Oskars Kolumne
Langweiler
Oskar hat kaum einen bedeutenden thailändischen Film ausgelassen. An Geschichte interessiert, hat Oskar die Verfilmung der heldenhaften Geschichte des Dorfes „Bang Rajan“ und Jahre später das Historienepos „Suriyothai“ mit Sympathie für die Macher genossen – trotz mitschwingender nationalistischer Untertöne. Die Königin Suriyothai kämpfte im 16. Jahrhundert an der Spitze des Heeres gegen die birmanischen Invasoren und starb auf dem Feld.
Regisseur Prinz Chatrichalerm Yukol kündigte umgehend ein weiteres Meisterwerk an: Die Geschichte des Ayutthaya-Königs Naresuan, der das damalige Siam von der Herrschaft der Birmesen befreite: „Suriyothai war ein großer Film, Naresuan wird ihn übertreffen.“
Mitnichten! Der Regisseur hielt sich nicht an den Zeitrahmen und überzog sein üppiges Budget. „Die Legende des Königs Naresuan“ kam Anfang 2007 in die Kinos, Wochen später folgte der zweite Teil. Doch die historische Produktion erreichte weder die Qualität noch den überwältigenden Erfolg von „Suriyothai“. Im Vorjahr kam der dritte Teil in die Kinos, jetzt der vierte.
Chatrichalerm Yukol scheint auf keine von ihm gedrehte Sequenz verzichtet zu haben. Waren die ersten beiden Teile noch sehenswert, stuften Kritiker Part drei und vier als Langweiler ein. Die Handlung dümpelte dahin, eingebettet in angeblich historische Schlachten. Der Held wurde schwer verwundet, lag mehrere Tage im Koma, wachte und stand auf und kämpfte weiter. Der Nationalstolz gebot der letzten Regierung, den vierten Teil zu finanzieren. Ein fünfter soll folgen, sobald weitere Steuergroschen locker gemacht werden. Das Geld wäre für die allgemeine Filmförderung besser angelegt.
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