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Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Kunstfertige Töpferware für den Alltag

Hinter dem Celadon-Steingut steht eine mehr als 2.000 Jahre alte Geschichte

Das Düsseldorfer Hetjens-Museum zeigt diese Töpferarbeit aus dem alten Siam. Der Celadon-Elefant wurde im 14. Jahrhundert in Sukhothai geformt. Bei einem Rundgang durch das Hetjens-Museum in Düsseldorf stößt der Besucher auf einen kleinen Elefanten. Kriegselefant, Steinzeug, Thailand, Sukhothai, 14. Jahrhundert - so lautet der erklärende Hinweis. Das weltweit einzige Museum, das die universelle Keramikgeschichte von ihren Anfängen bis in die Gegenwart und durch alle Kulturen und Epochen sammelt und präsentiert, zeigt diese Celadon-Töpferarbeit aus dem alten Siam.

Hinter dem formschönen und modernen Steingut Celadon steht eine mehr als 2.000 Jahre alte Geschichte. Celadon oder Seladon ist bekannt als der aristokratische Stammvater der Töpferei und hat seinen Namen durch die elegante Glasur erhalten. Diese wurde von nordchinesischen Töpfermeistern entwickelt, um die dunkle Jade zu kopieren.

Dieses auserlesene glasierte Celadon war bis zum 9. Jahrhundert nur im Fernen Osten bekannt. Erst dann fanden einige Exemplare ihren Weg nach Europa, in die Schatzkammern wohlhabender Sammler.
Im Nahen Osten wurde diesem Steingut übernatürliche Macht zugeschrieben. In diesem von jeher turbulenten Teil der Welt, in dem Gewalt heimisch war, glaubten die Menschen, dass vergiftete Speisen, auf Celadon serviert, ihre Farbe ändern würden. Deshalb stieg die Nachfrage gewaltig.

Obwohl dieses kostspielige, hoch veredelte Steingut über mehrere Jahrhunderte begehrt war, unterlag es schließlich der preiswert herzustellenden Töpferware des Mittleren Ostens und den Porzellan-Nachahmungen Europas. Die großartigen chinesischen Steingut-Traditionen begannen auszusterben. Im 16. Jahrhundert wurde Celadon zu einem seltenen und kostbaren Preis für Europäer, die im direkten Handel mit dem Orient standen.

Zuvor jedoch hatte ein siamesischer König China besucht und mehr als 300 Töpfer mit zurückgebracht. Brennöfen wurden errichtet. Das siamesische Celadon wurde als „Sank alok“ bekannt.

Über mehrere Generationen wurde „Sank alok“ zu den Philippinen, nach Borneo, Indien, Persien und Ägypten und in weitere Länder verschifft. Doch dann wurden in Siam die Brennöfen stillgelegt. Über 600 Jahre wurde nicht ein Stück Celadon-Keramik hergestellt.

Erst vor wenigen Jahrzehnten belebten Thais wieder dieses Handwerk. Dabei halfen alte Schriften und traditionelle Erinnerungen. Bei den überlieferten Herstellungsmethoden nutzten die Arbeiter dasselbe seltene Material.
Bei der Herstellung von modernem Thai-Celadon werden keine synthetischen kommerziellen Farben oder Lehme verwendet. Alle Bestandteile kommen aus der Erde oder den Wäldern. Jedes einzelne Stück ist von Hand gestaltet – von der Töpferscheibe bis zum Brennofen.

Touristen können einen Celadon-Betrieb einige Kilometer nördlich von Chiang Mai an der Chotana Road gegenüber dem Lanna Golfplatz montags bis samstags jeweils von 8 bis 17 Uhr besichtigen. Die Thai Celadon Company besteht seit 1960 und stellt mit 55 Mitarbeitern täglich rund 800 Teile her, neben unglasierten und grob gearbeiteten Waren für den alltäglichen Gebrauch auch feine chinesische Dekorationskeramik. Obwohl Celadon für seine grünlich schimmernde Glasur bekannt ist, werden in Chiang Mai Lampen, Geschirr, Figuren, Plastiken für den Garten, Schüssel, Vasen und weitere Produkte in unterschiedlichen Farbgebungen hergestellt: Emerald-Jade, Jungle-Jade und blauer Glasur. Celadon ist kein echtes Porzellan, weil zur Glasur echten Porzellans höhere Brenntemperaturen nötig sind.

Die Thai Celadon Co. hat einen weiteren Ausstellungs- und Verkaufsraum in Bangkok (8/3-8/5 Sukhumvit 16 Ratchadapisek Road, Klongtoey). Er ist montags bis samstags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Infos im Internet (www.thaiceladononline.com).

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Thailand hat eigene keramische Tradition

Blattranken, Linien und Strichmuster sind typisch für die Ornamentik

Die thailändische Keramik umfasst, sieht man von den Epochen des Ban Chiang und der Khmer-Keramik ab, Irdenware aus Sukhothai und Steinzeug aus Sawankhalok. In allen thailändischen Epochen einschließlich der Frühzeit wurde Keramik hergestellt, die hinsichtlich Form und Gestaltung wenig bis keine Einflüsse von außerhalb erkennen lässt.

Obwohl Angkor im heutigen Kambodscha Zentrum der Khmerkeramik war, wurde diese Keramik auch im thailändischen Bereich hergestellt, lagen doch die Brennöfen im Grenzgebiet auf thailändischen Böden. Während der Zeit vom 9. bis zum 13. Jahrhundert entstanden Waren aus meistens glasierter zum größten Teil hochgebrannter Irdenware in den Farbgebungen Gelblich-Weiß, Fleckig-Braun oder Celadon. Typisch für diese und auch die spätere Keramik sind ungewöhnliche Formgebungen, wie sie in anderen Kulturen nicht vorgekommen sind.

Im 13. Jahrhundert wurde das Reich im Zuge einer Wanderung von Thai-Völkern aus Südchina gen Westen unterworfen. Das Königreich von Sukhothai wurde gegründet, in dem sich eine eigene keramische Tradition entwickelte.

Bei der Keramik handelt es sich um eine graue steinzeugartige hochgebrannte Irdenware mit einer transparenten farblosen Glasur. Andere haben eine eisenbraunschwarze Bemalung, überwiegend mit Blütenranken, Darstellungen von Fischen oder Strichornamenten. Ungefähr zeitgleich wird in Sawankhalok Keramik hergestellt. Die Produktion wird etwa im 14. Jahrhundert aufgenommen und bis zum Untergang des Reiches 1767 fortgesetzt. Während dieser Zeit entstehen Gefäße unterschiedlicher Art und Plastiken von Tieren, die auch als Grabbeigaben verwendet wurden.

Während die Celadon-Glasur in anderen Kulturen meistens blassgrün ist, schwankt sie hier zwischen einem feingetönten Blaugrün bis zum stumpfen Graublau und Dunkelgrau.

Bei der Ornamentik sind hier - wie in Sukhothai-Keramik - Blattranken, Linien und Strichmuster typisch. Aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen ebenfalls Keramiken aus Sankampaeng und Kalong, der Sawankhalok-Keramik sehr ähnlich. Später geht die eigene Produktion zurück. Bis zum 18. Jahrhundert wurden in China vielfarbig bemalte Porzellane für Thailand geschaffen, die oft irrtümlich als thailändische Arbeiten betrachtet wurden, weil die Bemalung aus dem Motivschatz thailändischer Kunst stammt.

(Online-Informationen des Hetjens-Museums in Düsseldorf)

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