Siam - Das Land des weißen Elefanten
Ihre Bedeutung im Buddhismus und im Leben der Thais
von Axel Ertelt
Genauso, wie Thailand heute häufig auch als Land der Freien oder Land des Lächelns übersetzt bzw. interpretiert wird, wurde das alte Königreich Siam früher auch als Land des weißen Elefanten bekannt.
Es gibt nur noch zwei Elefantenarten, die bis heute auf unserem Planeten überlebt haben. Das sind der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) und der Indische oder Asiatische Elefant (Elephas maximus). Der asiatische Typ ist leicht von dem afrikanischen zu unterscheiden. Seine Ohren sind viel kleiner und auch die Stoßzähne sind nicht so gewaltig wie die des Afrikaners. Außerdem ist seine Stirnpartie steiler und mit Stirnhöckern ausgeprägt. Sein Rücken ist schwach nach oben gewölbt, während der des Afrikaners sattelartig nach unten gewölbt ist. Der asiatische Elefant hat vorne vier und hinten drei Zehen, während der afrikanische jeweils eine Zehe mehr besitzt. Auch hat der afrikanische Elefant längere Beine, was optisch den Eindruck erweckt, er sei kürzer als der asiatische - was jedoch nicht stimmt.
Die weißen Elefanten sind in Thailand und den anderen Ländern des Buddhismus heilige Tiere und werden hoch verehrt. Und dennoch gibt es sie eigentlich gar nicht. Wenigstens nicht in der Form, wie man sie sich als Laie vielleicht vorstellt: schneeweiße Elefanten. Die so genannten weißen Elefanten (thai = Chang Puak) sind lediglich ein wenig heller als die anderen, was einem Laien wohl kaum ins Auge fallen dürfte.
Allgemein gelten sie als Albinos und sollen bereits als Jungtiere weiße Augen und Zehennägel besitzen. An der Stirn oder an den Ohren befinden sich auch rosa Flecken.
Schneeweiß waren sie nur auf den alten siamesischen Flaggen. So prangte ein solcher schneeweißer Elefant auf einem blutroten Hintergrund von der Handelsflagge oder in gleicher Weise auf einem tiefblauen Hintergrund, der symbolisch das Meer darstellte, von der Flagge der siamesischen Marine. Und bis heute noch ist Erawan, der dreiköpfige weiße Elefant aus der Thai-Mythologie, wichtiger Bestandteil im Wappen des Königs.
Einer der berühmtesten weißen Elefanten war Phra Intra. Er wurde im Jahre 1658 unter König Phra Narai gefangen. Doch auch er war nicht weiß; soll aber zumindest weiß gefleckt gewesen sein (nach: Ernst von Hesse-Wartegg).
Der wohl bisher letzte „weiße Elefant“ wurde Anfang November 2001 im Nordosten Myanmars entdeckt und gefangen. Bei dem Tier handelte es sich um einen 1,8 Meter großen, achtjährigen Bullen, der in die Hauptstadt Rangun gebracht wurde. Die Medien berichteten, dass die Haut des kleinen Elefanten bei Regen weiß-rosa erscheine und im Sonnenschein in einem gelblichen Rotbraun erscheint.
Seit Jahrtausenden wurden Elefanten in ganz Asien gefangen, gezähmt und als Arbeitstiere abgerichtet. Mehr als 20 Kommandos können sie mit Hilfe ihrer Rüssel, Stoßzähne, Stirn oder Beine ausführen. Besonders im Dschungel und heute noch bei der Forstarbeit im unwegsamen Gelände werden sie eingesetzt. Auch als Reittiere sind sie beliebt und gelten als sicheres Beförderungsmittel, da sie sicherer treten als Pferde oder Kamele. Aus dieser Begebenheit resultierte die Tatsache, dass Elefanten in Hinterindien früher auch als Kriegselefanten dienten und wichtiger Bestandteil im Kampf waren. Allerdings wurden Elefanten nie für solche Zwecke gezüchtet, sondern immer wieder neu im Dschungel eingefangen.
Der heilige weiße Elefant im Buddhismus
Der Reiseschriftsteller Ernst von Hesse-Wartegg schreibt in seinem 1899 erschienenen Buch „Siam das Reich des weißen Elefanten“. „Es war durch die Einwirkung eines weißen Elefanten, dass Maya Devi das Glück hatte, Mutter des Buddhas zu werden, und nach dem Prinzip der Seelenwanderung soll die Seele Buddhas einmal in einem derartigen Dickhäuter gewohnt haben. Bei einer so großen Seele war es selbstverständlich, dass sie einen so viele Kubikmeter umfassenden Elefanten zum zeitweiligen Wohnort wählte; kleinere Buddhistenseelen begnügen sich auch mit kleineren Tieren...“
Zum besseren Verständnis der Umstände, warum der weiße Elefant im Buddhismus als heiliges Tier verehrt wird, will ich hier die Umstände dazu näher beleuchten.
Etwa zehn Monate vor der Geburt des Siddharta Gautama (wie Buddha mit bürgerlichem Namen hieß) war in Kapilavastu (im nordindischen Raum) das Vollmondfest angesagt worden. Königin Maya feierte das Fest bereits vom siebten Tage vor dem Vollmond an. Sie trank keine berauschenden Getränke und beging es mit vielen Blumen und Wohlgerüchen. Am Tage des Vollmondes badete sie in duftendem Wasser und verteilte 400 000 Münzen als Almosen. Im vollen Schmuck aß sie die erlesenen Speisen, legte die Uposatha-Gelübde ab und bettete sich im königlichen Schlafgemach zur Ruhe. Im Schlaf hatte sie den folgenden, für ihren künftigen Sohn wegweisenden, Traum:
Vier große Könige hoben sie von ihrem Schlaflager empor und führten sie zum Himalaja, wo sie auf der Hochebene Manosila niedergelassen wurde. Dann kamen die Königinnen und führten sie zum Anotattasee, wo Maya mit einem Bad von der menschlichen Unreinheit gesäubert wurde. Anschließend wurde sie mit Wohlgerüchen gesalbt, mit himmlischen Gewändern bekleidet und mit göttlichen Blumen bedeckt. Auf einem nahen Silberberg befand sich ein goldener Palast, in dem ihr ein nach Osten ausgerichtetes Lager bereitet wurde, auf das man sie legte. Nun wurde der Bodhisattwa (das ist jemand, der die Vollkommenheit fast erreicht hat und sich in einer Anwärterschaft zum Buddha befindet) zu einem weißen Elefanten. Er ging zu einem goldenen Berg, der nicht weit vom Goldpalast auf dem Silberberg entfernt lag. Dann stieg er hinab und ließ sich, von Norden herantretend, auf dem Silberberg nieder. Sein Rüssel glich einer Silberschnur und hielt eine weiße Lotusblume. Schließlich trat er trompetend in den goldenen Palast ein, machte dreimal einen Kreis um das Bett mit Königin Maya, seiner Mutter, schlug ihre rechte Seite und trat in ihren Schoß. Dadurch erhielt er eine neue Existenz.
Dieser Traum dürfte wohl ausschlaggebend für die heutige Verehrung der weißen Elefanten gewesen sein. Der Legende nach wurden sie jedoch schon lange vor Siddharta Gautama als heilig aufgefasst und verehrt. So beispielsweise in einem früheren Leben Buddhas, das er als Prinz Vishvantara führte. In diesem Leben soll er den heiligen weißen Elefanten seines Vaters, des Königs, verschenkt haben, worauf er auf Drängen des gemeinen Volkes aus dem Palast verbannt wurde und in die Einsiedelei ging.
Die buddhistische Bedeutung der weißen Elefanten hat ihren Ursprung somit zwar im indischen Lebensbereich, der Heimat Buddhas, ist aber maßgebend für das Denken und Handeln im gesamten Buddhismus, vor allem aber im buddhistisch-asiatischen Raum; also auch in Thailand.
Die Bedeutung des Elefanten in der Mythologie
Wie bereits kurz angedeutet ist Erawan eines der bedeutendsten Elefantenwesen der thailändischen Mythologie, die hauptsächlich im Ramakien, der thailändischen Version des indischen Ramayana, niedergelegt ist. Nach diesem Mythos steht am Anfang der Weltenschöpfung „Das Buttern des Milchozeanes“. Das geschah durch die Götter und Dämonen. Dabei wurde aus den undifferenzierten Fluten die Urmaterie und die Urenergie gewonnen. Hierdurch entstanden auch die Elemente der Schöpfung, wovon eine die physische Kraft ist, die durch Erawan, den „reinen Elefanten“, verkörpert wird.
Der Gott Indra, der in Thailand als treuer Beschützer Buddhas gilt, erhielt Erawan als Reittier und in dieser Eigenschaft fungiert er auch als einer der acht Weltenwächter (Lokapala). Zugeordnet wird er dem Osten. Dies ist mit der Grund, warum der dreiköpfige, weiße Elefant bis heute der wichtigste Bestandteil im königlichen Wappen geblieben und der weiße Elefant zu einem königlichen Tier geworden ist. Auch wenn die besondere Verehrung des Elefanten seinen Ursprung in Indien hat, so wurde sie doch später vom siamesischen Königshof übernommen.
Ein weiteres Geschöpf der Mythologie ist der hinduistische Gott Ganesha. Halb Elefant, halb Mensch, gilt er als Schutzherr der Wissenschaften und Künste. Dargestellt wird er als dickbäuchiger Mann mit vier Armen und einem bekrönten Elefantenkopf mit nur einem Stoßzahn. Als Sohn von Shiva und Devi (letztere auch bekannt unter den Namen Parvati, Uma oder Kali) nimmt er eine besondere Stellung unter den Göttern ein.
Der Reisebuchautor Ulrich Quack schreibt dazu: „Genau wie Erawan spielt Ganesha im Elefantenkult des thailändischen Königshofes eine wichtige Rolle.“ Und in der Kunst der Thais finden wir noch den Gaja-Singha, einen Löwen mit Elefantenkopf, der ein beliebtes Element im Kunststil des Landes ist.
Thailands Elefantenbestand
Die Zahl der Elefanten hat in Thailand in diesem Jahrhundert drastisch abgenommen. Um die vorletzte Jahrhundertwende soll es noch um die 200.000 Elefanten im Land gegeben haben. In nur gut sieben Jahrzehnten hat es der Mensch geschafft, diesen Bestand bis Mitte der 70er Jahre auf nur noch ca. 17.000 zu dezimieren. Weitere zwei Jahrzehnte waren notwendig, damit es heute nur noch um die 3.000 frei lebende Tiere gibt. Dies ist eine vorsichtige Schätzung und es wird befürchtet, dass es tatsächlich weniger Tiere sind. Die frei lebenden Elefanten leben im Süden des Landes, im Tenasserim-Gebirge oder in den Bergregionen des Nordens, an der westlichen Grenze Thailands zu Myanmar (Burma).
Abgerichtete Arbeits- und Kriegselefanten gab es früher zu zehntausenden. Heute gibt es keine Kriegselefanten mehr, sondern nur noch Arbeitselefanten. Dieser Bestand wird auf knapp 5.000 Tiere geschätzt, wobei die Tendenz fallend ist. So kommt Thailand heute auf einen Elefanten-Gesamtbestand von nur noch maximal 6.000 bis 8.000 Tieren. 1998 hat Thailand aus diesem Grund zukünftig den 13. März zum nationalen Gedenktag für die Elefanten erklärt.
Weiße Elefanten am Königshof
Schon seit frühester Zeit gilt: Jeder weiße Elefant, der gefunden wird, muss umgehend am Königshof abgeliefert werden, wo er in den Besitz des amtierenden Königs übergeht. Das Prestige des Königs hing früher davon ab, wie viele weiße Elefanten er besaß. Im Jahre 1563 regierte in Siam König Maha Chakraphat in Ayuthaya. Er besaß sieben solcher weißer Elefanten. Diese waren schließlich Anlass zu einem Krieg zwischen Burma und Siam, weil der König sich weigerte dem burmesischen König zwei seiner weißen Elefanten abzutreten.
Auch wurden Elefanten früher von den Königen und Prinzen als bevorzugte Reittiere bei der Jagd benutzt. Dies belegen zahlreiche alte Dokumente und Darstellungen.
Der derzeit amtierende König Thailands, König Bhumibol Adulyadej, soll heute insgesamt neun weiße Elefanten sein Eigentum nennen. Das wären mehr, als je ein siamesischer König vor ihm besaß. Dies berichtet die Autorin Anita Rolf in ihrem Thailand-Reiseführer. Einige Quellen berichten davon, dass in der Regentschaft des heutigen Königs bisher sogar insgesamt zehn weiße Elefanten gefunden wurden. Diese Elefanten befinden sich in einem Gehege im Chitralada-Palast, der königlichen Residenz.
Elefanten für den Krieg
Als die burmesische Invasionsstreitmacht das Königreich von Ayuthaya überfiel, bestand diese Armee aus 300.000 Mann, 3.000 Pferden und 700 Kriegselefanten. Auch die Thais setzten bei ihrer Verteidigung eine stattliche Zahl Kriegselefanten ein.
Eines der bedeutendsten Ereignisse in Siams Geschichte ist ein Duell zwischen Naresuan, dem König von Ayuthaya, und dem burmesischen Kronprinzen, das sie im Jahre 1592 auf dem Rücken ihrer Elefanten austrugen.
Ebenso spielten die Kriegselefanten in vielen bewaffneten Konflikten mit den Khmer in den östlichen Grenzgebieten Siams eine nicht unbedeutende Rolle.
König Rama IV von Bangkok hat sogar dem damaligen US-Präsidenten Buchanan in einem Schreiben die Lieferung „etlicher Kampfelefanten“ angeboten.
Der Elefantenkraal von Ayuthaya
Etwas nördlich (nicht weit vom Markt und den Restaurants entfernt) der heutigen Stadt Ayuthaya, die an jener Stelle erbaut wurde, wo sich einst das alte Ayuthaya - die alte Hauptstadt Siams - befand, liegt der Elefantenkraal von Ayuthaya. Es ist der einzige authentische Elefantenkraal Thailands, der bis heute erhalten geblieben ist.
Früher dienten solche Kraals dazu eine Elefantenherde einzufangen, die von den Jägern dorthinein mit Trommeln. Trompeten und Gewehrfeuer getrieben wurde. Der Elefantenkraal von Ayuthaya ist eine weiträumige Anlage mit einem künstlich angelegten Teich. Das Areal des Kraals wird von einer mächtigen Teakholzbarriere umschlossen. Es ist ein historisch wichtiges Monument aus alter Zeit, in der die Elefanten noch in den Kriegen eingesetzt wurden.
Das letzte Mal wurde er im Jahre 1903 zu einer königlichen Treibjagd mit hohen Gästen unter König Chulalongkorn benutzt. Heute finden hier nur noch Vorführungen für die Touristen statt.
Arbeitselefanten heute in den Elefantencamps von Nordthailand
In den Elefantencamps, die man besonders zahlreich in Nordthailand findet, werden auch heute noch die Arbeitselefanten ausgebildet. Das Training bzw. Abrichten der Elefanten beginnt für die Tiere im Alter zwischen drei und fünf Jahren und die Ausbildung selbst nimmt einen Zeitraum von sechs bis sieben Jahren ein. Jedes Tier hat einen eigenen Trainer, den Mahout. Dieser bleibt in der Regel das ganze Leben lang bei seinem Tier.
Die meisten Elefantencamps dienen heute zu einem großen Teil touristischen Zwecken. Und doch ist das nicht ganz korrekt ausgedrückt. Die Vorführungen sind gleichermaßen auch Bestandteil des täglichen Trainings für die Elefanten. Das Ganze beginnt damit, dass die Dickhäuter von ihren Mahouts zum Fluss geführt werden, wo sie ein Bad nehmen. Dabei werden sie von den Trainern gründlich nass gespritzt und mit der flachen Hand am Kopf und im Nacken abgeschrubbt. Das ist notwendig, um die Elefanten von Parasiten zu befreien, die sich in den dicken Borstenhaaren, die in diesen Partien wachsen, festsetzen. Neben diesem Effekt der Reinlichkeit benötigt die dicke und zähe Haut dringend das Bad um geschmeidig zu bleiben.
Außerdem ist es die Gelegenheit für die Tiere den Hauptteil des gewaltigen Wasserbedarfs zu trinken, was mit Hilfe des Rüssels geschieht. Etwa 70 Liter benötigt ein ausgewachsener Elefant pro Tag. Auch die Menge fester Nahrung am Tag ist beachtlich. So soll jeder Elefant ca. sechs Kilo Zuckerrohr, 30 Kilo Bananen und 300 Kilo Gras am Tag fressen. Diese Angaben wurden zumindest für die weißen Elefanten am Königspalast bekannt gegeben.
Nach dem täglichen Ritual des Bades finden die Vorführungen für die Touristen statt. Natürlich gehören dazu auch einige Spielchen, ähnlich denen, wie man sie bei uns in einem Zirkus bewundern kann. Der Hauptteil solcher Shows besteht im Grunde jedoch aus einer Arbeitsübung. Dazu werden von den Elefanten dicke und bis zu fünf Meter lange Baumstämme aus dem Wald geholt. Diese ziehen sie an dicken Eisenketten hinter sich her. An den Enden der Stämme sind Kerben eingelassen, in denen die Ketten ihren Halt finden. Als ob es Streichhölzer an einem Bindfaden wären marschieren sie durch die Landschaft, ohne dass dabei der Stamm verkantet. Bergab gehen sie etwas schneller gerade soviel, dass die Stämme ihnen nicht in die Hinterbeine rutschen. Doch auch bei dieser harten Arbeit finden sie immer wieder noch die Gelegenheit einige dünne Äste der Bäume mit dem Rüssel abzustreifen und zu fressen.
Genauso, wie es hier vorgeführt wird, läuft auch der allgemeine Alltag der Elefanten bei der offiziellen Forstwirtschaft ab. Auch bei den illegalen Rodungsaktionen ist es ähnlich, außer dass dabei die Elefanten durch Medikamente zu noch größerer Leistung angespornt werden.
Auf dem Vorführplatz, um den sich die Touristen versammelt haben, die teil-weise auch auf einer Art Tribüne sitzen, werden die Baumstämme dann abgeladen und gestapelt. Letzteres wird von drei mächtigen, erfahrenen Tieren gemacht. Mit gesenktem Kopf rollen sie mit Hilfe ihrer Rüssel die Stämme zum Bestimmungsort. Die Beine stemmen sie dabei schräg in den Boden. Die Elefanten stehen in einer Reihe und ihre Rüssel sind auf gleicher Höhe, wenn sie ganz akkurat die mächtigen Baumteile in die Höhe wuchten und so den Stapel bilden. Nichts, so scheint es, kann die Elefanten bei der Arbeit aus ihrer stoischen Ruhe bringen und nur selten muss einer der Mahouts von seinem Elefantenstock Gebrauch machen.
Ein Elefantenstock ist ein etwa hammerlanger Holzstiel mit einem geierschnabelähnlichen Eisendorn an einem Ende. Dieser zwingt die Elefanten schmerzhaft zum Gehorsam, wenn er in den Nacken des Tieres gepresst wird.
In den Elefantencamps kann man die mächtigen Dickhäuter hautnah erleben. Vor allem die Jungtiere laufen teilweise frei auf dem Gelände herum. An jeder Ecke kann man Bambusstöckchen und Bananen kaufen, mit denen jeder Besucher die Elefanten füttern kann. Die Tiere nehmen einem das Fressen mit dem Rüssel direkt aus der Hand, bevor sie es damit in den gewaltigen Mund schieben. Leicht kann es passieren, dass einem in einem unachtsamen Moment eines der Tiere mit seinem rauen Rüssel die Bananen von hinten aus der Hand klaut. Außer einem gewaltigen Schreck passiert dabei jedoch nichts und auch diese Erfahrung muss man einmal gemacht haben.
Es soll übrigens Glück bringen, unter dem Bauch eines Elefanten durchzugehen. Besonders schwangere Frauen sollen dadurch eine leichte Geburt bekommen. Eine Möglichkeit, diesen alten Thai-Glauben in einem der Elefantencamps auszuprobieren, bietet sich häufig. Auch wenn es allgemein heißt, dass man dabei kein Risiko eingeht, so bleibt es jedem auf eigene Verantwortung überlassen, dies auch tatsächlich zu praktizieren. Es versteht sich von selbst, den mächtigen Tieren mit dem nötigen Respekt – aber ohne Angst – gegenüberzutreten. Keine hastigen Bewegungen durchführen, die die Tiere erschrecken könnten und die Elefanten als Freund und Partner betrachten. Wenn Sie die Tiere fotografieren wollen, tun sie dies in jedem Fall ohne Blitzlicht. Das gilt vor allem bei Nahaufnahmen. Es hat vor ein paar Jahren einen Fall gegeben, in dem eine Touristin einem Elefanten direkt in die Augen blitzte. Dieser wurde dadurch so erschreckt, dass er auf die Frau losging, was für diese wiederum tödliche Folgen hatte. Aber wenn Sie sich, lieber Leser, an die hier aufgestellten Grundregeln halten, gehen Sie im Allgemeinen kein Risiko ein. Beachten Sie aber, dass Sie alles, was Sie machen, auf eigene Gefahr tun. Eine Gewähr gibt es nicht (genauso wie bei uns Menschen).
Elefantenritt durch die Bergwelt
Viele Touristenattraktionen bieten kleinere Vorführungen mit Elefanten an, bei denen man sich auch mit oder auf den Dickhäutern fotografieren lassen kann. Meistens ist es aber nur eine Platzrunde, die man dabei auf dem Rücken des Elefanten verbringt gerade solange, wie der Fotograf fürs Foto benötigt. Dann muss man wieder herunter, weil der nächste in der Warteschlange darauf brennt, einmal auf einem Elefanten gesessen zu haben. So etwas bietet beispielsweise auch das Orchideen-Wunderland (Nong Nooch Orchid Village), südlich von Pattaya, an.
Oft genug habe ich beobachtet, dass es vielen Touristen einiges an Überwindung abfordert, bis sie dann doch auf den Elefanten steigen. Zu Hause angekommen können sie dann mit den Fotos prahlen und schmücken das Ganze nicht selten zu einem abenteuerlichen Ritt durch den Dschungel aus. Doch die eigentlichen Elefantenritts, die man durchaus schon als richtiges Abenteuer betrachten kann, und die über mindestens eine gute Stunde gehen, finden nicht in Pattaya statt, sondern in der Bergwelt im Norden des Landes – nahe am, oder schon im, Goldenen Dreieck.
Das erste Mal hatte ich im Jahre 1988 die Gelegenheit zu einem solch imposanten Elefantenritt durch die Bergwelt. Meine Frau Thawee und ich hatten bei unserem damaligen Urlaub einen Abstecher nach Chiang Mai gemacht. Wir wohnten bezeichnenderweise im Chang Peuk Hotel, was zu Deutsch „Hotel des weißen Elefanten“ bedeutet. Im Eingangsbereich befand sich dann auch eine Elefantenstatue.
Vom Hotel aus buchten wir eine Tagestour ins Elefantencamp Mae Hong Song, zu dem wir mit dem hoteleigenen Minibus fuhren. Mit von der Partie war ein holländisches Ehepaar. Diese Tour kann ich als meine erste intensive Begegnung mit den Dickhäutern ansehen. Wir kamen gerade rechtzeitig ins Camp, um den allmorgendlichen Reinigungsritus im Fluss aus nächster Nähe mitzuerleben. Immer wieder kamen Mahouts auf ihren Elefanten über den Weg, hautnah an uns vorbei. Einige Jungtiere liefen sogar ohne Begleitung herum. Natürlich kauften wir die obligatorischen Bananen und Bambusstöckchen, um die Tiere zu füttern. Beim ersten Mal war es schon ein prickelndes Erlebnis, den rauen Rüssel der Tiere in der Hand zu spüren, wenn sie uns die Bananen und Bambusstöckchen, die wir ihnen hinhielten, aus der Hand nahmen.
Als die Vorführung für die Touristen begann, bei denen die Elefanten die gewaltigen Baumstämme stapelten, saßen wir in der ersten Reihe der Tribüne, um alles genau mitzuerleben und gute Foto- und Filmaufnahmen zu bekommen. Unser Reiseführer, ein Angestellter des Hotels, wandte sich in gebrochenem Englisch an mich und fragte, ob ich mich trauen würde einen Ritt durch die Berge, auf dem Rücken eines Elefanten, zu machen. Die Frage kam etwas überraschend für mich und ich antwortete ihm seinerzeit, dass dabei doch gar nichts wäre. Natürlich würde ich mich trauen. Damit war für mich die Sache eigentlich schon erledigt und ich dachte mir auch nichts dabei, als er für einige Minuten verschwand.
Grinsend kam er zurück und hielt zwei Tickets in der Hand. Dann sagte er, dass er uns einen einstündigen Ritt durch die Berge – auf einem Elefanten – gebucht habe, der unmittelbar nach der Vorstellung beginnen würde. Jetzt war ich doch ein wenig geschockt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Alle möglichen Gedanken schössen mir durch den Kopf. Was sollte ich machen? Verließ mich nun der Mut? Nein, diese Blöße wollte ich mir nicht geben. Ich grinste zurück und sagte: „Ok“.
Kurz darauf war es soweit. Unser Reisebegleiter führte uns zu einem wackeligen Holzgestell, etwa drei bis vier Meter hoch, zu dessen Plattform eine steile Treppe heraufführte. Diese stiegen wir hinauf und warteten, dass unser Elefant herangeführt wurde, um in den Sattel zu steigen. Solche Elefantensättel, die man in Thailand Howdahs nennt, gibt es in vielerlei Arten und Formen. Es können einfache Holzsitze sein, die mit Lederriemen am Rücken der Tiere befestigt werden, wie es allgemein heute noch der Fall in den Elefantencamps ist, bis hin zu bequemen und aufwendig verzierten Sesseln für die königlichen Hoheiten.
Schließlich war es soweit und ich kletterte mit etwas wackeligen Füßen in den Sitz. War ich froh, als ich schließlich wohlbehalten darin Platz genommen hatte. Und ab ging die Post. Doch kaum unterwegs und das Camp hinter uns gelassen, waren all meine Bedenken verschwunden. Es machte richtig Spaß von hier oben die freie Natur, in der wir uns befanden, zu genießen.
Natürlich wäre es mehr als übertrieben nun zu behaupten, ich sei auf dem Rücken eines Elefanten durch Thailands Dschungel geritten. Unter Dschungel versteht man zweifellos etwas anderes: einen undurchdringlich erscheinenden Urwald. Doch immerhin, am Rande dieses Dschungels befanden wir uns schon. Auch wenn die Hauptstraße, die an zahlreichen solcher Elefantencamps vorbeiführt, nur wenige hundert Meter hinter den Bäumen der rechten Seite vorbeiführte.
Abenteuerlich mutete das Ganze schon an, als wir auf dem Rücken des Tieres in unserem Sattel hin und her schwankten. Vor allem auf die Hände muss man aufpassen. Man sollte sich nicht ganz außen festhalten, denn es geht oft nur ganz knapp an den Stämmen der Bäume vorbei. Dabei kommt es häufiger vor, dass so ein Sattel davor haut oder daran längs reibt. Wehe dem, der dann seine Finger im Weg hat.
Beeindruckend war vor allem, wie sicher die Tiere den schmalen Elefantenpfad durchstapften. Dabei kann ich durchaus bestätigen, dass ich mich im Laufe dieses Rittes so sicher wie nie zuvor auf einem Tier gefühlt habe. Überhaupt kein Vergleich zu einem Pferderitt oder einem Kamelritt, von denen ich mehrere in Ägypten mitgemacht habe. Im Verlaufe unseres Elefantentrips, der fast eineinhalb Stunden dauerte, ging es schließlich auch steil mir kam es fast schon senkrecht vor einen Berghang hinab und auf der anderen Seite wieder hinauf. Es gehört schon einiges dazu, dabei nicht aus dem Gleichgewicht zu gelangen; vor allem, wenn man dabei versucht zu fotografieren und zu filmen. Doch auch hier kamen wir sicher durch.
Zwischendurch nutzten unsere Reittiere immer wieder die jungen Bambussträucher, um ihren gewaltigen Appetit zu stillen. Und weiter ging unser Trip durch die Bergwelt Nordthailands. Er führte uns über schmale Pfade, an Abhängen vorbei und durch Flüsse. Als wir am Ende des Ritts angelangt waren und uns wieder eine dieser wackeligen Holzkonstruktionen erwartete, die zu unserem Abstieg dienten, empfand ich schon ein bisschen Wehmut, dass alles so schnell zu Ende gegangen war. Und mein Entschluss stand fest: Dies war zwar der erste Elefantenritt meines Lebens, aber sicherlich nicht der letzte. Das zweite Mal hatte ich dann 1993, wieder in der Nähe von Chiang Mai, die Gelegenheit zu einem solchen Abenteuer. Auch wenn er wieder schön verlaufen ist, und auch diesmal nicht der letzte war, der erste bleibt immer noch das schönste Erlebnis.
Ausbildung zum Mahout?
Im Jahr 2000 hatte das thailändische Touristikunternehmen Rachanee Travel eine Ausbildung zum Mahout in seinem offiziellen Programm. So sollte eine entsprechende Ausbildung auch für Touristen im Elefantencamp von Lampang in Nordthailand möglich sein. In dem dreitägigen Kurs lernten die Teilnehmer das Aufsteigen, auf dem Hals des Elefanten zu reiten, das Füttern und die Pflege der Tiere. Die Unterkunft und Verpflegung während des Kurses fand in den einfachen Hütten, zusammen mit den dort lebenden Thais, statt. Der Preis für dieses Vergnügen betrug inklusive Unterkunft und Verpflegung 3.800 Baht. Das deutsche Arbeitsamt erkannte den Kurs allerdings nicht als Umschulungsmaßnahme an. Das diese Kurz-Ausbildung tatsächlich für einen zukünftigen Umgang mit Elefanten geeignet ist, dürfte mehr als fraglich sein. Ob dieses abenteuerliche Angebot auch derzeit noch verfügbar ist, erfahren Sie beim Deutschlandbüro von Rachanee Travel in Wallhausen unter der Telefonnummer 07955-7682 oder Fax -7684.
Altenheim für Elefanten?
Mit 40 Jahren steht ein Elefant an seinem Leistungszenit. Ein Elefantenleben kann bis zu 70 Jahre dauern. In der Literatur wird das Leben der Arbeitselefanten meistens jedoch mit einer Gesamtdauer von 55 bis 60 Jahren angegeben. Stellt sich dabei natürlich mehr oder weniger regelmäßig die Frage: Wohin mit den alten, den ausgedienten Tieren? Im Dschungel haben sie keine Überlebenschance. Abhilfe hat bisher das Elefantencenter der thailändischen Forstwirtschaftsorganisation in Lampang/Nordthailand geboten. Doch dort sind bereits rund 100 verletzte, altersschwache oder arbeitslose Tiere in Pflege. Da es immer mehr werden, muss eine Ausweichmöglichkeit geschaffen werden.
Thailändische Tierschützer und Elefanten-Fans planten daraufhin die Gründung einer Stiftung, die ein Hospital und einen „Alters-Dschungel“ für Elefanten einrichten und unterhalten soll. Sie haben bereits eine Art Verein gebildet und nennen sich „Freunde des asiatischen Elefanten“. Ein Sprecher der Gruppe erklärte im August 1993, dass der „Alters-Dschungel“ als Elefanten-Reservat in der Provinz Lampang geplant sei. „Die Schaffung einer solchen Einrichtung ist notwendig geworden, da viele Elefanten von ihren Besitzern misshandelt werden. Anderen droht wegen des Abholzungsverbotes in Thailand die Arbeitslosigkeit.“ Nach den „Freunden des asiatischen Elefanten“ gibt es in Thailand mehr als 3.000 abgerichtete Tiere, von denen ein Großteil bei illegalen Abholzaktionen eingesetzt wird. Diese bekommen Amphetamine, damit sie länger arbeiten können und der Profit der Holzmafia steigt.
Das Thai Elephant Conservation Center
Bereits im Jahre 1969 wurde durch die thailändische Forstverwaltung bei der Ortschaft Ban Fang La, etwa 54 km nordöstlich von Lampang, ein Elefanten-Hilfsprojekt gegründet. Hier sollten die Elefanten für die anstrengende Arbeit im dichten Dschungel ausgebildet werden, um die traditionelle Arbeit mit den Elefanten noch zu einem kleinen Teil für die Nachwelt zu bewahren. Später, im Jahr 1992, wurde das heutige Thai Elephant Conservation Center (TECC), 28 km hinter Lampang an der Hauptstraße nach Chiang Mai in der Nähe des kleinen Dorfes Thung Kwian offiziell von der beliebten thailändischen Prinzessin Sirindhorn eröffnet.
Das Center umfasst ein waldbedecktes Areal von rund 380 Rai Größe. Zum Bereich dieses Areals gehört auch ein großer See, ein Trainings- und Vorführplatz, Unterkünfte für die Mahouts, Anbauflächen für Zuckerrohr und Grasflächen, um die Elefanten mit ausreichender Nahrung zu versorgen. Ein wichtiger Bestandteil des Centers ist auch das kleine Elefanten-Hospital. Hier werden schwache und verletzte Tiere behandelt.
Ein weiteres Elefanten-Hospital gibt es bei Hang Chat. Der bisher berühmteste Patient dort war Motola. Was war geschehen? - Ein Elefant weint. Fotos davon gingen im August 1999 durch die Weltpresse. Was war geschehen? Der 38jährige thailändische Elefant Motola war Opfer einer Mine geworden. Bei der Nahrungssuche im Dschungel an der Grenze zu Myanmar trat der Dickhäuter darauf. Sein linkes Bein wurde zerfetzt. Nie zuvor war in Thailand die Anteilnahme der Bevölkerung für ein Minenopfer so groß wie bei Motola. Umgerechnet ca. 56.250 Euro kamen als Spenden für eine Operation des Elefanten zusammen, der ins Elefantenkrankenhaus von Hang Chat gebracht worden war. Zur Schmerzbehandlung bekam Motola täglich 20 Liter GlukoseLösung und Schmerztabletten in Jumbo-Größe. Die Operation, die unter der Leitung des Tierarztes Chamnarn Treenarong durchgeführt wurde, verlief erfolgreich. Motola sollte bereits gut einen Monat später mit einer Prothese wieder laufen lernen.
Der Elefantenauftrieb in Surin

Im Nordosten Thailands liegt die Stadt Surin. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und wurde weltweit berühmt durch den alljährlichen Elefatenauftrieb, der jedes Jahr am dritten Wochenende im November veranstaltet wird. Es handelt sich dabei um die auf der ganzen Welt beeindruckendste aller Elefantenshows, die sehr trachtenreich dargestellt wird.
Zu dieser Großveranstaltung werden eigens ab Bangkok Sonderzüge bereitgestellt, die Touristen aller Herren Länder nach Surin transportieren. Mehr als 100 Elefanten bieten hier eine gigantische Show, zu der unter anderem Elefantenrennen und Elefantenfußball stattfinden. Die Hauptattraktionen dabei sind jedoch die Schaukämpfe und Nachstellungen der früheren Kriegsschlachten, in denen Elefanten quasi als Vorläufer der heutigen Panzer eingesetzt wurden.
Viele der Elefanten, die beim Elefantenauftrieb zu sehen sind, stammen aus dem Dorf Ban Tha Klang in der Nähe von Tha Tham. Dieser Ort hat mehr Elefanten pro Einwohner, als jeder andere auf der Welt. Hier fungieren sie nicht nur als Arbeits-, sondern auch als Haustiere und stellen gleichzeitig ein Statussymbol dar. Das lockt auch Touristen in größerer Zahl an.
Ein ähnliches Fest wie der Elefantenauftrieb in Surin findet vom 10. bis 12. Januar in Chaiyaphun, Nordostthailand, statt. Es gleicht der Veranstaltung von Surin, findet aber im bedeutend kleineren Rahmen statt. Dieses Elefantentreffen (auch „elephant round-up“ genannt) bringt in der Hauptattraktion die Darstellung des Einsatzes der Tiere in der mittelalterlichen Kriegsführung.
Wie gutmütig sind Elefanten wirklich?
Immer wieder hört oder liest man Berichte, wonach „wild gewordene“ Elefanten für Panik sorgten oder gar eine Spur der Verwüstung hinter sich herzogen. Auch Tote hat es bei solchen Zwischenfallen öfters gegeben. Im Frühjahr 1994 sorgte ein ausgebrochener Zirkuselefant in Skandinavien für Schlagzeilen. Am 18. April 1991 berichtete die Bangkok Post, dass eine amerikanische Touristin in Thailand von einem Elefanten zu Tode getrampelt wurde.
Was hat es mit solchen Meldungen auf sich? Ist eine Begegnung mit den Dickhäutern lebensbedrohlich? Aufgrund solcher Meldungen könnte man durchaus zu dieser Schlussfolgerung gelangen. Doch die Realität sieht anders aus, wenn es sich nicht gerade um Elefanten in freier Wildbahn handelt, wo natürlich Vorsicht und ein entsprechender Sicherheitsabstand unbedingt eingehalten werden sollte. Untersucht man diese Meldungen näher und betrachtet die Ursache, die zu solchen Ereignissen führten einmal genauer, so stellt man schnell fest, dass fast immer der Mensch die Schuld selbst daran hatte. So auch im Fall der amerikanischen Touristin.
Sie hatte dicht vor dem bis dahin friedlichen Elefanten gestanden und wollte nun ein Foto machen. Dazu benutzte sie ihr Blitzlicht und blitzte dem Elefanten aus wenigen Zentimetern Abstand direkt in die Augen. Dadurch geriet dieser in Panik. Infolge dessen kam die Touristin zu Fall und der Elefant trat in seiner Panik auf sie, wodurch sie unter dem mehrere Tonnen umfassenden Gewicht regelrecht zu Tode gequetscht wurde. Hätte sie das Foto ohne Blitz gemacht, wäre dies alles höchstwahrscheinlich nicht passiert.
Etwas Ähnliches passierte im Januar 1998. Als ein Elefant in Thailand in einem Erdloch festsaß, wollte eine Fotografin die Rettungsaktion fotografieren. Dabei benutzte auch sie ihr Blitzlicht in unmittelbarer Nähe zum Elefanten. Irritiert trat dieser panikartig zu. Die Frau überlebte mit schweren Brustverletzungen.
Im Jahr 1992 gab es ein Todesopfer durch einen Elefanten, das weltweit für Schlagzeilen sorgte. Diesmal handelte es sich allerdings um ein frei lebendes Tier und das Ganze spielte sich im Dschungelgebiet bei Chiang Mai ab. Ein „sexuell erregtes Tier“ überfiel einen Amerikaner in seiner Strohhütte, packte ihn mit dem Rüssel, warf ihn in die Luft und trampelte ihn zu Tode. Im Anschluss daran griff er die Nachbarhütte an, worin sich ein Israeli aufhielt. Dieser konnte im letzten Augenblick über einen nahen Fluss auf einen Baum entkommen. Dort wurde er am nächsten Morgen von Dorfbewohnern entdeckt und befreit.
Ein Jahr später, im Juni 1993, kam eine ähnliche Schreckensmeldung aus Vietnam. Hier hatte eine Herde wildlebender Elefanten ein ganzes Dorf niedergetrampelt und, wie es hieß, „dutzende von Dorfbewohnern getötet“. Die vietnamesischen Forstbehörden baten bei ihren mit Elefanten erfahrenen thailändischen Kollegen um Hilfe, um die Elefanten einzufangen.
Ein weiterer Fall aus Thailand stammt vom Mai 1995. Damals verwüstete eine Herde von rund 50 frei lebenden und ausgehungerten Elefanten eine Fläche von ca. 50 Hektar Ananas- und Bananenplantagen. Der Sachschaden belief sich auf rund 50.000 Euro. Auch hier war einwandfrei der Mensch Schuld, der auf dieser Fläche den Urwald gerodet, damit den Lebensraum der Elefanten vernichtet und diese Plantagen angelegt hatte. So fanden die Elefanten nicht mehr genügend Futter.
Was die Elefanten letztendlich zu diesen Schreckenstaten bewegte, wurde (außer im letzten Fall) nie geklärt. Zu beachten ist aber, dass es sich in allen drei zuletzt beschriebenen Fällen um frei lebende Tiere handelte. Und dabei ist immer Vorsicht geboten. Das zeigt schon ein 1927 gedrehter Abenteuerfilm mit Dokumentarcharakter:
Im Jahre 1927 drehten die beiden Regisseure Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack gemeinsam den schwarzweißen Abenteuerstummfilm „Chang, der König des Dschungels“. Darin wird der Kampf einer Farmerfamilie am Rande des Dschungels von Siam, wie Thailand früher hieß, gegen die Tücken der unbändigen Natur geschildert. Der Film zeigt das Leben im Dschungel und für die damalige Zeit beeindruckende, dokumentarische Tieraufnahmen, wie sie heute gar nicht mehr möglich sind, da das Land kultiviert und viele Tierarten (wenn nicht ganz, dann aber zumindest zum größten Teil) nahezu ausgerottet sind. Der Film zeigt dabei also viele Tiere, die man heute in freier Wildbahn Thailands kaum oder gar nicht mehr zu sehen bekommt. Im Film wird auch gezeigt, wie eine Herde frei lebender, wilder Elefanten ein ganzes Dorf niederwalzt und anschließend in einem Kraal eingefangen wird.
Der Film macht deutlich, dass mit frei lebenden Elefanten nicht zu spaßen ist. Doch die dressierten, abgerichteten Tiere in den Elefantencamps sind dagegen relativ harmlos, wenn man sie in Frieden lässt, nicht ärgert und sie als gleichberechtigte Partner respektiert und akzeptiert. Allerdings, und das sollte jeder beachten und beherzigen, gibt es eine absolute Garantie, dass nichts passiert, nicht (aber wobei gibt es die schon?). Irgendeine Ursache kann immer eintreten – und wenn sie von einem anderen ausgelöst und verschuldet wird.
Am 14. Februar 2000 lief in Bangkok ein Elefant Amok, der mit seinem Besitzer zum Betteln auf den Straßen der Hauptstadt unterwegs war. Immer mehr der Elefanten waren in den letzten Monaten wegen der Wirtschaftskrise zum Betteln nach Bangkok geschickt worden. Die Tiere sind hungrig und gestresst. So war es nur eine Frage der Zeit, wann es erstmals zu einem solchen Amoklauf kam. Alles fing damit an, dass der 21 Jahre alte Elefant Plai Rung-Rueng seinen Besitzer abgeworfen hatte und stundenlang planlos durch die Hauptstadtstraßen lief, bevor er von der Polizei und Tierärzten mit einem Betäubungsgewehr eingefangen werden konnte. Mehrere Straßenzüge der Einkaufsviertel Bangkoks hatten dafür von der Polizei hermetisch abgeriegelt werden müssen. Bangkoks Stadtverwaltung sagte angesichts dieses Vorfalls: „Es ist schlimm, wie diese Tiere missbraucht werden." Sie will seitdem dagegen angehen.
Doch eines steht ebenso unumstößlich fest: Allein in Deutschland werden jedes Jahr mehr Menschen von Hunden angefallen und schwer verletzt (wenn nicht gar getötet), als von Elefanten auf der ganzen Welt. Und dabei handelt es sich zwar in den meisten schlimmen Fällen um so genannte Kampfhunde, aber prozentual gesehen machen diese weniger als ein Drittel aller Fälle aus. Das Fazit daraus dürfte lauten, dass Elefanten durchaus, relativ gesehen, als Freund des Menschen betrachtet werden können. Immerhin gehören sie zu den imponierenden und größten Lebewesen, die es heute noch auf unserem Planeten gibt.
Elfenbeingier bedroht die Existenz
Die Stoßzähne der Elefanten sind aus Elfenbein, einem (nicht nur in der Vergangenheit) wertvollen Material, aus dem Kunstwerke aller Art geschnitzt wurden (und heute noch werden). Elfenbein gehörte früher in der ganzen Welt zu den wertvollsten Besitztümern. In Thailand wurden sie häufig mit buddhistischen Motiven versehen und zu Schmuckstücken oder Amuletten verarbeitet. „Spiegel TV“, ausgestrahlt am 13. August 1994 über den Privatsender VOX, berichtete, dass rund ein Drittel der weltweiten Schmuckproduktion aus Elfenbein von den Amerikanern aufgekauft wird.
Auch die Gier des Menschen nach Besitz und Reichtum von Elfenbein hat dazu beigetragen den Elefantenbestand (nicht nur in Thailand) so drastisch zu reduzieren, wie es zu Anfang dieses Berichtes dargelegt wurde. Die Stoßzähne der Dickhäuter werden immerhin bis zu 24 Zentimeter dick und 80 Zentimeter (oder bei den afrikanischen noch deutlich mehr) lang. Der Preis für ein Paar dieser Stoßzähne liegt in Thailand bei rund 20.000 Baht, was umgerechnet einem Wert von ca. 400 Euro entspricht. Das ist für thailändische Verhältnisse eine ganze Menge Geld und die meisten Thais verdienen dies in einem ganzen Jahr durch redliche Arbeit nicht!
Die Elefanten und der Artenschutz
Nicht nur der Elefant, sondern auch zahlreiche andere Tiere und Pflanzen sind in ihrer Existenz durch den Menschen bedroht, weil der Handel mit ihnen - oder mit Produkten aus ihnen - auch heute noch einträglich floriert. Dies hat dramatische Folgen, denn viele Tier- und Pflanzenarten sind dadurch vom Aussterben bedroht. Deshalb wurde 1973 das „Washingtoner Artenschutzübereinkommen“ (kurz: WA) getroffen. Das ist ein „Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen“. Auf der Liste dieses Übereinkommens stehen rund 8.000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten. Dem Übereinkommen sind bisher rund 120 Staaten beigetreten; auch wenn sich einige nicht so ganz daran halten.
Da auch der Elefant auf dieser Liste steht, ist der Handel mit allen Produkten aus ihm streng verboten. Dies sollte vor allem auch von Thailand-Touristen beachtet werden, da in Thailand solche Produkte fast an jeder Straßenecke in den Touristenzentren angeboten werden. Im Interesse des Naturschutzes und des Erhaltes der Elefanten (und anderen bedrohten Arten) sollten wir freiwillig auf solch zweifelhafte Souvenirs verzichten! Zu diesen gehören (im Falle der Elefanten) beispielsweise Elfenbeinprodukte (Schnitzereien, Statuen, Schmuck u.a.) jeder Art – und seien sie noch so klein, Produkte aus Elefantenleder (werden oft als Portemonnaie, Brief- oder Handtaschen angeboten), „Sitzmöbel“ aus Elefanten-füßen oder Produkte aus Elefantenhaar (z.B. Arm- und Halsreifen).
Auch Produkte von anderen, oder gar lebende Tiere, sind verboten. Dazu gehören das Krokodil und die Schlange! Es ist jedoch nicht der Sinn dieses Berichtes noch näher auf das Thema einzugehen. Wer hier weitergehendes Interesse hat, kann beim Bundesumweltministerium (Referat für Öffentlichkeitsarbeit) unter dem Stichwort „Artenschutz“ die kostenlose „Fibel zum Artenschutz“ anfordern.
Das der Artenschutz unter Umständen und in ganz wenigen Ausnahmen auch negative Folgen haben kann, beweist am Beispiel der Elefanten das afrikanische Land Simbabwe. Es gilt als eines der wenigen afrikanischen Länder mit einem hervorragend funktionierenden Tier- und Naturschutzprojekt. Hier stehen beispielsweise die Elefanten seit mehr als 20 Jahren unter dem persönlichen Schutz des Präsidenten, was dazu geführt hat, dass die Population dieser Tiere wieder drastisch stieg. Dies ging sogar soweit, dass die riesigen Elefantenherden im Gesamtvorkommen des Landes die gesamte Umwelt bedrohen, da die Natur nur eine Menge von 0,7 Elefanten pro Quadratkilometer verkraften kann. Aber bereits in den als Nationalparks ausgewiesenen Flächen beträgt der Bestand heute drei Tiere pro Quadratkilometer.
Nach offiziellen Angaben kann man hier die Natur und die Nationalparks nur dann er halten, wenn der gesamte Elefantenbestand des Landes auf maximal 40.000 Tiere begrenzt wird. Unter Berücksichtigung der raschen Vermehrung der Elefanten im Land wäre hierzu ein Abschuss von rund 5.000 Tieren im Jahr notwendig. Unter diesen Voraussetzungen wären ein Naturschutz und die Arterhaltung in Simbabwe gewährleistet. Die Maßnahmen dazu verschlingen im Jahr aber finanzielle Mittel in Höhe von rund 3 Millionen US-Dollar. Doch die kann das Land nicht aufbringen.
Die Stoßzähne staatlich geschossener Elefanten und diejenigen, die aus der Bekämpfung der Wilderei beschlagnahmt wurden, sind in einem großen Lager gestapelt, das wiederum eine Menge Geld kostet. Der Wert des bis 1993 eingelagerten Elfenbeins belief sich bereits auf ca. 7 Millionen US-Dollar offiziellen Handelswertes. Der Schwarzmarktpreis hingegen lag mit 15 Millionen US-Dollar mehr als doppelt so hoch. Wegen des weltweiten Handelsboykotts mit Elfenbein kann der Bestand nicht verkauft werden. Und so fließt jährlich Entwicklungshilfe von umgerechnet 3 Millionen US-Dollar für Simbabwe in den, Naturschutz, die sonst sicherlich sinnvoller verwendet werden könnten, weil sich durch den Verkauf des Elfenbeins der Naturschutz selbst finanzieren würde. Für den Naturschutz an sich würde dieser Tatbestand nichts ändern, da die Tiere so oder so abgeschossen werden müssen. Im Gegenteil: Die Nachfrage nach Elfenbein auf dem Schwarzmarkt, das vom unkontrollierten Wildern stammt, würde nachlassen. Die Schwarzmarktpreise würden fallen und die Wilderei nicht mehr so lukrativ sein und daher zurückgehen.
Das im Grunde gleiche Problem stellt sich in Südafrika. So stellte dieses Land zur Konferenz der Mitgliedstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens im Jahre 1994 einen entsprechenden Antrag, wonach hier Fleisch, Haar und Haut der Elefanten auf den Markt gebracht werden sollten. Dadurch wollte man Gelder aufbringen, die ausschließlich in den Naturschutz, überwiegend für die Elefanten, fließen sollten. Auch wenn das auf den ersten Blick paradox klingt, das Beispiel Simbabwes hat gezeigt, warum. Doch auch hier stieß man auf die Proteste der Naturschützer. Deren Argumentation war nicht unbedingt für den tatsächlichen Sachverhalt richtig, fand jedoch die mehrheitliche Zustimmung. Und so blieb Südafrika nichts anderes übrig, als seinen dementsprechenden Antrag während der Konferenz freiwillig wieder zurückzuziehen. So fließen auch hier hohe Beträge (auch von unseren Steuergeldern, die für Entwicklungshilfe verwendet werden) weiter in den Naturschutz, die andererseits dringend fehlen und sicherlich genauso sinnvoll eingesetzt werden könnten.
Die Frau als Hinterbeine des Elefanten
Thailands Frauen werden häufig als die „Hinterbeine des Elefanten“ bezeichnet. Dies soll aus einem alten thailändischen Sprichwort stammen, das heute allerdings durch verschiedenste Publikationen in Deutschland weiterverbreitet scheint, als in Thailand selber. Die Deutung dieser Worte dürfte darin liegen, dass die Frau in Thailand seit jeher eine tragende Kraft bei der Landarbeit war und den hauptsächlichen Anteil des Arbeitseinsatzes leistete, der Mann aber immer die Richtung bestimmte.
Dass dies so ist, beruht u.a. aus zahlreichen Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Nachbarstaaten, vor allem mit Burma im 18. Jahrhundert. Als die Burmesen in Thailand einfielen, wurde der Großteil der männlichen Bevölkerung rekrutiert und zum Verteidigungskampf abberufen. Für die Landarbeit blieben ausschließlich nur Frauen. Das blieb auch so, nachdem der Konflikt beendet war, da die Männer meist anderen Beschäftigungen nachgingen.
Andererseits bestand in den frühen Jahrhunderten auch ein Gesetz, wonach jeder Mann im Alter von 18 bis 60 Jahren einmal im Jahr für drei bis sechs Monate Dienst für den König ableisten musste. In dieser Zeit waren die Frauen auf sich allein gestellt. Dies sowohl in der Hausarbeit und Versorgung der Kinder, als auch bei der Landarbeit und Ernährung der Familie. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Gesetz abgeschafft. An der Situation der Frauen hat sich dadurch bis heute jedoch nichts oder nur im Einzelfall etwas geändert. Man könnte diesen Tatbestand quasi als „Jahrhunderte alte Tradition“ bezeichnen.
Das Sprichwort, die Frau in Thailand sei „die Hinterbeine des Elefanten“ wird in der Regel im negativen Sinn betrachtet. Die Hinterbeine sind hinten, „am Arsch“, um es einmal krass zu sagen. Was hinten ist, das hat nichts zu melden, nichts zu bestimmen, das muss nur arbeiten. Man vergisst dabei gerne, dass der Elefant ohne seine Hinterbeine nur als Krüppel seiner Umwelt völlig hilflos ausgeliefert ist. Gerade die Hinterbeine spielen die tragende Rolle und sind mit der stärkste Teil des Ganzen. Nur im Zusammenspiel der Hinterbeine mit den Vorderbeinen (und umgekehrt) ist der Elefant ein ganzer Elefant und damit als solcher voll einzusetzen und lebensfähig. Das gleiche trifft für die thailändische Gesellschaft und das Zusammenleben von Mann und Frau zu. Somit kann man das alte Sprichwort durchaus auch im positiven Sinn auslegen. Dies zum Trost für die thailändischen Frauen und Mädchen, die sich durch das Sprichwort vielleicht herabgesetzt fühlen.
Elefanten-Khan-Toke
Inzwischen gibt es in Thailand ein „Zentrum zur Erhaltung des Elefanten“. Dieses veranstaltete bereits mehrere Khan Toke für die Elefanten. In Anlehnung an das Khan Toke, bei dem die Gäste alle aus einer Schüssel essen, wurde das Elefanten-Festmahl in Lampang veranstaltet. 21 Elefanten konnten sich dabei in der Vergangenheit schon an mehr als 500 Kilo Zuckerrohr, Ananas, Bambusblättern und Bananen laben. Die „Schüssel“, aus der die Tiere fraßen, war so groß wie ein Kinderplanschbecken. Die Erlöse, die bei dieser Show erzielt wurden, werden zur Finanzierung des Zentrums verwandt.
Papier aus Elefantendung
Eine der außergewöhnlichsten Methoden zur Herstellung von Papier gibt es in der Elefantenschule von Lampang. Der Rohstoff, der dort benutzt wird, besteht aus einem Abfallprodukt der Dickhäuter, aus Elefantendung. Hieraus versteht man es ein sauberes und geruchloses Papier herzustellen. Ein ausgewachsener Elefant produziert pro Tag bis zu 50 kg Dung. Daraus lassen sich bis zu 200 Blatt Papier herstellen.
Zuerst wird der Dung dafür in mit Wasser gefüllte Stahlfässer gefüllt, die mit Holz und Holzkohle erhitzt werden. Zugeführt werden Hydrogen Oxid und Sodium Silicate, um die Bakterien im Dung abzutöten. Danach wird der Dung aus den Fässern geholt und in eine große Wanne umgefüllt. Eine Umwälzmaschine zerkleinert den Dung unter Zusatz von Wasser so lange, bis er nur noch aus kleinsten Fasern besteht. Im Anschluss daran wird dieser Rohmasse Farbe zugesetzt. Sobald sich diese gleichmäßig verteilt hat, wird das Wasser abgelassen, bis nur noch eine weiche Masse übrig bleibt.
Der gefärbte Dung lässt sich jetzt bequem aus der Wanne nehmen und wird zu ca. 300 Gramm schweren Kugeln geformt. Diese dienen als Mengeneinheit und werden wieder in einer Wanne mit Wasser versetzt und gleichmäßig verrührt. Danach wird mit einem feinmaschigem Sieb eine dünne Schicht des so entstandenen Rohmaterials abgeschöpft und in die Sonne zum Trocknen gestellt.
Es werden Einzelblätter in den verschiedensten Farben und den Formaten DIN-A-3 und DIN-A-4 angefertigt. Der Preis für ein DIN-A-4-Blatt liegt bei rund 20 Baht. Aber auch Briefumschläge und Fotorahmen werden so aus Elefantendung hergestellt.
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Damit ist mein Bericht über den thailändischen Elefanten beendet, und ich hoffe, dass er ein wenig zum Verständnis für diese einmaligen Geschöpfe beigetragen hat und vielleicht den einen oder anderen doch davon abhält auf Produkte und Souvenirs aus Elefanten zu verzichten.
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