Das Leben Buddhas
Der Buddhismus ist eine der großen Weltreligionen. Und doch unterscheidet er sich von den anderen in einem wichtigen Punkt. Es gibt im Buddhismus keinen Gott, den man anbeten könnte, denn Buddha hat nach der buddhistischen Lehre das Nirvana erreicht. Dies ist kein Ort im allgemeinen Sinn, sondern eher ein Zustand - ohne die Möglichkeit eines Kontaktes heraus oder herein.
Folglich kann Buddha auch keine Gebete hören oder gar Einfluß auf diese Welt nehmen. Nirvana ist das Ende allen Übels, allen Leids, und damit das Ziel eines jeden Buddhisten. Doch dies zu erreichen benötigt man viele tausend Leben und nur, wer die vollkommene Stufe erreicht hat, so wie Buddha selbst, der kann das Nirvana erreichen. Den Umständen nach erscheint das Nirvana dem Normalsterblichen unerreichbar.
Die frühen Leben Buddhas
Nach der buddhistischen Auffassung kann nur derjenige ein Buddha werden - und danach das Nirvana erreichen -, der sich in seinen früheren Existenzen entsprechend verhalten hat. Die Vorstufe zum Buddha wiederum ist der Bodhisattwa. Also muß man davon ausgehen, daß auch der Buddha Siddharta Gautama viele Leben vor seinem "Buddha-Leben" gehabt hat. Drei davon sind besonders schön ausgeprägt überliefert - soweit man dabei überhaupt von einer "belegbaren" Überlieferung sprechen kann. Es handelt sich somit um Legenden, die im Buddhismus gelehrt werden.
Da haben wir zuerst einmal "die Geschichte von Sumedha, dem heiligen Jüngling, der nach 100.001 Äonen in Indien als der Buddha Shakyamuni
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wiedergeboren wurde".
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Demnach lebte "vor langer, langer Zeit in einer längst vergangenen Welt" ein Brahmane namens Sumedha. Der lebte in der Stadt Amara. Aber die Zeit, die seitdem vergangen ist, ist mit Jahrhunderten oder Jahrtausenden nicht mehr zu beschreiben. "Es war", so die Legende, "vor hunderttausend Weltperioden und vier unermeßlichen Weltaltern". Schon damals machte sich dieser Brahmane ähnliche Gedanken wie in seinem späteren Leben vor der Erleuchtung zum Buddha. Und damals war es gerade eine Zeit, in der ein Buddha auf Erden weilte. Als dieser mit seiner Prozession erwartet wurde, machten sich die Leute daran, ihm den Weg zu bereiten. Schließlich kam er, und Sumedha bemerkte auf dem Weg, den der Buddha gehen würde, eine Schlammpfütze. Da der Buddha unaufhaltsam nahte, warf er sich vor ihm, mit dem Gesicht nach unten, auf die Erde - in die Schlammpfütze - und bat den Heiligen, mit seinem Gefolge über ihn hinwegzugehen, damit sie sich nicht beschmutzten.
Dipankara, so hieß der damalige Buddha, verhielt in seinem Schritt und wandte sich der Menge mit den Worten zu: "Seht diesen Asketen voll hohen Bußeifers! In unzählbaren Äonen wird dieser Einsiedler ein erhabener Buddha werden und das Rad des Dharma in der Welt drehen, so wie ich es heute tue!"
Im weiteren Verlauf seiner unzähligen Verkörperungen wurde Sumedha schließlich auch als Prinz Vishvantara wiedergeboren. Bekannt wurde er im Volk durch seine Gebefreudigkeit; nichts konnte er einem Bittsteller ausschlagen. Als er schließlich den heiligen weißen Elefanten seines Vaters, des Königs, verschenkte, mußte er den Königspalast verlassen und zog mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in die Einsamkeit des Waldes. Im Verlaufe des hier verlebten Einsiedlerdaseins verschenkte er auch seine beiden Kinder und seine Frau. Ob dieser, im buddhistischen Sinne, guten Tat sorgte der Gott Shakra dafür, daß er seine Frau wiederbekam und seine Kinder auf herrliche Weise in den Königspalast zurück gelangten, wohin auch Vishvantara mit seiner Frau wieder zog.
Der Bodhisattwa im Himmel der Tushitagötter
Die dritte und letzte hier zur Sprache kommende Wiederverkörperung verbrachte der bisher letzte Buddha schließlich im Himmel der Tushitagötter, weil all seine Vorbedingungen zum Buddha erfüllt waren. Und dank seines Tugendverdienstes lebte er dort selbst als Gott. Aber auch das liegt schon eine Unendlichkeit zurück und sein Dasein als Tushitagott war von einer sehr, sehr langen Dauer - wie die Legende berichtet.
In jener Zeit geschah es auf Erden, daß es zu einem "Buddha-Aufruhr" kam. Es gibt drei verschiedene Arten von Aufruhr, die sich auf der Erde ereignen können. Zum einen ist das der "Zyklische Aufruhr", der den bevorstehenden Weltuntergang ankündigt und zum zweiten der "Weltbeherrscher-Aufruhr". Dieser kündigt die Ankunft bzw. Geburt eines Monarchen an, der die ganze Welt beherrschen wird. Dann gibt es noch jenen "Buddha-Aufruhr", der das baldige Erscheinen eines neuen Buddhas in der Welt vorhersagt. Und ein solcher brach nun aus, als der Bodhisattwa (der angehende, spätere Buddha Siddharta) als Gott im Himmel der Tushitagötter weilte.
"Als die Götter von zehntausend Weltsystemen des von den Vier Himmelskönigen verkündeten Buddha-Aufruhrs gewahr wurden, bestimmten sie, welches von allen Wesen Buddhaschaft erlangen sollte. So wandten sie sich an den Bodhisattwa und flehten ihn an, nicht nachzulassen in seinem hohen Streben."
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So sprachen die Gesandten der Götter von den zehntausend Weltensystemen zum Bodhisattwa: "Verehrungswürdiger! Als Ihr die Zehn Vollkommenheiten betätigtet, da betätigtet Ihr sie nicht, um den Ruhm eines Herrschers über Götter oder Menschen zu erlangen. Gewißlich tatet Ihr es, um Allwissenheit zur Erlösung der Welt zu erlangen. Verehrungswürdiger, jetzt ist die Zeit für Eure Buddhaschaft gekommen."
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Der Bodhisattwa prüfte genau die Bedingungen auf Erden, ob sie der Ankunft eines neuen Buddhas entsprächen, bevor er sich endgültig entschloß als Buddha auf Erden wiedergeboren zu werden. Auch suchte er sich den geeigneten Kontinent, das geeignete Land und die geeignete Mutter heraus. Als dies alles geschehen war, wandte er sich an die Götter und sagte:
"Verehrungswürdige! Ihr habt recht: Die Zeit für meine Buddhaschaft ist gekommen."
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Danach entließ er alle Götter und Gesandten der zehntausend Weltensysteme und begab sich, nur von den Göttern des Tushitahimmels begleitet, zum Nandanahain in der Tushitahauptstadt. Hier wollte er sterben. Während er den anderen Göttern bei der Rezitation der langen Reihe seiner Verdienste lauschte, begann sein Leben von ihm zu weichen - gleich einer Blume, die verwelkt. Sein Antlitz wurde bleich und er verschied aus seinem Dasein im Tushitahimmel.
Das alles ist eine nette und spannende Legende, die man einfach glauben oder nicht glauben muß. Es ist dabei keinesfalls anders, als wenn wir im Christentum die Geschichten im Alten Testament lesen, die sich im Himmel des Christengottes abgespielt haben sollen. Und zu jener Zeit, als der Buddha auf Erden wiedergeboren werden sollte, schrieb man auf der Erde in etwa das Jahr 563 v. Chr.
Die Empfängnis des Bodhisattwa
Um 563 v. Chr., so die Gelehrten, wurde Buddha als Siddharta Gautama geboren. Sein Vater war nach der indischen Überlieferung Schuddhodhana aus der Sippe der Gautama vom stolzen Schakyastamm. Das war einer der wohlhabendsten Kriegerstämme seiner Zeit. Er war König von Kapilavastu, einem Land am Fuße des Himalayagebirges und heute eine Stadt in Nepal.
Verheiratet war Schuddhodhana mit zwei Frauen, den Schwestern Maya und Mahaprajapati Gautami. Maya wurde die Mutter von Siddharta Gautama, der später zum Buddha werden sollte, und mit Mahaprajapati Gautami hatte er den Sohn Nanda und die Tochter Sundarinanda. Alle lebten zusammen in einem Palast.
Etwa 10 Monate vor der Geburt des Siddharta Gautama war in Kapilavastu das Vollmondfest angesagt worden. Königin Maya feierte das Fest bereits vom 7. Tag vor dem Vollmond an. Sie trank keine berauschenden Getränke und beging es mit vielen Blumen und Wohlgerüchen. Am Tag des Vollmondes badete sie in duftendem Wasser und verteilte 400.000 Münzen als Almosen. Im vollen Schmuck aß sie die erlesensten Speisen, legte die Uposatha-Gelübde ab und bettete sich im königlichen Schlafgemach zur Ruhe.
Im Schlaf hatte sie den folgenden, für ihren künftigen Sohn wegweisenden, Traum: Vier große Könige hoben sie von ihrem Schlaflager empor und führten sie zum Himalaya, wo sie auf der Hochebene Manosila niedergelassen wurde. Dann kamen die Königinnen und führten sie zum Anottatasee, wo Maya mit einem Bad von der menschlichen Unreinheit gesäubert wurde. Anschließend wurde sie mit Wohlgerüchen gesalbt, mit himmlischen Gewändern bekleidet und mit göttlichen Blumen bedeckt. Auf einem nahen Silberberg befand sich ein goldener Palast, in dem ihr ein nach Osten ausgerichtetes Lager bereitet wurde, auf das man sie legte. Nun wurde der Bodhisattwa ein weißer Elefant. Er ging zu einem goldenen Berg, der nicht weit vom Goldpalast auf dem Silberberg entfernt lag. Dann stieg er hinab und ließ sich, von Norden herantretend, auf dem Silberberg nieder. Sein Rüssel glich einer Silberschnur und hielt eine weiße Lotosblume. Schließlich trat er trompetend in den goldenen Palast ein, machte dreimal einen Kreis um das Bett mit Königin Maya - seiner Mutter - schlug ihre rechte Seite und trat in ihren Schoß. Dadurch erhielt er eine neue Existenz.
Am folgenden Morgen erwachte Maya in ihrem Bett und erzählte ihrem Gemahl den seltsamen Traum. König Schuddhodhana berief 64 berühmte Brahmanen, erwies ihnen Ehre, befriedigte sie mit ausgezeichneter Nahrung und überhäufte sie mit Geschenken. Nachdem er den Brahmanen genügend Zeit gelassen hatte, sich an Speisen, Getränken und den Geschenken wohlzutun, ließ er ihnen den Traum in allen Details erzählen und befragte sie nach seiner Bedeutung. Die Brahmanen brauchten nicht lange darüber nachzudenken und sagten:
"Habe keine Furcht, o König; die Königin hat einen Knaben empfangen und nicht ein Mädchen, du wirst einen Sohn haben; und wenn er in einem Hause verbleiben wird, wird er ein König, ein Herr über die ganze Welt werden; wenn er sein Haus verläßt und der Welt den Rücken kehrt, wird er ein Buddha werden, der auf der Erde den Schleier (der Unwissenheit) fortziehen wird."
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Über diese Nachricht war der König hocherfreut; würden sich demnach doch all seine Wünsche nach einem würdigen Nachfolger erfüllen...
Vor der Geburt des Siddharta Gautama
Zehn Monate lang trug Königin Maya den Bodhisattwa wie Öl in einer Schale. Als die Zeit der Niederkunft gekommen war machte sie sich auf nach Devadaha, der Stadt, in der ihre Verwandten lebten. König Schuddhodhana war damit einverstanden und ließ den ganzen Weg vor ihrer Abreise mit Blumen, Fahnen und Bannern schmücken. Bei der Abreise saß die Königin in einem goldenen Tragsessel, den 1.000 Höflinge trugen. Außerdem hatte sie noch ein großes Gefolge - so die Legende.
Zwischen Kapilavastu und Devadaha lag ein Lusthain von Sal-Bäumen, der Lumbini-Hain
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genannt wurde und den Bewohnern beider Städte gleichermaßen gehörte. "Zu jener Zeit waren die Bäume von den Wurzeln bis zu den Astspitzen mit Blumen übersät."
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Als die Königin diesen wunderschön anzublicken Hain sah, kam in ihr der Wunsch auf, sich im Haine zu ergehen. Sie stieg von ihrem Tragsessel, schritt auf einen der Sal-Bäume zu und streckte ihre Hand nach einem der Äste aus.
Die Geburt des Siddharta Gautama
Der Ast neigte sich Königin Maya wie die Spitze eines biegsamen Bambusrohres entgegen, so daß sie ihn ergreifen konnte. Just in diesem Augenblick wurde sie von den Geburtswehen geschüttelt. Die Menschen aus ihrem Gefolge richteten einen Vorhang für sie her und zogen sich zurück. Noch stehend und den Ast in Händen haltend gebar sie.
Während andere Wesen bei der Geburt mit unreiner Materie behaftet sind, war dies bei dem Bodhisattwa nicht so - berichtet das Jakata über Buddhas Geburt. Der Bodhisattwa trat aus seiner Mutter "wie ein Prediger der Lehre, der vom Lehrstuhl hinabsteigt". Unbefleckt von jeglicher Unreinheit und leuchtend wie ein Juwel auf einem Gewebe von Benares.
Bei der Geburt Buddhas - so wird gelehrt - erschien ein großes Licht am Himmel und die Götter neigten sich aus den Wolken, um ihm zur Seite zu stehen. Das ist eine interessante Parallele zum Christentum; zum Stern von Bethlehem, der bei der Geburt Jesu erschien. Außerdem heißt es, daß die Zeit Buddhas von einem Sternenregen begleitet war. Und auch dies geschah in den vergangenen Jahrhunderten oft zu Zeiten bedeutender Personen der religiösen Geschichte. Im indischen Raum war dies nicht nur bei Buddha so, sondern auch bei Mahavira. In China waren es Laotse und Konfuzius und im alten Israel Jeremia und Jesaja, die von einem Sternenregen begleitet wurden. Auch auf die vorsokratischen Philosophen in Griechenland und Zarathustra in Persien trifft dies zu.
Doch das seltsame Himmelslicht war nicht die einzige Merkwürdigkeit (oder sollte man vielmehr von Wundern sprechen?), die sich bei Buddhas Geburt ereignete: Die Tauben begannen zu hören, die Stummen zu sprechen und die Lahmen konnten wieder gehen.
Das waren wahre Wunder - wie es sich bei der Geburt eines Religionsstifters ziemt; könnte man meinen. Und auch das finden sich wieder viele Parallelen zu anderen Religionen, insbesondere auch zum Neuen Testament der Bibel.
Siddharta Gautamas Leben bis zur Suche
Über das Leben von Siddharta Gautama bis zum Verlassen seiner Familie und seines Wohlstands, um sich auf die Suche nach der Erleuchtung zu machen, ist nicht sehr viel in unseren Breiten geschrieben worden. Das Wichtigste will ich hier aber in wenigen Sätzen beschreiben, um das Bild Buddhas vollständig zu machen.
Bereits unmittelbar nach seiner Geburt reisten Könige aus fernen Königreichen an, um ihn auf dieser Welt zu begrüßen. Dies allein deutet schon darauf hin, daß die Geburt des Siddharta Gautama etwas Besonderes war; ihn etwas Mystisches umgab. Seine Mutter, Königin Maya, konnte dies alles leider nicht mehr miterleben, da sie wenige Tage nach der Niederkunft gestorben war. Und so wuchs Siddharta Gautama als Halbwaise auf und wurde von Mahaprajapati Gautami, seiner Tante und gleichzeitig auch seiner Stiefmutter, da Schuddhodhana ebenfalls mit ihr verheiratet war, großgezogen. Trotzdem nicht allzuviel über seine Jugend geschrieben wurde, gibt uns die Legende ein recht farbenfrohes Bild davon. So wuchs er als junger, glücklicher Prinz gleich in drei Palästen auf und wurde von seinem Vater in liebevoller Weise vor aller Berührung mit der Not, der Pein und dem Leid des menschlichen Lebens bewahrt. Sein Leben in der Jugend wird von Will und Ariel Durant als "gleich einem Gott"
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beschrieben.
Es ist schwer zu beurteilen, ob die Legende mit den Zahlenangaben nicht maßlos übertreibt. Schon die 400.000 Münzen, die Königin Maya als Almosen verteilte und die 1.000 Höflinge, die den Tragsessel seiner Mutter trugen, scheinen kaum vorstellbar und übertrieben dargestellt. Und in seiner Jugend - so heißt es - ergötzten ihn 40.000 Tänzerinnen. Siddharta Gautama war Mitglied der Kschatriya-Kaste und genoß dadurch eine gründliche Ausbildung in den militärischen Künsten. Auch saß er oft zu Füßen der großen Weisen und war deshalb schon früh mit allen philosophischen Lehren seiner Zeit vertraut.
So konnten ihm die Schullehrer dann auch nicht mehr viel beibringen, da er das meiste bereits wußte. In manchen Dingen soll er sogar schlauer als seine Lehrer gewesen sein. In der Buddha-Biographie Lalitavistara, die aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert stammt, wird von seinem ersten Schultag berichtet, daß er ein Schreibbrett von himmlischer Farbe, das aus bestem Sandelholz hergestellt worden war, hatte. Es besaß reichliche Verzierungen aus Gold und schöne Einlegearbeiten mit Perlen. Zu seinem Lehrer Visvamitra sprach er:
",Welche Schrift, Meister, willst du mich lehren? Die Brahmi, die Kharosthi, die Puskarasari, die Schrift von Agna, Vanga oder Magadha?' Nachdem er unterschiedlichste Schriften aufzählte, schloß er mit den Worten: ,Welche von diesen vierundsechzig Schriften also willst du mich lehren, Meister?' Da staunte Visvamitra, der Lehrer des Knaben, lächelte und sprach...: ,Es ist erstaunlich, wie sich das reine Wesen hier auf Erden dem Brauch der Welt anpaßt. Obwohl es alle Lehrbücher bereits studiert hat, ist es doch in die Schule gekommen! Schriften, deren Namen ich nicht einmal kenne, sind ihm geläufig, und doch ist es in die Schule gekommen.'"
[10]
Als Siddharta Gautama großjährig wurde, stellte man ihm 500 Edeldamen vor, damit er sich von ihnen eine als Frau auswähle.
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Im Alter von 16 Jahren heiratete er Yasodhara
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(eine seiner Cousinen) und wurde glücklicher Vater seines Sohnes Rahula, der in Frieden, Reichtum und mit einem guten Ruf sein Leben bestritt.
Eines Tages, so die Legende, ging Siddharta Gautama aus seinem Palast fort. Bei seiner Exkursion sah er in den Gassen der Stadt einen sehr alten Mann im Volk. Beim nächsten Mal sah er einen Kranken und bei seinem dritten Ausflug schließlich gar einen Toten, der, von trauernden Verwandten und Freunden begleitet, zur Verbrennung getragen wurde. Dies war Grund genug für ihn, sich erste Gedanken über den Sinn des Lebens, der Geburt und des Alterns, zu machen. Dazu erzählte er bei einer späteren Gelegenheit seinen Jüngern einmal:
"Mit solchem Reichtum, ihr Jünger, war ich begabt, in solch übergroßer Herrlichkeit lebte ich. Da erwachte in mir dieser Gedanke: ,Ein unwissender Alltagsmensch, ob er gleich selbst dem Altern unterworfen und von des Alters Macht nicht frei ist, fühlt Abscheu, Widerwillen und Ekel, wenn er einen anderen im Alter sieht: der Abscheu, den er da fühlt, kehrt sich gegen ihn selbst. Auch ich bin dem Altern unterworfen und von des Alters Macht nicht frei. Sollte auch ich, der ich dem Altern unterworfen und von des Alters Macht nicht frei bin, Abscheu, Widerwillen und Ekel fühlen, wenn ich einen anderen im Alter sehe? Das käme mir nicht zu.' Indem ich, ihr Jünger, also bei mir dachte, ging mir aller Jugendmut, der der Jugend innewohnt, unter. So, o Mönche, forschte ich vor meiner Erleuchtung, da ich selbst der Geburt unterworfen bin, nach dem Wesen der Geburt; da ich dem Altern unterworfen bin, nach dem Wesen des Alterns, der Krankheit, des Leides, der Unreinheit. Da dachte ich: ,Was, wenn ich, da ich der Geburt unterworfen, das Wesen der Geburt erforsche ... und da ich das verderbliche Wesen der Geburt erkannt habe, den geburtlosen, den allerhöchsten Frieden des Nirwana aufsuchte?'"
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Dies war dann der Beginn der Erleuchtung - der Ausgangspunkt seines langen Weges in der Abgeschiedenheit - der Grund, warum er seine Familie und seinen Reichtum verließ...
Siddharta Gautamas Aufbruch
Einige Quellen
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berichten auch davon, daß Siddharta Gautama bei seinem vierten Ausflug in die Alltagswelt einem Asketen begegnete. Die Asketen waren ausnahmslos Männer, die auch als Shramanas bezeichnet wurden. Es handelte sich dabei um wandernde Pilger auf der Suche nach einem Weg der Befreiung aus der scheinbaren Sinnlosigkeit des Lebens. Sollte diese Begegnung tatsächlich stattgefunden haben, so dürfte sie ausschlaggebend für die Art des Beginns seiner Suche nach der Erleuchtung gewesen sein, denn genau so sah dabei seine erste Zeit aus.
In einer offenbar ganz spontanen Eingebung beschloß Siddharta Gautama plötzlich seine Familie und seinen Reichtum zu verlassen, fortzuziehen und ein "Asket in der Wüste" zu werden. So schlich er eines Nachts in das Zimmer seiner schlafenden Gemahlin und blickte zum letzten Mal auf sie und seinen Sohn. Als er das Schlafgemach betrat, brannte dort eine Lampe mit wohlriechendem Öl und das Bett war mit duftenden Jasminblüten und anderen Blumen geschmückt. Die Hand seiner Frau lag im Schlaf auf dem Haupte von Rahula, ihrem gemeinsamen Sohn.
Während Siddharta noch mit dem Fuß auf der Schwelle der Tür stand, überkam ihn der Gedanke, die Hand seines Weibes zur Seite zu schieben und seinen Sohn mitzunehmen. Doch der Umstand, daß sie dabei erwachen würde, ließ ihn von dieser Idee wieder absehen. Mit dem tröstenden Gedanken später, als Buddha, einmal wiederzukehren um seinen Sohn zu sehen verließ er schließlich alleine den Palast und ging in die Welt hinaus. Zu diesem Zeitpunkt muß er etwa 29 Jahre alt gewesen sein.
Der lange Weg bis zur Erleuchtung Buddhas
Der Morgen graute bereits, als Siddharta Gautama auf seinem Pferd Kanthaka die Stadt verließ. Am Schwanz des Pferdes klammerte sich sein treuer Wagenlenker Chauna fest. Es war sein verzweifelter Versuch den Prinzen Gautama zurückzuhalten. Doch der Versuch schlug fehl. In dieser Situation erschien ihm (vermutlich zum ersten Mal) Mara, der Fürst des Bösen, das personifizierte Böse selbst. Mara versuchte ihn, indem er ihm mächtige Reiche versprach. Doch Siddharta Gautama widerstand der Versuchung und lehnte ab. Sein Ritt ging weiter und mit einem einzigen, mächtigen Satz - so die Legende - übersprang er einen großen Strom. Da verspürte er plötzlich Lust sich umzuschauen um auf seine Heimatstadt zu blicken. Doch auch dieser Versuchung widerstand er. Weiter sagt die Legende, daß sich dann die große Erde drehte, damit er nicht zurückblicken müßte..
An einem Ort namens Uruvela hielt er an. Dieser war nach seinem Geschmack, erquickend, bei einem schönen Wald, einem klaren Fluß mit angenehmen Badestellen und prächtigen Wiesen ringsherum zwischen den Dörfern. Sechs Jahre lang ergab er sich hier den strengsten Formen der Askese, wobei er sich vermutlich einer Gruppe von Asketen angeschlossen hatte. Dabei übte er sich auch in den Künsten der Yogis, die schon damals im indischen Raum weit verbreitet waren. Seine Nahrung, die er zu sich nahm, war so schlicht, daß sie schlichter nicht sein konnte. Er ernährte sich fast ausschließlich von Samen und Gras und aß eine Zeitlang nur Dünger. Schließlich beschränkte er seinen täglichen Nahrungsbedarf auf ein einziges Reiskorn pro Tag.
"...Dann dachte ich: ,Was, wenn ich nur wenig Nahrung zu mir nähme, gerade soviel, wie meine hohle Hand faßt; Bohnensaft, Plattererbsen oder Hülsenfrüchte?' ... Mein Körper wurde außergewöhnlich mager. Die Spur meines Sitzes war wie der Fußabdruck eines Kamels; das kam vom wenigen Essen. Wenn ich mich neigte und wieder aufrichtete, waren die Knochen meiner Wirbelsäule wie eine Reihe Spindeln; das kam vom wenigen Essen. Und wie man in einem tiefen Brunnen ganz tief unten das Leuchten des Wassers sieht, so sah man in meinen Augenhöhlen ganz tief unten das Leuchten meiner Augen; das kam vom wenigen Essen. Und wie ein roher Kürbis von Regen und Sonne auswittert, so schrumpfte meine Kopfhaut vom wenigen Essen ein. Wenn ich die Haut meines Bauches anfassen wollte, fiel ich mit dem Gesicht zur Erde; das kam vom wenigen Essen. Um dem Körper zu helfen, schlug ich meine Glieder mit der Hand, und da ich so tat, fielen die brüchigen Haare von meinem Körper; das kam vom wenigen Essen."
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Nur die Haare seines Körpers dienten ihm eine Zeitlang als Kleidung. Die Kopf- und Barthaare riß er sich selbst im Sinne einer Selbstgeißelung aus. Auch stand oder lag er oft stundenlang auf Dornen um sich zu quälen. Den Staub und Schmutz ließ er seinen Körper bedecken, so daß er oft wie ein alter Baum aussah. Zu weiteren Qualen suchte er einen Ort auf, an dem Menschenleichen den Vögeln und Tieren zum Fraß ausgesetzt wurden. Häufig schlief er dann auch zwischen den stinkenden und faulenden Kadavern. Eine Praktik, die bei einem Normalsterblichen wohl reines Grauen hervorrufen muß.
Zum Schluß dieser Phase seines Lebens bestand die Person Siddharta Gautama praktisch nur noch aus Haut und Knochen. Völlig entkräftet und abgemagert schleppte sich sein gepeinigter Körper durchs Dasein. Ein wahres Wunder, daß dieser Mann überhaupt noch lebte. Und obwohl er die strengen asketischen Übungen mit großer Hingabe betrieben hatte kam er bei seiner Wahrheitssuche keinen Schritt weiter. Die Selbstpeinigung hatte nicht zum Ziel geführt. Dieser Gedanke kam ihm auch selbst und er stellte fest, daß ihm die Erniedrigungen und Kasteiungen die erhoffte Erleuchtung nicht gebracht hatten.
Das Gegenteil von all dem schien eher der Fall zu sein. Der gewisse Stolz des Siddharta Gautama auf seine Selbstkasteiung schien alle Heiligkeit, die daraus hätte erwachsen können, verfälscht und in weite Ferne gerückt zu haben. Vermutlich noch gerade rechtzeitig gelangte er zu dieser Einsicht und gab das Asketentum auf. Er verließ die Shramanas und führte sein Leben alleine weiter.
Dabei schlug er einen "mittleren Weg" zwischen Askese und bürgerlichem Leben ein. Das hatte zur Folge, daß er auch wieder Nahrung (wenn auch nur wenig, so aber doch ausreichend) zu sich nahm. Dieser Sinneswandel war praktisch der zweite wichtige Wendepunkt in seinem Leben und wurde später als "Erwachen" bezeichnet. Deshalb wurde Buddha teilweise auch "der Erwachte" betitelt.
Eines Tages ließ er sich im Schatten unter einem Bodhi-Baum nieder. So blieb er unentwegt und bewegungslos sitzen, im festen Entschluß, diese Haltung nicht eher aufzugeben bis ihm die Erleuchtung kam. "Was", so fragte er sich, "ist die Quelle des menschlichen Elends, des Leidens, der Krankheit, des Alterns und des Sterbens?"
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In diesem Augenblick überkam ihn eine endlose Vision von Tod und Wiedergeburt, die jedes Dahinscheiden durch eine erneute Geburt aufs Gründlichste vereitelte. Jede Freude und jeder Frieden wurde so durch neue Unzufriedenheit, neue Enttäuschungen, neues Leid und neues Pein getrübt.
Die Überlieferung spricht von diesen langen Stunden der Meditation, daß es eine Zeit war, in der Mara erneut kam, um die Erleuchtung zu verhindern und den angehenden Buddha zu versuchen. Doch auch diesmal hatte der Fürst des Bösen kein Glück und der Gautama widerstand ein weiteres Mal.
In dieser Phase seines Lebens wurde er der Legende nach mehrmals von Mara heimgesucht. So soll Mara einmal zu ihm gesagt haben: "Hager und häßlich siehst du aus, dem Sterben nahe. Tausend deiner teile sind schon tot, nur eines noch lebt." Das Angebot von Mara lautete, ihn zu verschonen, wenn er sein Streben aufgeben würde. Doch Gautama ließ sich wieder nicht auf ein Geschäft mit dem Bösen ein und beharrte darauf weiter zu forschen.
Ein anderes Mal erkundigte sich Mara bei ihm, warum er sich denn nicht vor ihm fürchte. Die Begründung lautete, das Gebefreudigkeit und andere Tugenden in einem früheren Leben ihn heute standhaft bleiben lassen würden. Mara zweifelte und wollte einen Beweis. Darauf antwortete der Gautama: "Diese weite Erde sei mein Zeuge, indem sie in sechs mal sieben Stößen erbebe." Daraufhin erhob sich ein dröhnendes Erdbeben und der Beweis für Mara war gegeben.
Zurück zu Buddhas Gedanken bei der Erleuchtung: Geburt als das Übel allen Bösen? - Die Geburt, der Beginn des irdischen Daseins, eines der Grundübel unserer Gesellschaft? Die Antwort auf diese Fragen, die Buddha bei seiner Erleuchtung erhielt, ist:
"Weil das Gesetz des Karma neue Verkörperungen verlangt, in denen die Seele für die in den vergangenen Existenzen begangenen Missetaten Buße tut. Wenn jedoch ein Mensch ein Leben vollkommener Gerechtigkeit, unwandelbarer Geduld und Herzlichkeit gegenüber allen Wesen leben könnte, wenn er seine Gedanken den ewigen Dingen weihen könnte und sein Herz nicht an jene Dinge hinge, die vergehen werden - dann würde ihm die Wiedergeburt vielleicht erspart bleiben, und der Brunnen des Bösen würde für ihn versiegen."
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Die Erleuchtung Siddharta Gautamas zum Buddha hat schließlich doch noch stattgefunden; nach sieben mühseligen Jahren, unter einem Feigenbaum zu Uruvela, nahe dem heutige Gaya.
So zog er fort zu der heiligen Stadt Benares. Dort, im Tierpark Rishipatna (heute Sarnath), hielt er seine erste Predigt als Buddha unter freiem Himmel. Seine Hörer waren seine fünf Gefährten von einst, mit denen er eine ganze Zeit des Weges bestritten hatte. Diese fünf Asketen hatten ihn verlassen, als er sich dem "mittleren Weg" hingab. Die Predigt ist als "Dharma-cakra-pravartana" (= das in Bewegung setzen des Rades der Lehre) in die Geschichte eingegangen.
Auf die Zeit, die Siddharta Gautama Buddha predigend und lehrend bis zu seinem Tod verbrachte, will ich hier nicht näher eingehen. Seine Lehren sollen in einem weiteren Kapitel ausführlich dargestellt werden, das für eine umfangreiche Abhandlung als Buch geplant ist. Gute Quellen berichten, daß er für diese Aufgabe noch gut 40 Jahre, wahrscheinlich ziemlich genau 44 Jahre, Zeit verbringen konnte (oder mußte?), bevor er sein irdisches Leben beendete. Erwähnenswert scheinen mir aus dieser Zeit jedoch noch seine Besuche in seiner Heimatstadt und bei seiner alten Familie.
Buddhas Besuch in Kapilavastu
Über den ersten Besuch in Kapilavastu - nach der Erleuchtung Buddhas - gibt es eine Legende, die kaum als historische Tatsache betrachtet werden kann. Ich möchte sie hier erwähnen, weil sie zum einen als Beispiel für viele wissenschaftlich nicht akzeptablen Legenden ähnlicher Art gelten soll, und zum anderen meine diesbezüglichen Ausführungen in der Einleitung bestätigt:
Als Buddha nach seiner Erleuchtung "...zum erstenmal seine Geburtsstätte Kapilavastu besuchte, hielt er nicht etwa eine tiefsinnige Rede wie jene von Benares im Tierpark Rishipatna, welche die Quintessenz seiner neuen Erlösungslehre enthielt, sondern ließ seine zaubergewaltigen, okkulten Kräfte spielen. Er schwebte vor den Zuschauern in die Lüfte empor, schnitt seinen eigenen Körper in Stücke und ließ diese unter die Leute herabfallen. Doch auf die Erde geworfen, vereinigten sich die einzelnen, blutigen Teile -wieder zu einem ganzen Körper, der sich heil und voller Leben vor den Zuschauern aufrichtete."
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Wie gesagt, man weiß nicht einmal mit Sicherheit, ob hier überhaupt ein Besuch stattgefunden hat; und wenn doch, wann dies war. Einigermaßen gesichert scheint aber nachfolgende Begegnung Buddhas mit seiner Familie:
Als sein Vater eines Tages hörte, daß sich Buddha in Kapilavastu aufhielt, sandte er einen Boten zu ihm und lud ihn ein, einige Tage im Hause seiner Jugend zu verbringen. Buddha nahm an und sein Vater, der den Verlust des Prinzen bedauert hatte, konnte sich nun für kurze Zeit über die Anwesenheit eines Heiligen freuen. Seine Ehefrau fiel vor ihm nieder, umklammerte seine Füße und stellte sie auf ihr Haupt. Sie verehrte ihn wie einen Gott. Nun erzählte sein Vater ihm von der großen Liebe seiner Frau zu ihm:
"Herr, als meine Schwiegertochter vernahm, daß du gelbe Gewänder (als Mönch) trugest, legte auch sie gelbe Gewänder an; als sie vernahm, daß du nur eine Mahlzeit am Tage aßest, nahm auch sie nur eine Mahlzeit ein; als sie erfuhr, daß du dein breites Bett aufgegeben hattest, schlief auch sie auf einem schmalen Ruhelager; und als sie erfuhr, daß du Blumengewinde und Wohlgerüche aufgegeben hast, verzichtete auch sie darauf."
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Nun wollte Buddha wieder seiner Wege ziehen. Doch da kam sein Sohn Rahula und bat in seinen Orden aufgenommen zu werden. Zur Enttäuschung seiner Mutter und seines Großvaters, König Schuddhodhana, verließ nun auch er das Haus. Daraufhin wurde Prinz Nanda, der Halbbruder Buddhas, zum Thronfolger bestimmt. Aber auch dieser folgte Buddha noch während der begonnenen Krönungszeremonie - und wieder war das Königshaus ohne Thronfolger. Weitere Verwandte von ihm zogen nach; darunter seine Frau, seine Halbschwester und seine Vettern Ananda und Devadatta. Auch sie gaben ihr bisheriges, gutes Leben auf und gingen auf "Wanderschaft".
Die Legende ließ Schuddhodhana daraufhin betrübt mit Buddha sprechen und bat ihn, daß niemand ohne die Erlaubnis seiner Eltern dem Orden beitreten dürfe. Buddha entsprach diesem Anliegen und machte dies daraufhin zur Vorbedingung für die Aufnahme in seinen Orden.
Buddhas Tod in Kushinagar
Nicht lange vor seinem Tod wurde Buddha von seinem Lieblingsschüler Ananda gefragt, wie sein späteres Begräbnis vollzogen werden solle. Daraufhin antwortete Buddha, daß er dies den gläubigen Laien und Prinzen überlassen könne. Dies wurde so interpretiert, daß man ihn auf die Begräbnisweise berühmter Leute unter einem großen Grabhügel bestatten müsse.
Buddhas Tod selbst ist besonders ausführlich im "Mahaparinibbana Sutta" (der Rede über den Eintritt in das endgültige Nirvana) beschrieben. Kurz vor seinem Tod wurde er demnach wieder von Mara, dem personifizierten Bösen, heimgesucht, der ihn drängte doch endlich in das Nirvana einzutreten. Buddha versicherte ihm, daß dies in Kürze auch geschehen würde. Doch das bedeutete keinesfalls einen Sieg für das Böse, da die Lehre Buddhas bereits im ganzen Land verbreitet war und sich immer mehr Anhänger fanden, die die Lehre weitergaben. Der Buddhismus war auf dem Vormarsch, und nichts konnte ihn mehr aufhalten.
Der Erleuchtete starb schließlich im Jahre 483 v. Chr. im Alter von 80 Jahren in Kushinagar (heute Kasia, ein Ort nördlich von Patna, unmittelbar südlich der nepalesischen Grenze). Seine letzten Worte, an seine Jünger gerichtet, lauteten: "Wohlan, Ihr Jünger, ich rede zu euch; vergänglich ist alles, was da geworden ist; ringet ohne Unterlaß!"
[20]
Sieben Tage nach Buddhas Tod wurde sein Leichnam unter höchsten Ehren und mit Zeremonien, wie sie sonst nur Königen zuteil kamen, verbrannt. Die Reste seiner Gebeine wurden unter acht Gruppen seiner Anhänger aufgeteilt. Sie zählen heute zu den wichtigsten Reliquien des Buddhismus. Über ihnen hat man bald darauf Stupas errichtet.
Im Jahre 1898 fand man in der Stupa des nahegelegenen Piprawa ein Kästchen, dessen Inschrift bezeugt, daß ein gewisser Sukiti mit seinen Angehörigen diese Reliquie mit Teilen der Gebeine Buddhas hier beigesetzt hat.
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Quellen- und Literaturhinweise:
[1]
Gemeint ist damit Siddharta Gautama aus dem Stamm der Shakya, also der (bisher) letzte Buddha, um den es in dieser Abhandlung geht.
[2]
Alle drei früheren Existenzen Buddhas werden hier in Kurzform nacherzählt aus: Mitchell, Robert Allen: "Buddha - Prinz, Asket, Erleuchtetet"; Kösel Verlag, München 1992, S. 17ff.
[3]
Aus: Mitchell, Robert Allen: a.a.O., S. 28.
[4]
Aus: Mitchell, Robert Allen: a.a.O., S. 28.
[5]
Aus: Mitchell, Robert Allen: a.a.O., S. 29.
[6]
Aus: Durant, Will & Ariel: "Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1, "Der alte Orient und Indien", Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 372.
[7]
Dieser Ort wird heute in der Literatur auch häufig einfach als Lumbini (im Sinne eines Ortsnamens) genannt und ist auch teilweise unter dieser Bezeichnung bekannt geworden.
[8]
Aus: Durant, Will und Ariel: "Kulturgeschichte der Menschheit", Bd. 1, "Der alte Orient und Indien"; Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 372.
[9]
Durant, Will & Ariel: "Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1: "Der alte Orient und Indien", Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 373.
[10]
Zotz, Dr. Volker: "Buddha"; Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbeck 1991, S. 21f. Dr. Zotz wiederum beruft sich hier auf Waldschmidt, Ernst: "Die Legende vom Leben des Buddha"; Graz 1982, S. 62f.
[11]
Durant, Will & Ariel: "Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1: "Der alte Orient und Indien", Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 373.
[12]
Zotz, Dr. Volker: "Buddha"; Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbeck 1991, S. 22.
[13]
Durant, Will & Ariel: "Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1: "Der alte Orient und Indien", Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 373. Will und Ariel Durant nehmen hier Bezug auf: Oldenberg, H.: "Buddha"; S. 112.
[14]
U.a.: Parrinder, Geoffrey (Hrsg.) in: "Die Religionen der Welt"; Ebeling Verlag, Wiesbaden 1977, S. 232f.
[15]
Durant, Will & Ariel: "Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1: "Der alte Orient und Indien", Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 373. Will und Ariel Durant nehmen hier Bezug auf: Oldenberg, H.: "Buddha"; S. 65.
[16]
Durant, Will & Ariel: "Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1: "Der alte Orient und Indien", Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 375.
[17]
Durant, Will & Ariel: "Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1: "Der alte Orient und Indien", Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 375.
[18]
Hermanns SVD, Prof. Dr. P. Matthias: "Das Nationalepos der Tibeter gLing König Ge sar"; Verlag Josef Habbel, Regensburg 1965, S. 181f.
[19]
Durant, Will & Ariel: "Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1: "Der alte Orient und Indien", Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 382f.
[20]
Durant, Will & Ariel: "Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1: "Der alte Orient und Indien", Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 384.
[21]
Hermanns SVD, Prof. Dr. P. Matthias: "Das Nationalepos der Tibeter gLing König Ge sar"; Verlag Josef Habbel, Regensburg 1965, S. 178f.
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