THAI und AoT fordern Schadenersatz
Für Einnahmeausfälle durch Airport-Blockade / Verluste beim Hedging
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Eine Woche lang hielten Demonstranten ab Ende November beide Bangkoker Flughäfen besetzt. Die Staatsbank errechnete einen Schaden in Höhe von 210 Milliarden Baht. Fotos: Burkhard Bartel |
Bisher haben nur die Thai Airways International (THAI) und der Flughafenbetreiber Airports of Thailand (AoT) angekündigt, die „People`s Alliance for Democracy“ (PAD) wegen der Besetzung der beiden Bangkoker Airports vor Gericht zu bringen und Schadenersatz zu erstreiten. Die PAD hatte ab Ende November letzten Jahres den Flugbetrieb auf beiden Airports eine Woche stillgelegt.
Rund 350.000 Urlauber saßen im Königreich fest. Nach Einschätzung der Tourismusbranche konnten 3,4 Millionen Reisende, Ausländer und Thais, Urlauber und Geschäftsleute, ihr Ziel Bangkok nicht erreichen. Die Staatsbank gibt die Einnahmeausfälle mit 210 Milliarden Baht an. Das sind 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die lokale Tourismusbranche erwirtschaftet 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und beschäftigt zwei Millionen Menschen.
Die Bangkok Post hat kürzlich Manager mehrerer Fluggesellschaften befragt, ob ihr Unternehmen die PAD für die durch die Airportbesetzung entstandenen Schäden verklagen will. Ob British Airways, Cathay Pacific, Singapore Airlines, Bangkok Airways oder Thai AirAsia – Fluggesellschaften haben die Besetzung unter „höherer Gewalt“ abgehakt. Die Unternehmen sehen die Blockade als „politische Unruhen“ und glauben nicht, von der PAD Schadenersatz erstreiten zu können. Das dürfte auch schwer fallen. Die außerparlamentarische Opposition selbst hat kein Geld, und es ist fraglich, ob ein Gericht die Anführer zu Schadenersatz verurteilen würde.
AoT und THAI wollen es dennoch versuchen. Der Flughafenbetreiber beziffert seinen Verlust auf über 50 Millionen Baht, die Staatslinie gar auf 20 Milliarden Baht. Die THAI beklagt, die Einnahmeausfälle habe die Gesellschaft in die roten Zahlen gebracht. Für das letzte Geschäftsjahr meldet die Fluggesellschaft den ersten Verlust seit ihrer Gründung vor 45 Jahren.
Dazu beigetragen hat maßgeblich das Treibstoff-Hedging. Weil starke Veränderungen der Kerosinpreise das betriebliche Ergebnis einer Fluggesellschaft erheblich beeinflussen, setzten Airlines auf eine regelbasierte Treibstoffpreis-Sicherung. Doch die THAI hat sich beim Hedging verzockt. Die Staatslinie spekulierte Anfang letzten Jahres auf weiter steigende Treibstoffpreise und sicherte sich auf lange Zeit ab. Doch dann fiel der Rohölpreis auf inzwischen unter 40 US-Dollar pro Barrel, aber die THAI bezahlt weiter den hohen, im letzten Jahr mit den Absicherungsgeschäften vereinbarten Preis von 86 bis 125 US-Dollar. Nach Angaben der Airline machen die überhöhten Kerosinpreise 41 Prozent des gesamten Treibstoffverbrauchs aus. Das Ergebnis: Verluste in Höhe bis zu 6 Milliarden Baht. |