Passagiere verärgert über Service
in BMTA-Bussen
Rücksichtslose Fahrer und übelgelauntes Personal sind grimmige Realität für Busbenutzer
Was am 17. Juli mit einem Bus der Linie 40 zwischen dem südlichen Bus-Terminal und dem Busbahnhof Ekamai passierte, klingt für die Bewohner der Hauptstadt, die auf die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, fast alltäglich.
Während der Hauptverkehrszeit verlor der Fahrer während der Abfahrt von der Phra-Pokklao-Brücke die Kontrolle über sein Fahrzeug, schob sieben andere Autos zusammen, beschädigte Verkaufsstände am Straßenrand und verletzte sieben Personen.
Dabei ist die Linie 40 noch nicht einmal so berüchtigt wie die Linie 8, die zwischen Happy Land im Distrikt Bang Kapi und der Memorial Bridge verkehrt. Diese Linie wird von Privatfirmen mit BMTA-Lizenz bedient. Im vergangenen Jahr stand diese Route an erster Stelle der langen Beschwerdeliste über den Service der privaten Lizenzfirmen.
Bei den direkt von der BMTA betriebenen Linien sieht es freilich nicht viel besser aus. Hier führt die Linie 84, die zwischen Om Yai in der benachbarten Provinz Nakhon Pathom und Klong San verkehrt, die Beschwerdeliste an.
Die schlimmste Route für Passagiere, die Minibusse benutzen müssen, ist die Linie 6 von Phra Pradaeng in der Provinz Samut Prakan nach Thewes in Bangkok.
Die Linie 8 führte auch die Beschwerdestatistik des ersten Halbjahres 2009 an. Für den Managing Director der BMTA, Opas Phetmunee, ist das nichts Neues, sondern offensichtlich Alltag: „Das ist immer so“. Die Beschwerden über diese Linie betreffen hauptsächlich die nicht-klimatisierten Busse, in den temperierten fühlt sich offenbar auch das Personal wohler und benimmt sich entsprechend.
„Die Fahrer sind dafür berüchtigt, sie denken niemals an die Sicherheit der Passagiere“, sagt eine 42 Jahre alte Regierungsangestellte. „Sie rasen die Straßen entlang und stoppen dann außerhalb der markierten Bushaltestellen. Oft drücke ich den Klingelknopf vergeblich, der Fahrer hält nicht an und fährt einfach weiter. Wenn ich mit einer 50- oder 100-Baht-Note bezahle, wird der Schaffner wütend“, klagt die Frau weiter.
Ein 30 Jahre alter Arbeiter stößt ins gleiche Horn. Fahrer und Schaffner seien rüde und hätten von Dienstleistung noch nie etwas gehört. Ihre Unfreundlichkeit führe dazu, dass die Passagiere keinerlei Fragen an sie zu richten wagen. „Manchmal halten sie mitten auf der Straße an und fordern die Aussteigenden auf, sich zu beeilen, auch wenn sich kleine Kinder oder ältere Menschen darunter befinden“, berichtet dieser frustrierte Fahrgast.
Die Linie 8 ist eine von circa 100 Routen, die von privaten Lizenznehmern betrieben werden, da die BMTA nicht genügend eigene Busse besitzt. Der staatliche Betrieb bedient 120 Linien selbst, doch einige davon auch in Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen. Die BMTA plant zwar eine Erweiterung ihres eigenen Netzes auf 145 Routen, doch das kann nur Wirklichkeit werden, wenn das umstrittene Bus-Projekt endlich grünes Licht seitens der Regierung erhält, denn dann bekäme die BMTA 4.000 neue Busse.
Der BMTA-Chef gibt zu, dass ihm die 80 nicht-klimatisierten Busse der Linie 8 Kopfschmerzen bereiten. Die privaten Unternehmer wurden bereits bestraft und mit Entzug der Lizenz bedroht, doch die Probleme bestehen weiter. Khun Opas betont, dass die BMTA vor den Problemen der Passagiere nicht die Augen verschließt, doch den Fahrern der privaten Busse ein besseres Benehmen beizubringen, sei keine leichte Aufgabe.
Die Linie 8 wird von einem Konsortium aus sechs Firmen betrieben, die sich gegenseitig einen harten Wettbewerb liefern, um so viele Fahrgäste wie möglich zu befördern. Das ist wohl der Hauptgrund für die Raserei der Fahrer. Die Fahrer der BMTA-eigenen Busse sind diesem Druck nicht ausgesetzt, rasen aber trotzdem. Ihr Chef hat bis jetzt nicht herausfinden können, warum das so ist.
Jetzt will die BMTA das Global Positioning System (GPS) in ihren Bussen installieren und hofft, dass sich dadurch der Service verbessert. Das System wird zur Zeit auf den Routen 20, 21, 76 und 105 erprobt und kann die Bewegungen jedes Fahrzeugs verfolgen, aufzeichnen und zu schnelle Fahrer sofort erkennen. Doch Khun Opas fügt warnend hinzu: „Die Fahrer, die unterwegs abschlaffen, erkennen wir dann natürlich auch“. |