Weingärten sind eine Touristenattraktion
Filmschauspielerin schuf den Silverlake Vineyard / Elf Sorten angebaut
Pattayas Weinberge sind Hügel. Nicht mehr. Vor allem sind sie nicht höher. Zum sanften, bewachsenen Abhang passt eher die Bezeichnung Weingärten. Der Silverlake Vineyard erstreckt sich auf über 400 Rai und ist seit Jahren eine touristische Attraktion. Wochentags sind es Hunderte, an Wochenenden und Feiertagen Tausende thailändische und ausländische Besucher. Sie gehen zwischen den Rebstöcken spazieren, lassen schon mal, verbotenerweise, eine Traube im Mund verschwinden und erfreuen sich an der malerischen Landschaft.
An mehreren Ständen gibt`s Imbisse und aus Trauben hergestellte Snacks, frische Weintrauben und Gemüse aus Hydrokultur. Der offene Traubensaft (25%) kostet 30 Baht je Becher, garantiert 100prozentiger Saft in Flaschen verschiedener Grösse bis zu 120 Baht. Weinliebhaber zahlen für eine Flasche 2006 Silverlake-Shiraz 550 Baht. Zudem wird ein 2006 Chenin Blanc für 490 Baht verkauft. Ihren Hunger können die Besucher in einem kleinen Restaurant (Food & Ice-cream) und in einer jenseits der Hauptstrasse eröffneten Pizzeria stillen.
Familien lassen sich in überdachten Pavillons nieder und geniessen ihre Speisen und Getränke mit Blick auf den Silverlake. Vor dem Ufer erinnern eine Windmühle und vier überdimensionale, in einem Blumenbeet platzierte Holzschuhe an Holland. Jenseits der Hauptstrasse, in einem Pavillon, spielt eine Band. Auch die Hintergrundmusik sorgt für eine heitere, gelöste Atmosphäre. Und weil für die meisten Thais der Besuch der Weingärten ihre erste Begegnung mit an Reben wachsenden Weinbeeren ist, lassen sie sich Zeit und bestaunen immer wieder die roten Trauben.
Das Weingut mit einem Blumenpark gehört Supansa Nuangpirom. Die Filmschauspielerin überwand alle Widerstände und wischte kritische Kommentare ihrer Freunde, man könne in Pattaya keinen Weinberg anlegen, beiseite. Ab 2002 liess die prominente Bangkokerin das weitläufige Areal aufbereiten. Seitdem wurden bis zum See hinunter Rebstöcke gepflanzt, Berieselungsanlagen installiert und Frauen und Männer für die Pflege der Reben eingestellt.
Auf dem Gelände rund sechs Kilometer von der Sukhumvit Road entfernt und unterhalb des mit Laserstrahlen in den Felsenberg eingebrannten BuddhaBildnisses wachsen elf Rebensorten, darunter so bekannte wie Perlette, Malaga Blanc und Shiraz. Die Tafeltrauben sind überwiegend kernlos. Zehn Sorten werden zu Traubensaft, Snacks und Rosinen verarbeitet, nur aus einer Traube keltern Mitarbeiter nach der Ernte, jeweils Ende des Jahres, den Silverlake-Shiraz-Wein.
Das Weingut hat sich weithin einen Namen gemacht. Auch für die Ausrichtung von Hochzeitsfeiern, für weitere private Partys, PR-Kampagnen von Unternehmen und als Ziel von Autorallyes. An einem kleinen, künstlich angelegten See mit Zuschauertribüne haben nachts mehrfach Jazzkonzerte stattgefunden - mit so bekannten Gruppen und Künstlern wie Koh Mr. Saxman & Bangkok Connection, Infinity Jazz Band, Billy Cobham`s Culture Mix, Bill Bruford`s und Tim Garland.
Mit der Ausdehnung der Weingärten hat der Kommerz Schritt gehalten. Noch Anfang dieses Jahrzehnts war das Buddha-Bildnis Khao Chi Chan, 1996 zu Ehren des Königs geschaffen, eine Stätte der Ruhe, Demut und Andacht. Gläubige Thais zündeten vor dem 130 Meter hohen und 70 Meter breiten Bild Kerzen an und beteten. Soldaten der Marine bewachten das Gelände, auf dem nur wenige Essens- und Getränkestände zu finden waren. Heute können die Besucher auf Elefanten reiten, eine Kutschfahrt buchen, mit am Weingut gemieteten ATV-Geländefahrzeugen und Fahrrädern sowie in Tuk-Tuks und kleinen Bussen die Umgebung am Silverlake erkunden oder in einem Tretboot den künstlichen See befahren.
An den Weingärten gibt`s ausreichend Parkflächen. Die Verkaufsstände sind täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet (Telefon 038-938.250). Weitere Infos unter Telefon 081-700.4527 oder auf Thai im Internet (www.silverlakethai.com). Es wird kein Eintritt erhoben.
Wegbeschreibung: Von Pattaya aus auf der Sukhumvit Road in Richtung Sattahip, in die zweite zum Wat Yanasangwararam/Khao Chi Chan führende und entsprechend ausgeschilderte Strasse links einbiegen (vor dem Nong Nooch Tropical Garden).
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Auf dem Wein-Pfad durch das Land
Vor nahezu 20 Jahren hat Dr. Chaiyudh Kamasutra mit dem Chateau de Loei Thailands ersten reifen Wein auf den Markt gebracht. Zehn Jahre später erfolgte die Gründung der Thai Wine Association. Dem Verband gehören sechs Weingüter an: GranMonte Family Vineyards, PB Valley Winery und Chateau Des Brumes (alle Khao Yai), Siam Winery in Hua Hin, Mae Chan Valley Winery in Chiang Rai sowie Shala One in Phichit. Die Unternehmen haben sich zu strengen Qualitätsmassstäben und Kontrollen verpflichtet. Die Betriebe beschäftigen über 1.200 Frauen und Männer. Wegen des tropischen Klimas wird zweimal im Jahr geerntet: zumeist in den Monaten Juli und August sowie im Februar und März. Bei einem Mitglieder-Treffen entstand die Idee, der interessierten Öffentlichkeit einen Wein-Pfad anzubieten. Heute können Thais und Ausländer diese Weingüter und weitere Betriebe wie den Silverlake Vineyard bei Pattaya besuchen und sich vor Ort über Reben und Weinkelterei informieren. Fast überall darf gekostet werden, Reben und Wein, zudem bieten einige Weingüter eine hervorragende Küche an. Mae Chan Winery hält für Übernachtungsgäste Bungalows bereit, die Siam Winery bietet ihren Gästen verschiedene Aktivitäten. Mehr im Internet unter: www.thaiwine.org.
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Experten loben hohen Qualitätsstandard
Wein aus Thailand stellt die fest umrissene Weinwelt auf den Kopf
Weinbau blickt in Thailand auf eine noch nicht lange Tradition zurück. Trotz des im Lande herrschenden feuchtwarmen Klimas werden seit Anfang der 1960er-Jahre Reben gepflanzt. Es sollte aber mehr als zwei Jahrzehnte dauern, bis die aus Europa eingeführten Reben kultiviert waren und geschmacklich verträgliche Trauben wuchsen. Weinkenner bescheinigen dem Thaiwein heute einen hohen Qualitätsstandard, der laufend verbessert wird. Die meisten angebauten Sorten wurden an landwirtschaftlichen Hochschulen für tropische Bedingungen gezüchtet.
Thailands Anbaugebiete liegen im Nordosten des Landes, so in der Provinz Loei, am Khao-Yai-Nationalpark, auch in Kanchanaburi und Hu Hin. Weithin bekannt sind Weingüter wie GranMonte und PB Valley (beide in Khao Yai), Chateau de Loei, die Siam Wine Company in Samut Sakhon, die Siam Winery bei Hua Hin, Mae Chan Valley in Chiang Rai, Shala One in Phichit und Chateau des Brumes bei Nakhon Ratchasima (Korat).
Rainer Schäfer, ein ausgesprochener Weinkenner, schrieb im Vorjahr in Zeit-Online in seiner Wein-Kolumne: „Es wird tatsächlich Wein in Thailand angebaut, der es auch noch mit den Franzosen aufnehmen kann.
Im Glas wartet ein junger Rosé darauf verkostet zu werden. Die Eindrücke sind viel versprechend: Erfrischende Säure, trocken, und er duftet nach Erdbeere. Vermutlich wurde der Wein in Frankreich, Spanien oder Deutschland abgefüllt - da ist sich die internationale Expertenrunde bei ihrer Blindverkostung schnell einig.
Das Erstaunen ist jedoch gewaltig, als die Identität des Weines preisgegeben wird: Es ist ein White Shiraz aus Thailand, Jahrgang 2007, von den Hua Hin Hills aus dem Monsoon Valley. Er stellt die fest umrissene Weinwelt auf den Kopf. Denn bislang galt die Regel, dass ein guter Wein nur zwischen dem 30. und 50. Längengrad nördlich und südlich des Äquators wachsen könne. Die Hua Hin Hills liegen aber zwischen dem 12. und 13. nördlichen Breitengrad.“
Auch Thais haben längst erkannt: Mässiger Weingenuss fördert nicht nur Lebensqualität und Wohlbefinden, sondern auch die Gesundheit. Dies kann in unserer stressgeprägten Zeit gar nicht hoch genug eingestuft werden.
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