Von Geistern, Gnomen und guten Feen
Die Allgegenwärtigkeit von Geistern im thailändischen Alltag ist unübersehbar, - denn die moderne Konsumgesellschaft hat den Glauben an übernatürliche Mächte nicht verdrängen können. Davon zeugen nicht nur die weitverbreiteten Amulette, magische Tätowierungen und glücksbringende Wollfäden am Handgelenk oder geheimnisumwitterte Wahrsager und Geisterbeschwörer, sondern auch ein breites Sortiment an Geistern, Drachen und Dämonen. Diese werden von den buddhistischen Thais in alle nüchternen Berechnungen einbezogen. Schliesslich können Geister als gute Feen Unfälle verhindern, für Fruchtbarkeit sorgen, die richtigen Lotteriezahlen voraussagen, - aber sie können sich auch als unsichtbare Gnome in den Nacken der Menschen festbeissen und Unglück bringen.
Da sie launisch und immer gut für Kapriolen sind, sollte man sich stets mit ihnen arrangieren und sich ihrer Gunst versichern.
Der deutlichste Beweis für den Respekt sind die Geisterhäuschen, die sich an jedem Wohnhaus, aber auch an öffentlichen Gebäuden wie Hotels, Krankenhäusern und Schulen oder sogar an gefährlichen Strassenkreuzungen finden: so gross wie Puppenstuben werden die tempelartigen Behausungen auf Holzpfähle oder Betonsäulen montiert, die einen Ehrenplatz auf dem Grundstück oder im Haus erhalten. Um die hier hausenden Geister gnädig zu stimmen, wird ihr Domizil ständig mit Blumen, Kerzen, Räucherstäbchen und holzgeschnitzten Figuren geschmückt. Aber natürlich kümmern sich die Thais auch um das leibliche Wohl ihrer Geister - mit kleinen Portionen Reis, gebratenem Geflügel, Früchten oder auch mal mit einer Flasche Coca Cola....
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