Thais verehren Königin Sirikit
Ihre Majestät vollendet am 12. August das 77. Lebensjahr
Eine Orchidee trägt ihren Namen, ebenfalls eine Rose, weiter ein staatliches Krankenhaus in Sattahip, ein Messe- und Kongresszentrum in Bangkok, ein Park in der Hauptstadt und ein Staudamm im Norden des Landes – Thais haben allen Grund, ihre Monarchin zu ehren. Mit ihrer sympathischen und natürlichen Art hat sich Ihre Majestät Königin Sirikit die Zuneigung aller Untertanen erworben. Somdet Phra Nangchao Sirikit Phra Boromarachininat (so der offizielle Titel) vollendet am Mittwoch, 12. August, ihr 77. Lebensjahr.
Sirikit wurde 1932 als Tochter von Prinz Chandapuri Suranath und dessen Ehefrau Mom Luang Bua Kitiyakara geboren. Ihr Urgroßvater väterlicherseits war König Chulalongkorn, der fünfte Rama (König) der Chakri-Dynastie. Sie besuchte den Kindergarten an der Rachini-Schule und die Konventschule St. Francis Xavier in Bangkok. Nachdem ihr Vater Botschafter in Frankreich, später in Dänemark und schließlich in England wurde, setzte Sirikit ihre Ausbildung in diesen Ländern und später in einem Genfer Internat fort.
In der Schweiz lernte die bildhübsche Sirikit ihren entfernten Vetter Bhumibol Adulyadej kennen. Am 28. April 1950 feierte das Paar in Bangkok seine Vermählung. Für viele Zeitgenossen, für die Thais ohnehin, eine „Traumhochzeit“. Das Datum und sogar die Uhrzeit hatten damals Astrologen ermittelt. Aus der Ehe mit dem thailändischen König Bhumibol Adulyadej gingen vier Kinder hervor, ein Sohn und drei Töchter: Kronprinz Maha Vajiralongkorn, Prinzessin Ubonratana, Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn und Prinzessin Chulabhorn.
Die Monarchin gilt als gutes Gewissen Thailands und das von den Menschen verehrte Herrscherhaus als Symbol der Einheit. Das Königspaar sieht seine wichtigste Aufgabe darin, die Integrität des Landes zu wahren. Kaum ein Ort oder ein Gebäude in Thailand, wo keine Portraits von ihnen hängen.
Ihre Untertanen verehren sie. Zu sehr hat Königin Sirikit sich in all den Jahren als Wohltäterin verdient gemacht und dafür zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten. Sie versteht sich als Botschafterin des Naturschutzes und setzt sich für den Erhalt der Wälder und bedrohter Arten ein. 1976 rief sie eine Initiative ins Leben, die im „Armenhaus“ Thailands, dem Nordosten, Weberinnen und Handwerker unterstützt und deren Produkte vermarktet. Die Königin selbst ließ sich aus den Stoffen Kleider anfertigen, pries sie auf ihren Reisen an und gewann einen französischen Designer für eine Kollektion.
Weiter sorgte sie für die Errichtung von Flüchtlingslagern an der Grenze zu Kambodscha, als Ende der 1970er Jahre rund 40.000 Khmer vor der Schreckensherrschaft von Pol Pot nach Thailand flüchteten. Seit dem Ausbruch der Gewalt in den südlichen Provinzen reist die Königin immer wieder in die betroffene Region. Ihr Einsatz für Toleranz gegenüber den muslimischen Mitbürgern hat sie bei der Bevölkerung in den von Anschlägen heimgesuchten Provinzen außerordentlich beliebt gemacht.
Zugleich und zu Ehren der Königin wird der 12. August landesweit als Muttertag gefeiert. Neben Banken und Behörden bleiben an diesem Tag viele Fabriken und Geschäfte geschlossen. |