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Letzte Aktualisierung: 26.03.2010
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Malaria-Erreger immer resistenter

Gefahr für Touristen gering / Doch Schutz vor Mückenstich ist wichtig

Die Stechmücke der Gattung Anopheles überträgt die gefährliche Malaria. Etwa eine Million Menschen sterben jedes Jahr weltweit an Malaria, darunter viele Kinder. Das tückische an der Erkrankung: Ihr Erreger Plasmodium falciparum entwickelt immer mehr Resistenzen gegen Medikamente, mit denen Ärzte früher den Erkrankten noch gut helfen konnten. Ein Wissenschafterteam hat die in Asien von Bangladesch (Westen) bis Thailand und Kambodscha (Osten) zunehmende Resistenz gegen die derzeit wichtigsten Anti-Malaria-Arzneimittel dokumentiert. Erstmals war das Phänomen der Unempfindlichkeit vom Erreger gegen Artemisinin - am günstigsten in Kombination mit Mefloquin verwendet - in einem kleinen Gebiet an der thailändisch-kambodschanischen Grenze nachgewiesen worden.

Unter Leitung von Harald Noedl vom Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin (MedUni Wien) wurden in drei Ländern in Süd- und Südostasien (Bangladesch, Thailand und Kambodscha) mehrere klinische Studien mit dem Ziel durchgeführt, das Auftreten und die geografische Ausbreitung von Resistenzen frühzeitig zu erfassen. Die Wissenschaftler hatten 247 Blutproben von Malariapatienten im Alter von 18 bis 65 Jahren in Bangladesch, West- und Ostthailand sowie in Kambodscha auf die Empfindlichkeit der Erreger auf Artemisinin und Mefloquin untersucht.

Noedl: „Wir fanden eine ständige und signifikante Abnahme der Empfindlichkeit auf Artemisinin von Bangladesch in Richtung West- und Ostthailand.“ Entgegen bisher geäußerten Meinungen dürfte das nicht auf die Resistenz auf Mefloquin, sondern auf jene gegen Artemisinin zurückzuführen sein. Der Wiener Experte: „Während die neuen Therapien in Südasien noch äußerst wirksam sind, zeigt sich im Westen Thailands schon eine deutliche Abnahme ihrer Wirksamkeit und in Kambodscha echte Resistenz.“

Die Artemisinine, eine Gruppe von neuartigen Malariamedikamenten, die aus dem einjährigen Beifuß extrahiert werden, bilden derzeit das Rückgrat praktisch aller Versuche, die Malaria zu kontrollieren. Für sie gibt es in der großflächigen Behandlung derzeit keine wirklichen Alternativen. Praktisch alle derzeit verfügbaren Malariatherapien basieren in irgendeiner Form auf einem Verwandten des Artemisinins.

Für Fernreisende sieht Harald Noedl allerdings keine Gefahr: „Die neueste bei uns verfügbare Malaria-Prophylaxe baut auf anderen Wirkstoffen auf. Aus verschiedenen Gründen, unter anderem aufgrund der Kosten, kommen diese Mittel für einen großflächigen Einsatz in den betroffenen Gebieten allerdings nicht infrage.“

Die Studie hat einmal mehr bewiesen: Thailand ist nicht malariafrei. Weil sich Urlauber in Touristenzentren wie Bangkok, Pattaya, Chiang Mai, Phuket und Samui sicher fühlen, glauben Ausländer, die Malaria wäre in diesem Land ausgestorben. Weit gefehlt!

In den Grenzregionen zu Burma und Kambodscha breitet sich neben dem Dengue-Fieber die Malaria aus. Flüchtlinge aus Burma und Wanderarbeiter aus beiden Nachbarländern schleppen den Erreger ein. Damit erhöht sich für Thais und Ausländer das Risiko, sich über einen Mückenstich anzustecken.

Deshalb rät die Weltgesundheitsbehörde allen Touristen, die Ausflüge in die Grenzregionen planen, zu einem vorbeugenden Schutz. Dazu zählen das Auftragen von Insekten-Repellents (auf Thai: Yah Tah Gahn Yoong) auf unbedeckte Haut und das Schlafen unter Moskitonetzen. Auch in Gebieten mit geringem Risiko können Anopheles-Mücken den Malaria-Erreger übertragen.

Obwohl die Gefahr der Ansteckung in Thailand gering ist, sollten Urlauber ein Notfallmedikament (Stand-by-Medikation) mitnehmen. Denn bei schweren Malaria-Erkrankungen können Menschen ohne Behandlung innerhalb von zwei Tagen sterben. Noch Wochen nach der Rückkehr sollten Reisende im Fall von Fieber und unklaren Krankheitssymptomen sofort zum Arzt gehen, raten Tropenmediziner. Bei einer Verzögerung der Behandlung kann auch das Gehirn Schaden nehmen.

Verursacht wird Malaria durch einen einzelligen Erreger - ein so genanntes Sporentierchen mit Namen Plasmodium. Entdeckt wurde der Einzeller 1880. Um sich fortzupflanzen brauchen die Parasiten zwei Wirtsorganismen: Anopheles-Mücken und Menschen. Im Menschen befallen sie die roten Blutkörperchen. Die Weltgesundheitsorganisation unterscheidet vier Erreger- und Malariatypen. Malaria tertiara verursacht zum Beispiel Wechselfieber, das jeden zweiten Tag auftritt. Sie ist aber nicht so gefährlich wie die Malaria tropica. Schüttelfrost, Fieber, Durchfall und Husten sind die typischen Symptome für Malaria tropica.

 
 
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