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Thailand Info  · Vermischte Informationen, Berichte und Reportagen
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Kurz gefragt

Peter Ernst ist Präsident der Vereinigung Wat Thai in der Schweiz. Die Vereinigung arbeitet eng mit der königlichen Stiftung Somdet Ya des Wat Srinagarindravararam im schweizerischen Gretzenbach zusammen. Der 45-jährige ledige Schweizer spricht, liest und schreibt fliessend Thai und verbringt fast seine ganze Freizeit im Tempel, um an der kulturellen Förderung und Erhaltung des Tempels mitzuwirken.

Peter, Dein Aufenthalt im letzten Monat in Bangkok war ein ganz besonderer, warum bist Du nach Bangkok eingeladen worden?

Ich bin einer Einladung vom thailändischen Ministerium für Religion gefolgt. Ich wurde eingeladen, als erster Nicht-Thailänder am 8. Mai auf dem Sanam Luang in BKK die Ehrung „Sauw Seema Dhammachak“ aus den Händen der Prinzessin Maha Chakri Sirindorn entgegenzunehmen. Dies ist eine Auszeichnung für meine Verdienste um Buddhismus in der Schweiz.

Was bedeutet für Dich diese Ehre? Immerhin bist Du der erste “FARANG” überhaupt dem diese Auszeichnung übergeben wurde.

Ich bin sehr stolz auf diese Auszeichnung. Vor allem, weil ich Respekt und Achtung für den schönsten Lohn in einem solchen Kontext halte. Hätte mir vor 25 Jahren, als ich das 1. Mal in Thailand war, jemand erzählt, dass ich einmal eine solche Auszeichnung erhalten würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Du hast bei der Verleihung absolut gelassen gewirkt, warst Du denn nicht nervös, was dachtest Du im Augenblick der Ehrung?

Nein, ich war nicht nervös. Ich habe mich einfach riesig gefreut. Zudem hatte ich bereits in der Schweiz mehrmals das Vergnügen, an Begegnungen mit dem thailändischen Königshaus dabei zu sein. Ich dachte mir, „sie sieht wirklich wie auf den Bildern aus und sie lächelt wirklich sehr freundlich“.

Sicher sind unsere Leserinnen und Leser jetzt neugierig geworden, wer Du bist?

Ich bin 45 Jahre alt und lebe mit meinen beiden Kindern, Tim und Lisa Rin (13 und 15 Jahre alt) zusammen. Ich war 15 Jahre mit einer thailändischen Partnerin zusammen. Von ihr habe ich viel über die thailändische Kultur gelernt. Entscheidend war aber, dass ich nach meiner ersten Reise nach Thailand (1982) beschlossen habe, thailändisch in Wort und Schrift zu lernen. Ich wollte unbedingt mehr vor Ort und in ihrer Sprache von den Menschen, ihrer Kultur erfahren. In diesem Land habe ich mich von der ersten Sekunde an wohl gefühlt. Es war ein bisschen wie „nach Hause kommen“. Mit zunehmenden Sprachkenntnissen haben sich immer mehr Türen aufgemacht. Ich bin im ganzen Land herumgereist, und es sind Freundschaften entstanden, die bis heute Bestand haben. Dabei habe ich mir immer Mühe gegeben, dem Land mit seinen Menschen Respekt entgegenzubringen, eher zurückhaltend zu sein. Dies hat mir grosse Sympathien und wiederum Respekt eingebracht. Irgendwann kam ich dann in der Schweiz in das Tempelprojekt der Vereinigung Wat Thai. Zuerst als interessierter Helfer bei Feierlichkeiten, dann ins Komitee und schliesslich seit 7 Jahren als Präsident des Vereins. In der Schweiz arbeite ich in den Psychiatrischen Diensten des Kantons Aargau und leite eine Wohngemeinschaft für junge psychisch kranke Menschen. Die Arbeit mit Menschen hat mir immer viel bedeutet. Mein Leben ist heute schon reich an Erfahrungen und ich versuche täglich dazu zu lernen.

Präsident der Vereinigung Wat Thai zu sein, hört sich nach einem arbeitsintensiven Hobby an. Wie viele Stunden verbringst Du monatlich mit Deiner buddhistischen Tätigkeit im Tempel?

Es ist unterschiedlich. Waren es früher bis 40 Stunden im oder für den Tempel, so ist das heute deutlich weniger. Wir sind ein sehr gutes kollegiales Team aus Thais und Schweizern im Vorstand und die Arbeiten werden so von vielen mitgetragen.

Was sind Deine wichtigsten Aufgaben für die buddhistische Vereinigung Wat Thai, was macht Dein Hobby so interessant?

Ich bin sicherlich der Verbindungsmann von der Innenwelt (Tempel) zur Aussenwelt. Alles, was auf Deutsch an den Tempel herangetragen wird, koordiniere ich, leite es weiter. Ich habe unendlich viel gelernt über Menschen, interkulturelle Besonderheiten, Spontanität, thailändische Kultur und natürlich über in einem und durch einen Tempel gelebten Buddhismus. Und ich habe viel gelernt, z. B. geduldig zu werden, noch toleranter zu sein und immer wieder einfach zu vertrauen. Alleine mit schweizerischem Organisationsfleiss und Strukturen ist so ein Verein nicht zu leiten.

Bist Du denn Buddhist, und warum stehst Du dem thailändischen Wat so nahe?

Nichts wird je perfekt sein ? Ja, ich bin praktizierender Buddhist. In dieser Religion habe ich vieles gefunden, dass lebensnah ist, sich auf mich, meine Taten, mein Handeln zurückbringt. Und unser Tempel ist der Ort, wo es täglich gelebt wird. Zudem möchte ich durch mein Mittun die grossartige Arbeit der Mönche für das Wohl der Menschen helfen mit zu tragen. Und in unserem Abt, Phrarajakittimoli habe ich einen wichtigen Lehrer gefunden.

Was sind Deine nächsten Ziele, gibt es demnächst besondere Aktivitäten der Vereinigung Wat Thai in Zusammenarbeit dem Tempel?

Im Moment bereiten wir das grosse Jahresfest vor. Es ist uns ein Anliegen, den Tempel für alle Interessierten offen zu halten, d.h. auch den vielen Nicht-Buddhisten oder Nicht-Thai mit einem solchen Fest (2 Tage, 24.-25. Juni) den thailändischen Buddhismus und die thailändische Kultur näher zu bringen. Dann steht die Eröffnung der Kunstmalereien im Ubosoth bevor (September). Wir hoffen, dass die Prinzessin Maha Chakri Sirindorn unserem Tempel die Ehre geben wird, die während eines Jahres von 9 Kunstmalern aus Thailand angebrachten Malereien feierlich zu eröffnen. Und, und,…. Die Arbeit geht nie aus.

Was ist die wichtigsten Aufgaben eures Tempels in der CH?

Zuerst natürlich die religiöse Betreuung der dem Thai-Buddhismus nahe stehenden Menschen. Die Durchführung der verschiedensten buddhistischen Zeremonien und Feiertage. V. A. aber auch die Betreuung der hilfe oder ratsuchenden Menschen. Das Leben in der Schweiz mit seinem Image vom Land, „wo Milch und Honig fliesst“ ist nicht einfach. Fernab der Heimat sind viele Thailänder oft sehr alleine, es fehlt ihnen die Stütze der Herkunftsfamilie, das Leben hier bleibt ihnen bis zu einem gewissen Teil fremd. Hier bekommen sie Rat durch die neutrale Position der Mönche, durch die buddhistische Lebensschulung. Der Tempel hat aber auch eine grosse Sonntagsschule, wo Buddhismus, Deutsch, Thai, Klassischer Thaitanz, Gemüseschnitzen und Thaiboxen unterrichte werden. Da können Interessierte entweder ihre Kultur besser oder überhaupt kennen lernen. Und der Tempel ist eben auch das Stück Heimat, das hier oft vermisst wird. Dazu gehört natürlich auch, dass hier getratscht werden kann.

Wie hat sich der Tempel in die „schweizerische, christliche Landschaft“ integriert?

Der Tempel in Gretzenbach/ SO hat von Beginn weg eine hohe Akzeptanz erhalten. Der Gemeindepräsident von Gretzenbach, Hanspeter Jeseneg, meinte einst in einem Fernsehinterview, die Gemeinde sei stolz, diesen Tempel im Dorf haben zu dürfen. Er habe viele Farbtupfer in das Gemeindebild gebracht und z. T. der Gemeinde eine gewisse Berühmtheit auf der europäischen Landkarte ermöglicht.

Wenn Du die Chance bekämst, etwas in Thailand zu verändern, was wäre das?

Ich würde für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen wollen. Dafür, dass niemand mehr gezwungen wird, in der Prostitution zu arbeiten, um die Familie ernähren zu können. Der Schlüssel dazu wäre noch mehr Bildung und Aufklärung der Landbevölkerung.

Wie siehst Du Pattaya in 20 Jahren, warst Du überhaupt einmal in unserem Lotterstädtchen?

Pattaya kenne ich nicht, war noch nie dort. Ich habe zwar auf vielen Reisen und monatelang das ganze Land bereist. Mir liegen aber die eher ruhigeren Orte mehr. Ich liebe Plätze, wo der alltägliche Kontakt zu den Menschen entsteht. An anderen Orten habe ich oft Mühe mit den Auswirkungen des Tourismus: Lärmigkeit, Oberflächlichkeit, Konsumdenken, Zerstörung der Natur, usw. Aber ich bin Realist genug, dass ich verstehe, dass es solche Orte braucht. Es ist sogar gut, wenn sie sich klar in verschiedenen Gegenden konzentrieren. So kann der Rest des Landes sich besser in seiner Ursprünglichkeit und Unverfälschtheit erhalten. Also, wo Pattaya in 20 Jahren ist, wer weiss es schon. Ich war vor 25 Jahren in Phuket am Patong-Beach und musste noch ein grosses Stück zu Fuss hin laufen. Ein kleines Fischerdorf! Und heute?

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Weitere Informationen über das buddhistische Kloster Wat Srinagarindravararam

Buddhistisches Zentrum, Wat Srinagarindravararam
Im Grund 7, 5014 Gretzenbach / Switzerland
Tel +41 (0)62  8586030  Fax +41 (0)62  8586035
Internet: http://www.wat-srinagarin.com/ und E-Mail info@wat-srinagarin.com

 
 
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