Ein Fest ohne Fleisch, Alkohol und Sex
Askese beim Vegetarischen Festival / Reisgericht für 4.999 Menschen
Eine Prozession durch die Innenstadt, weitere Umzüge in Naklua, Drachen-Tänze sowie die Zubereitung eines Reisgerichtes für 4.999 Menschen werden die Höhepunkte des Vegetarischen Festivals vom 17. bis 27. Oktober in Pattaya sein. Der Umzug wird, wie das gesamte Fest chinesischen Ursprungs, von der Sawang Boriboon Foundation ausgerichtet. Diese Stiftung mit Sitz in Naklua wurde von chinesisch-stämmigen Thais gegründet und bewahrt chinesisches Brauchtum.
Eröffnet wird das traditionelle Fest am Samstag, 17. September, um 9 Uhr am chinesischen Tempel in Naklua. Die ersten Höhepunkte werden Festzüge vom Hafen am Strandabschnitt Bali Hai bis zur Central Road und später durch Naklua sein. Die Teilnehmer werden sich am Samstag um 12.29 Uhr am Hafen in Bewegung setzen. Der Marsch führt, wie in den Vorjahren, über die Walking Street. In Höhe der Polizeibox teilt sich der Umzug: Es geht über die Beach Road an der Polizeistation vorbei bis zur Central Road. Die weiteren Teilnehmer marschieren über die South Pattaya Road und die Second Road zur Central Road.
Gemeinsam geht`s von der Central Road bis zur Third Road. Dort besteigen die Festteilnehmer Busse und lassen sich nach Naklua zum chinesischen Sawangfa-Tempel bringen. Erneut zum Umzug formiert, führt die Parade zum Park Lan Pho und zur Sawang Boriboon Thamasathan Foundation. Während des Umzugs sind religiöse Zeremonien zu Ehren der chinesischen Gottheiten Giew Auang Huk und Kuanyin Bodhisattava eingeplant.
Mehrere Köche werden nachmittags aus 999 Kilogramm Reis 4.999 Portionen eines Reisgerichtes zubereiten und an die Vegetarier verteilen.
Mit dem vegetarischen Fest wollen Thais ihre Gläubigkeit beweisen. Das Festival hat seinen Namen daher, dass sich die Gläubigen tierischer Nahrung, Alkohol und Sex enthalten, um ihre Körper zu reinigen. Chinesische Gemeinden in ganz Asien begehen dieses Fest.
Aber nirgends ist es so bemerkenswert, so bizarr und eine so löchrige Angelegenheit wie auf der Ferieninsel Phuket. Das Fest ist nichts für schwache Nerven. Denn dort stechen Priester eine lange Nadel in die Wange von Männern, bis sie aus der anderen Wange wieder austritt. In jedem Jahr unterziehen sich auf Phuket mehrere hundert Gläubige einer derartigen Prozedur. Und im Laufe der Jahre sind die Objekte, mit denen sich die Gläubigen verletzen, immer vielfältiger geworden: Dolche, Schwerter, Rasiermesser, Angeln und Motorenteile werden als „Gesichtsschmuck“ verwendet. Die Gläubigen wollen in Trance beweisen, dass einer der neun chinesischen Götter sie unempfindlich für Schmerzen gemacht hat.
Auch in Phuket wird marschiert. Die Prozession macht Halt an den zahlreichen Schreinen, an denen den Göttern Gaben dargebracht werden und die Teilnehmer zu den Gottheiten beten und um Gesundheit und Wohlstand bitten. Die strenggläubigen Verehrer des Bang-Neow-Schreines treffen sich bereits seit 1825 jährlich in Phuket zur Prozession
In Naklua und Pattaya verletzten sich die Gläubigen nicht. Sie halten Kerzen und Räucherstäbchen in den Händen, werden beten und meditieren. Während der vegetarischen Tage treffen sich die traditionell weiß gekleideten Frauen und Männer mehrfach zu überlieferten Zeremonien auf dem Platz vor dem chinesischen Tempel in Naklua, oder sie marschieren über die Naklua Road zum lokalen Markt. Ladenbesitzer decken Tische mit roten Tüchern, auf der sie Kerzen, Obst, Räucherstäbchen und neun Tassen Tee stellen - eine für jede Gottheit des Taoismus. Zum Ritual gehört weiter, Feuerwerkskörper auf Podeste zu werfen, auf denen Götterfiguren durch die Straßen getragen werden.
Zur Teilnahme an den Ritualen und Festzügen sind alle Vegetarier eingeladen, unabhängig von ihrem Glauben. |