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Beiträge · Erzählung über Thailand von Wilfried Stevens
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Erzählungen von Wilfried Stevens

Phra That Phanom Chedi-Fest

Die kleine Stadt That Phanom liegt im äußeren Nordosten Thailands, rund 50 km südlich von der Provinzhauptstadt Nakhom Phanom entfernt. Dort gibt es über 50 Meter hohen und sehr verehrten Phra That Phanom Chedi. Dieser Chedi gilt als das heiligste buddhistische Monument der Nordostregion Thailands und wird auch im angrenzendem Laos sehr verehrt, da sich im Chedi ein Relikt von Buddha befinden soll. Er ähnelt dem berühmten That Luang Chedi in Laos.

Eine Legende erzählt, das vor 2500 Jahren ein Wandermönch namens Maha Kasapa hierher wanderte, der eine Reliquie Buddhas (es soll sich um ein Stück des Brustbeines handeln) mit sich führte. Seitdem befände sich die heilige Reliquie an diesem Ort. Die Archäologen meinen aber heraus gefundne zu haben, das erst vor 1500 Jahren hier ein Heiligtum gestanden haben muss. Dieses alte Heiligtum wurde dann etwa 900 n. Chr. von den Khmer durch ein neues Khmer-Heiligtum ersetzt. Man vermutet, das danach auch ein König von Laos hier ein Heiligtum errichten ließ. Genau an der gleichen Stelle wurde dann in der Regierungszeit (1656-1688) von König Narai der neue Chedi errichtet.

Die Spitze des Chedis ist mit rund 100 kg dünnem Blattgold dekoriert. Der 11. August 1975 war ein tragisches Ereignis für das hoch verehrte Heiligtum. Ein Unwetter ließ den Chedi in sich einstürzen. Doch schon nach kurzer Zeit entschloss das thailändische Kultusministerium, den Chedi neu zu bauen. Nach der Fertigstellung 1979 wurde der neu errichtete Chedi von seiner Majestät, König Bhumibol Adulyadej, wieder eingeweiht.

Jedes Jahr im Monat Februar gibt es im Ort das große buddhistische Phra That Pathom Chedi Fest, an dem unzählige Gläubige an der siebentätige Dauer des Festes teilnehmen. Dieses Fest ist heute eher zu einem großen Volksfest mit religiösen Hintergrund geworden: Unzählige Marktstände bieten ihre Waren an, fahrbare Garküchen versorgen die Besucher mit heimischen Speisen, Musiker-Gruppen spielen klassische und moderne Musik, Wahrsager und Amulett- und Los-Verkäufer sind ebenso zahlreich vertreten, so dass man sich eher auf einen bunten Jahrmarkt versetzt fühlt. Zuletzt kann man noch Hunderte von Mönchen in ihren typischen Safran-Roben sehen, die den großen Andrang der Gläubigen, die aus ganz Thailand und Laos kommen, rund um den Chedi organisieren.

Allein die Atmosphäre mit seinen Tausenden Menschen, dass bunte Treiben rund um den Chedi und der Chedi selbst als unübersehbarer Mittelpunkt des Festes, macht einen Besuch für jeden Buddhisten und Interessenten lohnenswert. Wenn auch das Volksfest anscheinend im Vordergrund steht, ist es doch in erster Linie die große Bedeutung, die dieser Ort im Land symbolisiert. Zahlreiche gemeinsame Gebete mit den Mönchen und eine Vielzahl an Opfergaben besinnen einen zum religiösen Hintergrund des Festes, wobei viele Gläubige in ihrer religiösen Demut weiß gekleidet erscheinen.

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