Eheschließung führt in die Prostitution
Das gute Restaurant erwies sich für Frauen als „Dschungel-Bordell“
Die hohe Zahl von Eheschließungen zwischen thailändischen Frauen und Koreanern bzw. Taiwanesen hatte die Behörden im Bangkoker Bezirk Phra Khanong stutzig gemacht. Die Verwaltung schaltete das Department of Special Investigation (DSI) ein. Ermittler kamen schnell zu dem Schluss: Die Thais waren Scheinehen eingegangen und landeten in den Heimatländern ihrer Ehemänner in Bordellen.
Den Menschenschmuggel hatten in Bangkok im Auftrag koreanischer und taiwanesischer Banden „Makler“ eingefädelt. Sie warben heiratswillige Frauen an, besorgten die erforderlichen Dokumente und schickten die frisch Vermählte in Begleitung ihres Mannes auf die Reise. Bis zu 300.000 Baht soll ein Vermittler pro Ehestiftung erhalten haben. In Phra Khanong zählte der Standesbeamte im letzten Jahr allein 100 Eheschließungen zwischen Taiwanesen und Thais.
Interessierten Frauen wurde ein Foto ihres künftigen Mannes vorgelegt. Das Paar traf sich nur einmal in Bangkok – zur Heirat. Kurz darauf startete das Flugzeug in Richtung Prostitution. Die Banden hatten sich zusätzlich abgesichert. Alle Frauen mussten vor dem Gang zum Standesamt einen Vertrag unterschreiben: Sollten sie die Bedingungen nicht einhalten bzw. den Vertrag brechen, würden die in Thailand lebenden Eltern zur Rechenschaft gezogen. Diese hätten alle Ausgaben ersetzen müssen.
Im Heimatland des Ehemanns angekommen, wurden die Frauen, zumeist 20 bis 30 Jahre alt mit Wohnort im Nordosten oder Norden, zu Bordellen gekarrt. Dort, so hat das DSI in Erfahrung gebracht, mussten sich die Thais unter äußerst schlechten Wohn- und hygienischen Bedingungen mit Geringverdienern einlassen. Ein Zurück würde Vertragsbruch bedeuten.
Die „übliche“ Anwerbung brachte mehrere Thais in ein „Dschungel-Bordell“. So berichteten es Medien in Singapur. Den Frauen war in Thailand ein einträglicher Job in guten Restaurants oder Hotels versprochen worden. Zuhälter leiteten die im Stadtstaat angekommenen Frauen in ein Waldgebiet. Darunter war auch eine Mutter mit ihren zwei Töchtern. Ihr Zuhause bestand fortan aus Plastikdach, Holzpfählen und Matratze. Eine versklavte Thai berichtete: „Ich habe mit 160 Männern schlafen müssen, erst dann habe ich mein erstes Geld verdient. Meine Kunden mussten für zehn Minuten Sex umgerechnet 460 Baht zahlen.“
Polizeieinheiten ließen das „Dschungel-Bordell“ auffliegen und befreiten die Frauen. |