Bangkok, Diebesmarkt!
Geheimtipp, Diebesmarkt! An jedem Samstag geschieht es aufs Neue. Bereits in den frühen Nachmittagsstunden errichten fleissige Händler in einem ganzen Stadtviertel der Metropole ihre Zeltzeilen, breiten ihre Verkaufsdecken aus, oder montieren ihre transportablen Marktstände. Es müssen Tausende von Händlern sein, die hier ameisengleich jede begehbare Gasse, eine jede Treppenstufe, ja sogar Strassenbäume, Bauzäune und die Frontvergitterungen der hier ansässigen Geschäfte für ihre Waren in Beschlag nehmen. Viele Tonnen an Waren werden in Rekordzeit ausgeladen. Um 17 Uhr, wenn der Verkaufmarathon startet, muss ein jedes Lieferfahrzeug entfernt sein. Denn die Käuferscharen kommen pünktlich! Es grenzt an ein Wunder, aber klappt doch jedes Mal.
Der „Diebesmarkt”, schon alleine der Name verleitet zum Aufhorchen! Finstere Gestalten, vermummte Banden gibt es hier aber nicht, nur Waren, Händler und Käufer.
Waren können und werden durchaus oft aus Hehlereien aus Einbrüchen und Diebstählen entstammen, allen der Zustand mancher Dinge hier ist für diese Vermutung ein sicheres Indiz. Kaum jemand wird z.B. sein Autoradio ausbauen und dabei die Kabel nur abreissen oder eine Digitalkamera der neueren Generation ohne das passende Ladegerät, die Bedienungsanleitung und das Futteral feilbieten. Doch zum Warenangebot selber kommen wir noch später. Historisch war dieser Diebesmarkt in einem anderen Stadtviertel von Chinatown zu Hause, nämlich dem Nakhon-Kasem-Viertel, doch im Laufe der letzten 20 Jahre ist der Nakhon Kasem Market eher zu einem fast reinen Touristen-, Tand- und Andenkenmarkt geworden.
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