Oskars Kolumne
Öffentlicher Raum
Oskar hat Straßen und Gehwege immer als öffentlichen Raum verstanden. Fahrbahnen, Bürgersteige und Plätze sind Bühnen von Arbeit und Konsum, von Festen und politischen Aktionen. In Thailand steckt der öffentliche Raum und seine Nutzung jedoch voller Konflikte: Werbung gegen Stadtgestaltung, Autofahrer gegen Fußgänger, Demonstranten gegen Touristen, private Nutzung gegen allgemeine Verfügbarkeit. So ist es im Königreich üblich, dass Geschäfte, Organisationen und Hausbesitzer Gehwege und Fahrbahnen bei Veranstaltungen, Familienfeiern und Beerdigungen besetzen.
Auf Bürgersteigen machen sich Händler mit ihren Ständen breit, von Taxifahrern abgestellte Motorräder versperren Fußgängern den Weg, Geschäftsinhaber beanspruchen öffentlichen Parkraum und stellen auf der Fahrbahn Hindernisse auf. Wer diese Absperrungen nicht beachtet, geht ein hohes Risiko ein.
Freunde erzählen Oskar, was so alles passieren kann: Nach der Rückkehr zum abgestellten Auto sind die Reifen ohne Luft oder gar zerstochen, der Lack hat erhebliche Schrammen bekommen oder das Fahrzeug wurde von anderen Wagen völlig eingeparkt. Ein Streit um den öffentlichen Raum kann auch in Schlägerei und einer Arztpraxis enden.
So geschah es in Pattaya einem deutschen Autofahrer. Er hatte seinen Wagen vor einem 7-Eleven an der Soi Buakhao abgestellt. Auf den deutlichen Hinweis von Motorradtaxifahrern, das sei ihr Raum und der Farang möge seinen Wagen anderweitig parken, reagierte der Deutsche mit: Er wolle nur schnell was einkaufen. Acht anscheinend erheblich unter Alkoholeinfluss stehende Thais schlugen den 59-Jährigen krankenhausreif.
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