauhaus Universität Weimar voraus, die bereits eingesetzte politische Instrumente zur Förderung von Biokunststoffen weltweit untersuchte und deren Ergebnisse in Bangkok präsentierte. Das Nova-Institut ist global in Marktforschung, Industrie- und Politikberatung, Projektmanagement sowie Online-Medien tätig. Es nutzt und kreiert Expertenwissen sowie innovative Technologien, um den Einsatz nachwachsender Rohstoffe in stofflicher und energetischer Nutzung voran zu treiben.
Wie auch in Deutschland, hat die thailändische Regierung eine Reihe von Maßnahmen zur finanziellen Unterstützung von Bioenergie implementiert. Ähnlich dem deutschen „Er- neuerbare Energien Gesetz“ (EEG), existieren in Thailand Einspeisegesetze für Strom aus Biomasse und geringere Abgaben für Biokraftstoffe.
Damit die Wettbewerbsfähigkeit von bio-basierten Kunststoffen verbessert werden kann, sollen entsprechende politische Instrumente entwickelt werden. Dabei dienen die Ergebnisse der deutschen Wissenschaftler als wirkungsvoller Input für eine Strategie des „Petroleum and Petrochemical College“ der Chulalongkorn-Universität in Bangkok. Diese wird in den nächsten Monaten konkrete Vorschläge für wirkungsvolle politische Instrumente ausarbeiten.
Die Erfolgsaussichten sind vielversprechend. Schließlich verfügt kaum ein anderes Land über so günstige Bedingungen wie das südostasiatische Königreich.
Erfolgsaussichten
Denn Thailand verfügt über eine umfassende Rohstoffbasis: Tapioka (Cassava), Zuckerrohr, Bambus, Reis und Kautschuk. Besonders Tapioka-Stärke gilt als perfekter Rohstoff. Pro Jahr werden zwischen 20 und 27 Millionen Tonnen Tapioka-Stärke produziert. Maniok- oder Cassava-Stärke wird ähnlich wie Kartoffelstärke durch Nassvermahlen der getrockneten Wurzelknollen vieler tropischer, strauchartiger Pflanzen, überwiegend jedoch des Cassavastrauches, gewonnen.
Nicht nur das wachsende Umweltbewusstsein, auch die stetig steigenden Rohölpreise sorgen dafür, dass auch die Kunststoffindustrie längst ein Auge auf Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen geworfen hat.
Zukunftsorientiert
Die Ausgangslage für die Biowerkstoffe ist gut. Denn dank intensiver Forschungsarbeiten lassen sie sich industriell vielfach und problemlos verarbeiten. Biokunststoffe und naturfaserverstärkte Kunststoffe bestechen außerdem mit besonderen Qualitäten.
Acht internationale Unternehmen sind bereits heute in diesem zukunftsorientierten Segment tätig. Darunter das niederländische Unternehmen Purac mit der größten Milchsäureproduktion der Welt und die deutsche BASF AG mit biologisch abbaubaren Kunststoffen. Aber auch Firmen wie die amerikanische NatureWorks und die deutsche Uhde Inventa-Fischer GmbH verkünden starkes Interesse am Produktionsstandort Thailand.
Björn Jahner |