Thailands Süden stand wieder unter Wasser
Festland stärker betroffen als die Urlaubsinseln – Viele Menschen verloren alles
Zum dritten Mal binnen 13 Monaten ist Südthailand von schweren Stürmen und Überschwemmungen heimgesucht worden. Nach den Katastrophen vom November 2010 und der schlimmsten Flut Ende März 2011 haben zum Jahresbeginn neuerlich viele Menschen Haus und Hof verloren und sind auf Notstandshilfen der Regierung angewiesen.
Zwei Schweizer Urlauber erlebten die Auswirkungen am 2. Januar hautnah mit. Die beiden Harley-Davidson-Fahrer wurden südlich von Suratthani auf ihrer Reise nach Koh Samui regelrecht von den Fluten eingeschlossen. Bereits bei der Abfahrt in Phuket waren Petra Weibel und Moreno Panscera von sintflutartigen Niederschlägen begleitet worden.
Etwa 25 Kilometer vor der Samui-Fähre war die Fahrt beendet. „Nichts ging mehr, und wir konnten gerade noch uns und unsere Miet-Motorräder in Sicherheit bringen“, so die Urlauber aus dem Kanton Zürich. „Es ging so schnell, plötzlich war überall Wasser.“ Tags darauf konnten die beiden ihr Reiseziel Koh Samui doch noch unbeschadet erreichen.
Die schlimmsten Überschwemmungen:
•Im Distrikt Nakhon Si Tammarat wurden viele Hauptstraßen überschwemmt und waren tagelang gar nicht oder nur mit Pickups passierbar. Der Flughafen musste zwei Tage gesperrt werden. Der Zugverkehr nach Bangkok war bei Thung Song wegen weggespülter Bahngleise unterbrochen.
•In der Suratthani Provinz – zu der auch die Urlaubsinseln Koh Samui und Koh Phangan gehören - standen ebenfalls Dörfer und Straßen unter Wasser. Das Festland war stärker betroffen. Rund um die Provinzhauptstadt Suratthani konnten wichtige Straßen mehrere Tage nicht passiert werden. Bei Kanchanadit waren 3000 Bewohner gänzlich von der Versorgung abgeschnitten.
•Am schlimmsten erwischte es den tiefen Süden. In Songkhla, Patthalung und in Yala, im Grenzgebiet zu Malaysia, stieg das Wasser teils meterhoch an. Krankenhäuser mussten evakuiert und Schulen geschlossen werden.
•Auch Chumphon, 220 Kilometer nördlich von Suratthani, erlebte neuerlich eine Hochwasserwelle. Die Autobahn nach Bangkok war teilweise nicht passierbar. Sicherheitskräfte mussten Dörfer evakuieren und zwei schwerkranke Patienten nach Suratthani verlegen. Ganze Strandabschnitte wurden vom stürmischen Meer weggerissen.
Sam Gruber
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