Niederschläge kanalisieren und in das Versorgungsnetz einspeisen
Eine von der englischsprachigen „Bangkok Post“ veröffentlichte Dokumentation zeigt, dass in Thailand ausreichend Regen niedergeht. Dürre oder Wassernotstand, unter denen in diesem Jahr die Bevölkerung mehrerer Provinzen leidet, müsste es nicht geben. Die Niederschläge brauchten nur kanalisiert und in die Versorgungsnetze eingespeist zu werden.
Nur 4,75 Prozent (38 Milliarden Kubikmeter) Niederschläge versickern im Boden und bilden das Grundwasser. Der Rest fliesst über Flüsse und Bäche in die Seen, Talsperren oder in die Meere. Die 25 grössten Flüsse des Landes transportieren rund 800 Milliarden Kubikmeter Wasser, davon werden aber nur 72 Milliarden Kubikmeter in Seen und Reservoiren gestaut.
Deshalb will die Regierung im nächsten Jahrzehnt Milliarden in die Errichtung neuer Auffangbecken und in ein verbessertes Leitungsnetz investieren. Der Bau weiterer Talsperren und der Transport grosser Wassermengen über weite Strecken können aber erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.
Dass in den letzten Jahren das Brauchwasser in vielen Landesteilen knapper geworden ist, hat mehrere Ursachen: Die Bevölkerungszahl nimmt ständig zu und liegt bereits bei 66 Millionen. Vor allem aber hat in der Landwirtschaft und in der Industrie die Nachfrage nach Wasser rapide zugenommen.
In Thailand regnet es nicht zu jeder Jahreszeit. Während der langen Trockenperiode kann der Durst nicht überall und immer gelöscht werden. Die Regenzeit ist in den meisten Provinzen von Mitte Mai bis Ende Oktober, im Süden hält sie bis Dezember und darüber hinaus an. Nach Angaben des Meteorologischen Amtes beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 1.700 mm. Im Norden sind es 1.240, im Nordosten 1.410, in Zentralthailand 1.230, im Osten 1.760 und im Südwesten 2.770 mm.
Etwa 97 Prozent des auf der Erde vorkommenden Wassers ist Salzwasser. Rund 69 Prozent des trinkbaren Wassers ist in Gletschern und als Dauerfrostboden (Permafrost) in den polaren und subpolaren Regionen unerreichbar. Wasser unterliegt der ständigen Bewegung zwischen den Weltmeeren, der Atmosphäre und dem Festland. Die Verlagerungsprozesse heissen Verdunstung, Niederschlag und Abfluss.
Wenn das Wasser als Regen auf die Erdoberfläche trifft, kann es zwei verschiedene Wege nehmen. Abhängig von der Regenintensität sowie der Porosität, der Durchlässigkeit, der Dicke des Bodens und der vorher darin enthaltenen Feuchtigkeit, fliesst ein Teil des Wassers direkt in die Bäche und Wasserläufe und von dort z. B. in die Meere. Der Rest versickert im Boden. Ein Teil des Sickerwassers bildet die Bodenfeuchtigkeit, die direkt verdampft oder über die Pflanzenwurzeln zu den Blättern aufsteigt und dort abgegeben wird.
Der Wasseranteil, der die Kohäsions- und Adhäsionskräfte im Boden überwindet, sickert weiter hinunter, sammelt sich in der so genannten Sättigungs-zone und bildet dort das Grundwasserreservoir. Dessen Oberfläche nennt man Grundwasserspiegel. Unter natürlichen Bedingungen steigt der Grundwasserspiegel zeitweilig, wenn er durch Niederschläge aufgefüllt wird, und sinkt dann wieder, da unaufhörlich Wasser in natürliche Abflüsse abläuft. |